Speichertechnik

Batteriespeicherkapazität weiter ausgebaut

Die Kapazität deutscher Stromspeicher hat sich in fünf Jahren mehr als verfünffacht. Laut BSW-Solar muss der Ausbau jedoch mehr als verdoppelt werden, um die Stromversorgung auf Erneuerbare Energien auszurichten.

Bild: BSW-Solar
Bild: BSW-Solar

Die Kapazität stationärer Stromspeicher hat sich in nur fünf Jahren mehr als verfünffacht. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) sind inzwischen rund 2,4 Millionen Batteriespeicher in Deutschland in Betrieb. Zumeist wurden sie in Kombination mit einer Photovoltaikanlage installiert, um den selbst erzeugten Solarstrom rund um die Uhr nutzen zu können. In Summe betrage die Gesamtspeicherkapazität damit bereits deutlich über 25 Gigawattstunden (GWh). Das reicht rechnerisch aus, um den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von über drei Millionen modernen 2-Personen-Haushalten in Deutschland zu speichern. Nach Einschätzung des BSW-Solar müsste der jährliche Ausbau von Batteriespeicherkapazitäten jedoch mehr als verdoppelt werden, um die Stromversorgung in den kommenden Jahren effizient und weitestgehend auf Erneuerbare Energien umzustellen. Dafür bedürfe es einer weiteren Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen.

Batteriespeicher sind ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Sie bringen die Stromerzeugung mit dem Stromverbrauch in Einklang, kappen Stromspitzen in der Mittagszeit, reduzieren den Netzausbaubedarf und können auch zur Notstromversorgung eingesetzt werden.

Trotz erfreulicher Zuwächse in den letzten Jahren befindet sich der Speicherausbau in Deutschland nach Einschätzung von Energieexperten noch nicht auf der Zielgeraden. Nach Meinung des BSW-Solar muss die installierte Batteriespeicherkapazität bis 2030 auf rund 100 GWh vervierfacht werden.

Nach einer vorläufigen Bilanz des BSW-Solar wurden 2025 knapp 600.000 neue stationäre Batteriespeicher mit einer Kapazität von insgesamt rund 6,5 GWh neu in Betrieb genommen. Dies entspricht einem leichten Kapazitätsplus gegenüber dem Vorjahr 2024 in Höhe von rund fünf Prozent. Während die Nachfrage nach Heimspeichern gegenüber 2024 um rund acht Prozent zurückging, boomte der Markt für neu installierte Groß-Batteriespeicher der Megawattklasse. Er konnte sich nach Verbandsangaben mehr als verdoppeln. Ein Kapazitätsplus in Höhe von immerhin rund 30 Prozent verzeichneten 2025 neu installierte Gewerbespeicher.

Auch für das Jahr 2026 erwartet der BSW-Solar ein weiteres Marktwachstum bei Großspeichern. Im Heimsegment werde die weitere Investitionsbereitschaft stark von der Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens für die Photovoltaik und für Wärmepumpen abhängen. Für ihre Nutzer ist die Kombination aller drei Energiewende-Technologien von besonderem Vorteil. Auch für den Klimaschutz zahlt sie sich besonders aus.

„Damit Speicher ihr volles Potenzial entfalten können, sollten Netzanschlussverfahren beschleunigt werden und Netzentgeltregeln künftig Anreize zur Systemdienlichkeit enthalten. Zudem müssen schnell massengeschäftstaugliche Prozesse geschaffen werden, unter anderem durch Digitalisierung bei den Netzbetreibern, und Speicher lösungsorientiert in den Redispatch integriert werden“, erklärt der Hauptgeschäfteführer des BSW-Solar, Carsten Körnig.

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