Die deutschen Solaranlagen ersetzten zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von rund 20 Mrd. Euro. Zugleich wurden Klimaschadenskosten bis 250 Mrd. Euro vermieden, ergeben Berechnungen des Bundesverbands der Solarwirtschaft (BSW-Solar). Insgesamt wurden in diesem Zeitraum knapp 390 Mrd. kWh Solarstrom erzeugt. Damit sank sowohl der Bedarf an fossilen Brennstoffimporten als auch die damit verbundenen Treibhausgasemissionen.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden durch die Nutzung von Solarstrom in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren rund 500 Mio. t Treibhausgase (CO₂-Äquivalente, netto) vermieden. Mehr als die Hälfte davon entfiel allein auf die Jahre 2020 bis 2025. In diesem Zeitraum wurden rund 270 Mio. t Treibhausgase vermieden. Auf Basis von Schätzungen des Umweltbundesamtes entspricht dies vermiedenen Klimaschadenskosten von bis zu 250 Mrd. Euro, wenn heutige und zukünftige Generationen gleichwertig berücksichtigt werden. Hinzu kommen vermiedene Energieimporte, die sich Schätzungen des BSW-Solar zufolge in den vergangenen sechs Jahren auf über 20 Mrd. Euro belaufen.
Eine Frage der Sicherheit
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen gewinnt die Solarenergie auch als strategischer Standortfaktor an Bedeutung. „Der starke Zubau insbesondere der Photovoltaik seit 2022 trägt entscheidend dazu bei, dass die Auswirkungen der Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis dieses Mal deutlich geringer ausfallen", sagt Leonhard Gandhi, Leiter der Energy-Charts beim Fraunhofer ISE. Noch reiche der Ausbau der erneuerbaren Energien aber insgesamt nicht aus, um deutlich unabhängiger von geopolitischen Schocks sein zu können.
Im Vorfeld der Intersolar fordert der Bundesverband Solarwirtschaft, den Ausbau von Solar- und Speichertechnologien konsequent fortzusetzen. Die deutsche Solar- und Speicherbranche beschäftigt inzwischen rund 120.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 30 Mrd. Euro.
Rückenwind erhält dieser Kurs auch aus der Bevölkerung: Laut einer aktuellen repräsentativen YouGov-Umfrage sprechen sich rund 70% der Bürgerinnen und Bürger dafür aus, die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieimporten durch einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien und Speichertechnologien weiter zu verringern.
Speichermarkt wächst rasant, Zukunft aber unsicher
Batteriespeicher gelten als zentrale Voraussetzung für eine sichere, kosteneffiziente und klimaneutrale Energieversorgung. Sie können überschüssigen Solar- und Windstrom zwischenspeichern, Netzengpässe reduzieren und den Bedarf an kostspieligen Eingriffen in das Stromsystem verringern.
Allein im ersten Quartal 2026 wurden mehr als 2 GWh zusätzliche Speicherkapazität in Betrieb genommen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Großspeicher: Hier stieg der Zubau gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 290% auf >1 GWh. Nach einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Enervis könnte der Zubau von Großspeichern bis 2029 bei ungünstigen Rahmenbedingungen aber lediglich 15 GWh betragen. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht darin ein Warnsignal und fordert die Bundesregierung zum raschen Abbau von Netzanschluss- und Regulierungshemmnissen auf. Nach Einschätzung des Verbandes wird der Ausbau zunehmend durch langwierige und uneinheitliche Netzanschlussverfahren gebremst. Fehlende Standardisierung, unzureichende Digitalisierung und unterschiedliche Anforderungen der Netzbetreiber verzögerten zahlreiche Projekte.
„Viele Investitionen stehen bereit. Doch zu lange Netzanschlussverfahren und regulatorische Unsicherheiten bremsen den Ausbau. Hier muss die Politik dringend handeln“, sagt Geschäftsführer BSW-Solar, Carsten Körnig.
Der BSW-Solar fordert insbesondere:
• eine Beschleunigung und Standardisierung von Netzanschlussverfahren für Batteriespeicher,
• die regulatorische Ermöglichung des Multi-Use-Betriebs von Batteriespeichern,
• die konsequente Nutzung von Speichern bei Redispatch-Maßnahmen und Netzengpässen statt der Abregelung erneuerbarer Energien sowie
• die Vereinfachung des Anschlusses von Batteriespeichern an bestehenden Netzanschlüssen von Erzeugungsanlagen sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen.
„Batteriespeicher senken Systemkosten, reduzieren Netzengpässe und stärken die Versorgungssicherheit. Ihr Ausbau darf nicht an vermeidbaren bürokratischen und regulatorischen Hindernissen scheitern“, so Körnig.














