Photovoltaik im Denkmal

UNESCO-Weltkulturerbe-Siedlung wird fit für Sonnenstromnutzung

Erneuerbare Energien und Denkmalschutz schließen sich nicht aus: Auf den Dächern der Wohnstadt Carl Legien in Berlin werden derzeit Photovoltaikanlagen installiert.

Die Carl-Legien Wohnsiedlung in Berlin wird derzeit von der Vonovia mit einer PV-Dachanlage versehen. Das Wohnquartier gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Paul Hahn
Die Carl-Legien Wohnsiedlung in Berlin wird derzeit von der Vonovia mit einer PV-Dachanlage versehen. Das Wohnquartier gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Paul Hahn

Die Wohnstadt Carl Legien der Berliner Moderne gilt als eines der bedeutendsten Beispiele des sozialen Wohnungsbaus der 1920er-Jahre. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und steht unter Dankmalschutz. Doch dies muss offenbar kein Ausschlusskriterium für die Energiewende sein, denn das Wohnungsunternehmen Vonovia installiert hier in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern.

Die Wohnstadt Carl Legien von Architekt Bruno Taut entstand in den 1920er Jahren. Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Wolfgang Bittner
Die Wohnstadt Carl Legien von Architekt Bruno Taut entstand in den 1920er Jahren. Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Wolfgang Bittner

Energiewende im denkmalgeschützten Quartier

In der UNESCO-Welterbesiedlung Wohnstadt Carl Legien wird besonders deutlich, dass Denkmalschutz und Energiewende zusammenpassen können. Die von Bruno Taut entworfene Anlage gilt als herausragendes Beispiel des Neuen Bauens und verbindet bis heute städtische Dichte mit Licht, Luft und begrünten Höfen. Die Integration von Photovoltaik unterstreicht den Anspruch, dieses Erbe zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden. Die Denkmalpflege begleitet entsprechende Vorhaben aktiv und unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer dabei, geeignete und denkmalverträgliche Lösungen zu entwickeln. Grundlage ist unter anderem der Berliner Solarleitfaden, der praxisnah Wege für denkmalverträgliche Photovoltaik aufzeigt und bereits zahlreiche Projekte ermöglicht hat.

Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgnag Bittner
Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Wolfgang Bittner

„Die Denkmalbehörden des Landes Berlin verstehen es als ihre Aufgabe, aktiv an der Energiewende mitzuwirken und die Nutzung von Solarenergie auch auf Denkmalen zu ermöglichen. Die Integration von Photovoltaik in denkmalgeschützte Gebäude ist in vielen Fällen gut möglich. Entscheidend ist eine sorgfältige Planung, die sowohl die architektonischen Qualitäten bewahrt als auch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet“, sagt Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut.

„Solaranlagen sind ein wichtiger Baustein für den Umstieg auf erneuerbare Energien und damit den Kampf gegen den Klimawandel. Ich freue mich insoweit sehr, dass wir durch die Installation der Solaranlagen auf den Dächern einer UNESCO-Weltkulturerbe-Siedlung zeigen können, dass sich auch Denkmalschutz und nachhaltige Energie zusammenbringen lassen und die Carl-Legien-Siedlung damit eine echte Vorbildfunktion übernimmt“, sagt auch Cornelius Bechtler, Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung und Bürgerdienste des Bezirks Pankow.

Großflächiger Ausbau der Solarenergie in Berlin

„Die Wohnstadt Carl Legien ist eine von vier UNESCO-Siedlungen, für die wir in Berlin verantwortlich sind. Wir sind glücklich und stolz, dass wir an diesem besonderen Ort in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt eine PV-Anlage umsetzen können“, erklärt Sebastian Krüger, Leiter Geschäftsbereich Ost bei Vonovia.

Julia Ward, Leiterin Photovoltaik Team Ost bei Vonovia, sorgt in der Wohnstadt gemeinsam mit ihrem Team und Partnerfirmen für die Installation von 5.600 Photovoltaikmodulen mit einer Gesamtfläche von rund 11.200 m²  (das entspricht 1,5 Fußballfeldern) und einer Leistung von insgesamt 2,6 MW Leistung. Damit sinkt der jährliche CO2-Ausstoß um rund 1.000 t weniger .
Seit 2023 haben Vonovia und die Deutsche Wohnen in Berlin Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 37 MW installiert – 91.000 Module mit einer Gesamtfläche von 25 Fußballfeldern. Zusammen können diese Anlagen Solarstrom für die Vollversorgung von mehr als 13.000 2-Personen-Haushalten erzeugen, und die Gebäude stoßen jährlich 13.500 t CO2 weniger aus als vorher.

Cornelius Bechtler, Julia Ward, Sebastian Krüger und Dr. Christoph Rauhut (v.l.) bei der Präsentation der Photovoltaikanlage in der Carl Legien Wohnsiedlung. Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Paul Hahn
Cornelius Bechtler, Julia Ward, Sebastian Krüger und Dr. Christoph Rauhut (v.l.) bei der Präsentation der Photovoltaikanlage in der Carl Legien Wohnsiedlung. Bild: Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Paul Hahn

2026 baut Vonovia in Berlin weitere Solaranlagen mit einer Leistung von 24 MW und einer Fläche von 15 Fußballfeldern. Dadurch können zusätzlich mehr als 8.000 Zwei-Personen-Haushalte mit Sonnenenergie versorgt und 8.500 t CO2 eingespart werden. Bereits heute hat Vonovia 25% der eigenen Dächer in Berlin mit Photovoltaikanlagen bestückt. Bis Ende 2027 folgen weitere 10 bis 15%.

Möglich wird dieser weitere Ausbauschritt auch durch erleichterte rechtliche Rahmenbedingungen: Photovoltaikanlagen können in Berlin inzwischen grundsätzlich auch auf Hochhäusern genehmigungsfrei installiert werden.

„Unter den Berliner Wohnungsunternehmen sind wir der mit Abstand größte Photovoltaik-Installateur. Unsere PV-Aktivitäten, auch im UNESCO-Welterbe, sind ein wichtiger Baustein, damit wir unseren Klimapfad erfolgreich gehen können“, ergänzt Sebastian Krüger.

Vonovia baut systematisch Photovoltaikanlagen auf alle geeigneten Gebäude – bis zu 700 MWp, das entspricht mehreren Großkraftwerken. So können Mieterinnen und Mieter grünen Strom vom eigenen Dach nutzen. Das Programm hat viele Vorteile: Die Mieterinnen und Mieter können an der Energiewende teilhaben, die Quartiere werden durch eine dezentrale und CO2-freie Energieversorgung gestärkt, und Vonovia kommt auf dem Klimapfad voran mit dem Ziel, bis 2045 fast keine Treibhausgase mehr zu emittieren. Perspektivisch will Vonovia alle Anlagen im Mieterstrom-Modell betreiben.

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