BSW-Solar

Festgelegtes PV-Ausbauziel nach EEG erreicht

Deutschland hat im August das nach dem EEG festgelegte Ausbauziel von 128 GWp Solarenergie für 2026 erreicht. Der BSW-Solar sieht aber die nächsten Etappenziele gefährdet.

Bild: stock.adobe.com/scharfsinn86
Bild: stock.adobe.com/scharfsinn86

Nach einer aktuellen Auswertung des BSW-Solar auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur sind inzwischen mehr als 6 Mio. Solarstromanlagen in Deutschland installiert. Solarstrom steuerte bereits 2025 rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei.

„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Bis 2030 müssen noch rund 87 Gigawatt Solarleistung hinzukommen. Dafür muss das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken.“

In den Jahren 2024 und 2025 wurden jeweils rund 17,5 GWp Photovoltaikleistung neu installiert. Um das gesetzliche Ausbauziel von 215 GWp im Jahr 2030 zu erreichen, sind in den kommenden Jahren im Durchschnitt rund 20 GWp zusätzlicher Solarleistung jährlich erforderlich. Bereits für 2028 sieht das EEG eine installierte Leistung von 172 GWp vor; bis 2040 sollen es 400 GWp sein.

Politische Rahmenbedingungen gefährden Ziele

Der BSW-Solar appelliert deshalb an den Bundestag, die vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2027 und das Netzanschlusspaket im parlamentarischen Verfahren nachzubessern. Insbesondere die geplanten Änderungen der Förderung kleiner PV-Anlagen, die stärkere Verpflichtung zur Direktvermarktung sowie der teilweise Wegfall von Entschädigungszahlungen bei netzbedingten Abregelungen würde nach Einschätzung des Verbandes Investitionen bremsen und das Erreichen der gesetzlichen Ausbauziele gefährden.

„An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei. Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, so Körnig. „Wer jetzt die Bedingungen für neue Solaranlagen verschlechtert, riskiert einen Ausbauknick genau in dem Moment, in dem wir mehr Tempo brauchen. Statt neuer Investitionshürden benötigen wir einen beschleunigten Ausbau von Solarenergie und Speichern.“

Auch Batteriespeicher müssten noch deutlich schneller ausgebaut werden. Sie können Solarstrom aus erzeugungsreichen Stunden aufnehmen, zeitversetzt bereitstellen und damit die Markt- und Netzintegration wachsender Solarstrommengen unterstützen.

Printer Friendly, PDF & Email
13.01.2026
Speichertechnik
Die Kapazität deutscher Stromspeicher hat sich in fünf Jahren mehr als verfünffacht. Laut BSW-Solar muss der Ausbau jedoch mehr als verdoppelt werden, um die Stromversorgung auf Erneuerbare Energien...
22.06.2026
PV-Strom und Speicher
Rund 6 Mio. deutsche Solarstromanlagen haben dem Land seit 2020 Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe erspart. Beim Speicherausbau ist noch Luft nach oben.
03.09.2026
Börsenstrompreise 2025
Eine Studie des BSW-Solar kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau der Solarenergie die Stromkosten in Deutschland 2025 um rund 20% gesenkt hat. Das entspricht einer Verringerung von 15,7 Mrd. €.
08.12.2025
Solardächer
Im Eigenheim ist die Sektorkopplung gut unterwegs. Die Kombi aus PV-Anlage, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto kann Kosten senken und Netze entlasten.
05.05.2026
BSW Solar
Batteriespeicher-Investitionen in Deutschland erreichen neue Höchststände. Im 1. Quartal 2026 wurden mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen.
13.11.2025
Mit einer Änderung des Baurechts schafft der Bundestag eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Speicher zur Strom-, Wärme- und Wasserstoffspeicherung in Deutschland nun schneller realisiert werden...