Haushaltsentwurf sieht weniger Geld für Gebäudesanierung vor
Förderung für Wärmewende im Gebäudesektor gekürzt
Der Bundesverband Erneuerbare Energie e. V. sieht den Beschluss des Bundeskabinetts zum Bundeshaushaltsplan 2026 kritisch. Vor allem die BEG-Kürzungen sowie zahlreiche offene Fragen zur Gestaltung der Finanzierung von Klimaschutzverträgen verunsichern, anstatt ein Aufbruchsignal für die Zukunft zu setzen.
„Die vorgesehenen Kürzungen der Bundesregierung im Haushalt 2026 bei der Wärmeförderung sind wirtschafts-, sozial- und klimapolitisch nicht nachvollziehbar“, erklärt BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter. „Gerade weil die Wärmewende durch langjährige politische Verzögerung noch immer am Anfang steht, braucht es jetzt Verlässlichkeit und Planungssicherheit - für Haushalte wie die Branche gleichermaßen. Stattdessen drohen wichtige Impulse für den weiteren Hochlauf verloren zu gehen.“
Dem Entwurf zufolge soll die BEG im kommenden Jahr von knapp 15,32 Milliarden (Stand 2025) auf knapp 12,06 Milliarden Euro sinken. Die Branche hingegen hatte zumindest eine Verstetigung des Mittelvolumens auf dem Niveau des Jahres 2025 erwartet.
“Die BEG ist und bleibt ein zentrales Instrument für die Wärmewende im Gebäude. Sie wird von der Branche angenommen und führt nach Ansicht des Verbandes nachweislich zu Investitionen im Handwerk, lokalen Unternehmen und in den Kommunen vor Ort”, so Peter.
BEW Förderung nicht mehr Kernaufgabe?
Die Investitionen in ein klimaneutrales und resilientes Energiesystem fallen trotz Rekordausgaben vergleichsweise gering aus, kritisiert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW.
"Kritisch betrachten wir zudem die Verschiebung der Ausgaben für die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze ab 2026 in das Sondervermögen, diese müssen langfristig abgedeckt werden.
Daher bedarf es hierfür einer gesetzlichen Grundlage und einer Finanzierung aus dem Kernhaushalt, um die wichtige Transformation der Wärmenetze der jährlichen Unsicherheit der Haushaltsverhandlungen zu entziehen. Abgesehen davon, ist sie mit etwa 1,4 Milliarden Euro immer noch deutlich unterfinanziert. Als notwendig erachtet werden hier mindestens 3,5 Milliarden Euro pro Jahr", erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Fortschritte bei Infrastruktur, Wohnungsbau ohne Perspektive
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe lobt, dass Mittel aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen in Straße, Schiene und Wasserstraßen flißießen sollen. Im Wohnungsbau hingegen fehle die Perspektive, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe.
"Zwar ist der Mittelaufwuchs im sozialen Wohnungsbau um 400 Mio. Euro sowie in der Städtebauförderung um gut 200 Mio. Euro positiv zu bewerten und auch die Förderlinien im freifinanzierten Wohnungsneubau bleiben stabil. Doch das reicht nicht aus, um den Wohnungsmarkt spürbar zu entlasten. Ohne gezielte Investitionsanreize lässt sich selbst mit einem „Bau-Turbo“ kein Tempo gewinnen. Was weiterhin fehlt, ist ein kraftvoller Impuls – etwa durch ein spezifisches Förderprogramm für Projekte zumindest im Bauüberhang, das den EH55-Standard mit regenerativer Heizung kombiniert, wie es die Bundesregierung selbst angekündigt hat."
Kritik gibt es auch hier zur Kürzung der BEG-Förderung - sowie zur graduellen Beendigung des Programms Altersgerecht Umbauen. "Das verkennt deutlich die Herausforderungen, die wir bei der Anpassung unseres Gebäudebestandes bei einer alternden Bevölkerung haben", so Pakleppa.














