Im Gespräch

Minister trifft auf Wärmepumpe

Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche tauschten sich in München mit dem Bayerischen Staatsminister für Energie und Wirtschaft Hubert Aiwanger (Freie Wähler) über die Bedeutung der Wärmewende für den Wirtschaftsstandort Bayern aus.

Vertreter der Wärmepumpenbranche und der SHK-Innung München tauschten sich mit dem bayrischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zur Wärmepumpentechnologie aus. Bild: BWP
Vertreter der Wärmepumpenbranche und der SHK-Innung München tauschten sich mit dem bayrischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zur Wärmepumpentechnologie aus. Bild: BWP

Die Unternehmen betonten, dass mit der Wärmepumpe eine in Bayern produzierte Technologie zur beliebtesten Heizungsart geworden ist. Mit Blick auf die in Berlin anstehenden Entscheidungen rund um das Gebäudeenergiegesetz forderten sie die bayerische Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für einen verlässlichen Rahmen einzusetzen. Eine besondere Bedeutung komme dabei der BEG-Heizungsförderung zu. Fast 20% der Anträge stammten aus Bayern.

Dem Treffen war ein gemeinsames Schreiben von siebzehn Unternehmen aus Heizungsindustrie, Handwerk und Energieversorgern an Ministerpräsident Söder und Staatsminister Aiwanger vorausgegangen. Allein in Bayern berge der Wirtschaftszweig mit 5.000 Beschäftigten und über 1 Mrd. Euro Umsatz großes Potenzial. Die Herausforderung einer sicheren, bezahlbaren und klimaverträglichen Wärmeversorgung könne mit heimischer Wertschöpfung gelingen. Deshalb solle Bayern eine Führungsrolle bei der erneuerbaren Wärme einnehmen.

Handwerk braucht Klarheit für bestmögliche Unterstützung besorgter Kunden

Laut Ralf Suhre, Geschäftsführer der SHK Innung München, brauche das bayerische Handwerk einen stabilen Rahmen, denn der Informationsbedarf bei Hauseigentümern sei groß: „Unsere Kunden machen sich große Sorgen, dass das Heizen mit Öl und Gas in Zukunft nicht mehr sicher und bezahlbar sein könnte. Viele wollen den Umstieg zu den erneuerbaren Alternativen. Dafür investieren unsere Betriebe derzeit sehr viel in die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in die Aus- und Weiterbildung. Wir haben Minister Aiwanger als Vertreter der Staatsregierung heute deutlich gemacht, dass wir einen belastbaren gesetzlichen Rahmen und eine nachhaltig finanzierte Förderkulisse brauchen, damit wir unsere Kunden bestmöglich unterstützen können.“

Industrie: Verlässlichkeit sichert Arbeitsplätze in Bayern und Investitionen

Kerstin Wolff, Geschäftsführerin des Kulmbacher Wärmepumpenherstellers Glen Dimplex: „Die deutsche Wärmewende und der Wirtschaftsstandort Bayern sind eng miteinander verflochten. Im Vertrauen auf den Standort und das bestehende GEG haben Glen Dimplex und andere Industrieunternehmen der Branche in den letzten Jahren erheblich in Produktionskapazitäten und Arbeitsplätze investiert. Es gibt einen harten globalen Wettbewerb um den europäischen Heizungsmarkt. Die bayerischen Firmen haben beste Chancen, weiter zu den Technologieführern zu gehören. Das wird aber nur gelingen, wenn wir verlässlich planen können. Wir erwarten deshalb von der bayerischen Landesregierung, dass sie sich in Berlin für ein Gebäudeenergiegesetz einsetzt, welches das Kundeninteresse an unseren Produkten unterstützt. Die Landesregierung sollte sich für einen konstruktiven Kompromiss einsetzen, der dann auch Bestand hat und zur belastbaren Wirtschaftsgrundlage wird.“ Glen Dimplex zählt neben Wolf aus Mainburg, Kermi aus Plattling und ait-Deutschland zu den größten Arbeitgebern der Branche in Bayern.

Heizungsförderung löst Investitionsimpulse in Bayern aus

Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, bekräftigt die Bedeutung der politischen Entscheidungen, die derzeit unter Beteiligung bayerischer Politik in Berlin zu treffen sind. „Deutschland überweist jedes Jahr etwa 80 Milliarden Euro für den Import von Öl und Gas ins Ausland. Dem gegenüber kann die Bundesförderung effiziente Gebäude zu einer Erfolgsgeschichte für wirtschaftliches Wachstum werden, wenn sich die bayerische Landesregierung für eine nachhaltige Finanzierung einsetzt. Jeder Euro, der in die Heizungsförderung fließt, löst das Vierfache an Investitionen in den Gebäudebestand aus. Das kommt nicht nur der Industrie und dem Handwerk zugute, sondern auch den Hauseigentümern, die sich auf eine sichere, bezahlbare und ökologisch sinnvolle Wärmeversorgung ausrichten wollen.“

BWP: Wärmepumpe steht heute für High-Tech-Arbeitsplätze

Seit Anfang 2024 hätten bereits etwa 100.000 bayerische Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer die Heizungsförderung genutzt. Etwa 20% der Fördermittel, also 500-600 Mio. Euro pro Jahr, fließen in den Freistaat. Damit trage Bayern überproportional zu den Klimazielen im Gebäudebestand bei. Sabel fordert daher einen selbstbewussteren Umgang mit der Technologie: „Die Wärmepumpe ist längst kein Nischenthema mehr, sie ist die Zukunftstechnologie für die allermeisten Gebäude und damit zu Recht voll im Wärmemarkt angekommen. Die Wärmepumpe steht heute für High-Tech-Arbeitsplätze unter anderem in Bayern, für Unabhängigkeit der Verbraucher bei der Energieversorgung und für wirtschaftliches Wachstum in Deutschland und Europa. Die positiven Effekte für die Umwelt kommen dann noch hinzu.“

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