500.000 Wärmepumpen?

BDH und BWP fordern wettbewerbsfähigen Strompreis

In einem am Montag vorgelegten gemeinsamen Positionspapier fordern Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie und der Bundesverband Wärmepumpe eine Strompreisentlastung von den Regierungsfraktionen.

BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel und BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Foto: BWP | BDH
BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel und BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Foto: BWP | BDH

Hintergrund ist das Ziel der Bundesregierung, ab 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen in deutsche Heizungskeller zu bringen.

Im Vertrauen auf den erwarteten Wärmepumpenhochlauf hatte die Industrie milliardenschwere Investitionen für den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten angestoßen. Insbesondere die politischen Debatten hätten in diesem Jahr jedoch für eine starke Verunsicherung im Markt gesorgt. So sei laut BDH und BWP die Zahl der Förderanträge beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 70% zurückgegangen.

In ihrem Papier betonen die Verbände einen reduzierten Strompreis als einen ausschlaggebenden Faktor, um die Nachfrage wieder anzukurbeln. 

Im Kern fordern BDH und BWP die Politik auf, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum abzusenken. Darüber hinaus solle der Mehrwertsteuersatz für Wärmepumpenstrom auf 7% abgesenkt werden. Die Verbände rechnen vor, dass beide Maßnahmen zu Einsparungen von gut 4 ct/kWh führen.

“Die Heizungsindustrie hat große Investitionen in den Ausbau der Produktionskapazitäten getätigt, um den Wärmepumpenhochlauf möglich zu machen. Nun ist die Politik am Zug, geeignete Rahmenbedingungen zu gestalten. Dazu gehört neben einer Unterstützung bei der Investition auch ein wettbewerbsfähiger Strompreis”, betont BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt.

Dem schließt sich Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer BWP, an: „Das Ziel von 500.000 Wärmepumpen ab 2024 kann nur durch das Zusammenspiel aus Ordnungsrecht, Förderung und eben Energiepreisen erreicht werden. Daher fordern BDH und BWP gemeinsam die Bundesregierung auf, Gebäudeeigentümern insbesondere über die Senkung der Stromsteuer wieder Orientierung zu geben.“

Printer Friendly, PDF & Email
06.11.2025
ETS-2
Am Donnerstag sprachen Vertreter von Bundesverband Wärmepumpe, Verband der Elektro- und Digitalindustrie sowie herstellender Industrie mit Politik und Presse über die Vorschläge zum ETS-2 aus Brüssel...
20.10.2025
VDI
Der VDI fordert, dass der Klima- und Transformationsfonds (KTF) ausreichend Mittel für die Transformation der Gebäudewärme in Richtung Klimaneutralität bereitstellt.
22.04.2026
Kommunizieren zwischen gestern und morgen
Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. lud am 21. April zum politischen Jahresempfang ins Museum für Kommunikation in Berlin.
22.01.2026
Im Gespräch
Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche tauschten sich in München mit dem Bayerischen Staatsminister für Energie und Wirtschaft Hubert Aiwanger (Freie Wähler) über die...
07.08.2026
BWP
Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut BWP/BDH-Absatzstatistik in Deutschland rund 40 % mehr Wärmepumpen abgesetzt als im Vorjahreszeitraum.
28.02.2026
Gebäudemodernisierungsgesetz
Statt den positiven Trend hin zu einer Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien aufzugreifen, wertet das Eckpunktepapier fossile Optionen politisch auf. Dies gefährdet Klima und Wirtschaft.