2024 wurden in Deutschland 20 Mio. t Treibhausgase weniger als ein Jahr zuvor freigesetzt, insgesamt aber noch immer rund 650 Mio. t. Die Entwicklung in den einzelnen Sektoren unterscheidet sich deutlich. Während insbesondere die Energiewirtschaft weiterhin einen maßgeblichen Beitrag zur Emissionsminderung leistet, zeigen sich im Gebäudesektor, Verkehr und Industrie nur geringe oder stagnierende Veränderungen.
Emissionen nach Sektoren
Mit einer Abnahme um knapp über 15 Mio. t CO₂-Äquivalente bzw. 7,4% gegenüber dem Vorjahr verzeichnet der Sektor Energiewirtschaft erneut einen starken Rückgang. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die deutlich gesunkene Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle. Der Rückgang der Kohleverstromung wird auch durch den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ausgeglichen, die 2024 den größten Anteil an der Stromerzeugung hatten. Ein weiterer Treiber war ein deutlich gestiegener Stromimportüberschuss, dass also mehr Strom als im Vorjahr importiert als exportiert wurde. Auch die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung wirkte sich emissionsmindernd aus.
Im Gebäudesektor gingen die Emissionen um 2,4 Mio. t auf rund 100 Mio. t CO₂-Äquivalente (minus 2,3) zurück. Dabei wirkten nicht zuletzt die milderen Witterungsbedingungen im Vergleich zum Vorjahr als emissionssenkender Treiber. Im Jahr 2024 wurden zwar deutlich weniger neue Wärmepumpen installiert als im Rekordjahr 2023. Durch die erfolgten Neuinstallationen ist der Bestand im Vergleich zum Vorjahr dennoch um etwa 10%t gestiegen. Zusammen mit den tiefengeothermischen Anlagen wurden im Jahr 2024 insgesamt 14% mehr Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen als im Vorjahr.
In der Industrie blieben die Emissionen nahezu unverändert bei nunmehr rund 149 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Die Entwicklung ist jedoch in den verschiedenen Industriebranchen sehr unterschiedlich: Emissionssteigerungen durch eine wirtschaftliche Erholung in der chemischen Industrie und der Eisen-Stahl-Industrie wurden durch Emissionsrückgänge in der Baustoffindustrie, insbesondere durch eine geringere Zementklinkerherstellung, ausgeglichen.
Mit einem nur geringfügigen Rückgang um rund 0,2% auf 144 Mio. t CO₂-Äquivalente blieben die Emissionen im Verkehr nahezu unverändert. Den größten Anteil an der Emissionsminderung hatte zwar der Straßenverkehr, absolut fällt sein Beitrag zur Minderung aber weiterhin zu gering aus. Rückgänge im Schwerlastverkehr werden von steigenden Emissionen im Inlandsflugverkehr und in der Binnenschifffahrt aufgefressen. Da zudem auch Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und motorisierte Zweiräder geringfügig mehr Emissionen verursachten, ist der Rückgang vor allem auf einen konjunkturbedingt geringeren Dieselverbrauch im Güterverkehr zurückzuführen – sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene.
In der Landwirtschaft gingen die Treibhausgasemissionen um etwa 2 Mio. t auf 61 Mio. t CO₂-Äquivalente zurück. Die Emissionen sanken vor allem durch geringere Emissionen aus landwirtschaftlichen Böden und einem geringeren Einsatz von Düngemitteln.
Im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft sanken die Emissionen um 15 Mio. t auf 58 Mio. t CO₂-Äquivalente. Dies ist zum einen ein Resultat der zurückgehenden Emissionen aus dem Wald, dessen Bestand in Teilen von den Dürrefolgen der letzten Jahre erholt hat. Zum anderen sind die im Jahr 2023 witterungsbedingt sehr hohen Emissionen aus Mineralböden unter Ackerland 2024 deutlich niedriger ausgefallen. Im Bereich der Holzprodukte hingegen ist 2024 erstmalig seit den frühen 90er Jahren wieder mehr CO₂ freigesetzt als eingespeichert worden.
Emissionen nach Treibhausgasen
Der CO₂-Ausstoß – größtenteils aus der Verbrennung fossiler Energieträger - dominiert die Treibhausgasemissionen mit 88,3%. Die übrigen Emissionen verteilen sich auf Methan (CH4) mit 6,8% und Distickstoffmonoxid (N₂O) mit knapp 3,5% (vorwiegend aus der Landwirtschaft).
Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) verursachen insgesamt etwa 1,4% der Emissionen, haben aber zum Teil sehr hohes Treibhauspotenzial. Seit 1995 sind diese Emissionen um 44,7 Prozent gesunken.
Die offizielle Schätzung für die Emissionen 2025 wird das Umweltbundesamt gemäß Klimaschutzgesetz Mitte März 2026 vorstellen.














