Energiewende

Wegweisendes Mieterstrom-Projekt in Berlin

Ein Mieterstromprojekt der Wohnungsbaugenossenschaft GWG „Berliner Bär“ e. G. zeigt, wie sich die Energiewende in Berliner Quartieren praktisch umsetzen lässt.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (vorn rechts) gemeinsam mit Vertretern der Wohnungsbaugenossenschaft GWG „Berliner Bär“ e. G., des Energiedienstleisters Hauptstadtstrom und des Software-Spezialisten Solarize Bild: Hauptstadtstrom
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (vorn rechts) gemeinsam mit Vertretern der Wohnungsbaugenossenschaft GWG „Berliner Bär“ e. G., des Energiedienstleisters Hauptstadtstrom und des Software-Spezialisten Solarize Bild: Hauptstadtstrom

Wie die Energiewende in den Berliner Quartieren konkret gelingt, demonstrierte dieser Tage ein Vor-Ort-Termin in der Karl-Frank-Straße in Treptow-Köpenick. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besichtigte gemeinsam mit der Wohnungsbaugenossenschaft GWG „Berliner Bär“ e. G., dem Energiedienstleister Hauptstadtstrom und dem Software-Spezialisten Solarize ein Mieterstrom-Projekt, das als Blaupause für den „Masterplan Solarcity“ dient.

Urbaner Solarstrom: Die Hauptstadt auf dem Weg zur Klimaneutralität

Berlin hat klare Ziele: Bis spätestens 2045 soll die Stadt klimaneutral sein. Der „Masterplan Solarcity“ sieht vor, dass bis 2035 rund 25 % der Berliner Stromerzeugung aus Solarenergie von städtischen Gebäuden gewonnen werden. Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „SolarPLUS wirkt und wurde den aktuellen Entwicklungen angepasst. Wir nehmen nun verstärkt die großen Dächer Berlins in den Blick: auf Gewerbehallen, Industriebauten und Mehrfamilienhäuser. Wir wollen damit eine größere Wirksamkeit der Solarförderung in Berlin erzielen. Denn wenn wir in 10 Jahren 25 Prozent der Stromerzeugung aus Solarenergie gewinnen wollen, müssen wir die großen Anlagen, die viel Leistung bringen können, vorantreiben. Klar ist: Solarenergie ist wirtschaftlich sinnvoll, gut für das Klima und macht unsere Energieversorgung unabhängiger und widerstandsfähiger.“

Das Projekt in der Karl-Frank-Straße zeigt die praktische Umsetzung: Mit einer installierten Leistung von über 300 kWp auf mehreren Gebäuden werden die Bewohner direkt mit lokal erzeugtem, günstigem Grünstrom versorgt.

Vertrauen als Fundament: Persönliche Ansprache schlägt Skepsis

Bei strahlendem Sonnenschein informierte sich Senatorin Giffey auf dem Dach über die Photovoltaik-Anlage. Im Dialog wurde deutlich, dass Technik allein nicht ausreicht – die Akzeptanz der Mieter ist der entscheidende Faktor. Stefan Dörner, Vorstand der GWG „Berliner Bär“ e. G., betont die Rolle der Genossenschaft: „Als Genossenschaft genießen wir ein hohes Vertrauen bei unseren Mitgliedern. Dank dieses Vertrauens gelingt es uns, die Menschen bei der Energiewende mitzunehmen. Mieterstrom ist für uns ein wesentlicher Baustein, um bezahlbares Wohnen mit modernem Klimaschutz zu vereinen. Durch die direkte Ansprache und transparente Aufklärungsarbeit schaffen wir echte Akzeptanz. Wir zeigen unseren Mietern: Die Energiewende findet nicht irgendwo statt, sondern direkt über ihren Köpfen – zu fairen und stabilen Konditionen.“

Technologische Innovation im Keller: Smart Meter und virtuelle Summenzähler

Im Keller des Gebäudes wurde die digitale Seite der Energiewende greifbar. Die Experten von Hauptstadtstrom und Solarize erklärten die Funktionsweise intelligenter Messsysteme in Verbindung mit virtuellen Summenzählern. Diese Technologie schafft die Basis für eine präzise Abrechnung von PV- und Netzstrom. Hier setzt die Zusammenarbeit mit Solarize an. Dr. Florian Schuhmacher, Geschäftsführer von Hauptstadtstrom, erläutert den strategischen Vorteil: „Für uns als Mieterstrom-Dienstleister ist die Solarize-Plattform ein entscheidender Hebel für die wirtschaftliche Betriebsführung. Die automatisierte Abwicklung des gesamten Abrechnungsprozesses reduziert unseren operativen Aufwand massiv. In einem Marktumfeld mit komplexer Regulatorik ermöglicht uns die Software die notwendige Skalierbarkeit und Rechtssicherheit. So können wir uns voll und ganz auf den Ausbau der Solarenergie in Berlin und die Betreuung unserer Kunden konzentrieren.“

Hürden überwinden, Resilienz stärken

Senatorin Giffey, die bereits eigene Erfahrungen mit dem Einbau von Smart Metern hat, interessierte sich zudem für die Herausforderungen bei der Modernisierung von Schaltschränken und die teils langen Bearbeitungszeiten bei den Netzbetreibern. Zum Abschluss des Termins stand das Thema Versorgungssicherheit im Fokus. Auf Nachfragen zur Notstromfunktion bei Stromausfällen verwies die
Senatorin auf die laufenden Arbeiten des Senats zur Resilienzverstärkung Berlins. Dezentrale Projekte wie dieses leisten hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie die lokale Erzeugung stärken.

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