Umweltbundesamt

Erneuerbare Energien legten 2025 weniger stark zu

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch stieg in Deutschland im Jahr 2025 um 1,3% im Vergleich zum Vorjahr auf nun 23,8%.

Stromerzeugung, Wärme und Verkehr: Die neue UBA Studie analysiert den Zuwachs erneuerbnarer Energien in Deutschland. Cover: Umweltbundesamt
Stromerzeugung, Wärme und Verkehr: Die neue UBA Studie analysiert den Zuwachs erneuerbnarer Energien in Deutschland. Cover: Umweltbundesamt

In Deutschland gab es im vergangenen Jahr bei der Stromerzeugung witterungsbedingt lediglich einen leichten Zuwachs, während die erneuerbare Wärmeerzeugung deutlich zulegte. Im Verkehr wurden mehr Biokraftstoffe und erneuerbarer Strom genutzt als im Vorjahr. Dies zeigt das Hintergrundpapier „Erneuerbare Energien in Deutschland – Daten zur Entwicklung im Jahr 2025“ des Umweltbundesamtes.

Erneuerbarer Strom – weiterhin Eckpfeiler der Energiewende

Nach aktuellen Auswertungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) wurde im Jahr 2025 in Deutschland mit 290 Terawattstunden (TWh) rund ein Prozent mehr erneuerbarer Strom erzeugt als noch im Vorjahr. Bei leicht sinkender Stromnachfrage stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch von 54,4% im Jahr 2024 auf 55,1% im Jahr 2025. 

Maßgeblich für die in den letzten Jahren positive Entwicklung sind weiterhin Windenergie und Photovoltaik. Beide sind inzwischen für über drei Viertel des erneuerbaren Stroms verantwortlich. Allerdings sorgten im Jahr 2025 ein historisch windschwaches Frühjahr und sehr trockenes Wetter für ungewöhnlich schlechte Witterungsbedingungen für Wind- und Wasserkraft. Die Rückgänge dieser beiden Energieträger wurden durch den anhaltenden Zubau neuer Photovoltaikanlagen und vergleichsweise sonniges Wetter aufgefangen. 

Trotz der ungünstigen Witterung stellten Windenergieanlagen an Land und auf See mit 134 TWh den Löwenanteil des grünen Stroms bereit. Windenergie ist damit weiterhin der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Nach einer Reihe von Jahren mit vergleichsweise wenig neu zugebauten Windenergieanlagen kam der Zubau im vergangenen Jahr wieder stärker in Fahrt (plus 5.100 Megawatt (MW), insgesamt 77.900 MW Gesamtleistung). Viele Genehmigungen deuten darauf hin, dass sich der Trend in diesem Jahr weiter beschleunigen könnte.

Die Solarstromerzeugung nahm auch aufgrund der sonnigen Witterung auf insgesamt 91,6 TWh zu (plus 21%). Die Photovoltaik ist damit nach der Windenergie und vor Braunkohle und Erdgas der zweitwichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Zudem blieb der Ausbau gegenüber dem Vorjahr stabil: Die installierte Leistung des PV-Anlagenparks stieg innerhalb der letzten 12 Monate um etwa 17% (plus 17.600 MW) und erreichte zum Ende des Jahres 2025 eine installierte Gesamtleistung von fast 120 GW. 

Aufgrund eines außergewöhnlich trockenen Jahres lag die Stromerzeugung aus Wasserkraft hingegen erheblich unter dem Vorjahreswert. Die Stromerzeugung aus Biomasse und biogenem Abfall blieb ebenfalls leicht unter dem Vorjahresniveau. 

Der Ausbau der Photovoltaik liegt bisher auf Kurs, um die Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu erreichen. Bei Windenergieanlagen an Land und auf See bedarf es zur Zielerreichung einer weiteren Beschleunigung. Hinreichend erneuerbarer Strom für die Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors ist zudem eine zentrale Voraussetzung für die Erreichung der deutschen Klimaschutzziele und der Ziele der Energieunion der EU.

Erneuerbare Wärme weiterhin durch Biomasse dominiert 

Mit einem Anteil von 84% (175 TWh) war Biomasse auch im Jahr 2025 mit großem Abstand die wichtigste erneuerbare Wärmequelle. Dabei dominierte die Nutzung von fester Biomasse (weit überwiegend Holz) mit 136 TWh. Gasförmige und flüssige Bioenergieträger steuerten 25 TWh und biogener Abfall weitere 14 TWh bei. Insgesamt stieg die energetische Nutzung der Biomasse im Wärmebereich vor allem aufgrund der kühleren Witterung um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. 

Wärmepumpen bleiben ein Treiber der Wärmewende

Neben den Biomassen trugen Umweltwärme und Geothermie mit 25 TWh bedeutend zur erneuerbaren Wärme bei. Die durch Wärmepumpen nutzbar gemachte Erd- und Umweltwärme wuchs um 17% im Vergleich zum Vorjahr an. Hier machte sich der gestiegene Absatz von Wärmepumpen in den letzten zwei Jahren bemerkbar. Solarthermie steuerte mit 9 TWh etwa 4% zur erneuerbaren Wärme bei. Die mit Solarthermieanlagen erzeugte Wärmemenge stieg wegen der sonnigen Witterung an, obwohl der Anlagenbestand leicht rückläufig war.

Die insgesamt erzeugte erneuerbare Wärmemenge nahm im Vergleich zum Vorjahr um knapp 6% auf nunmehr 210 TWh zu. Da gleichzeitig witterungsbedingt auch der gesamte Wärmebedarf – und damit auch der Verbrauch fossiler Heizenergieträger – leicht zulegte, erhöhte sich der Anteil der erneuerbaren Energieträger von 18,2 im Jahr 2024 auf 19,0% im Jahr 2025.

Mehr Biokraftstoffe und mehr grüner Strom im Verkehrssektor

Auch im Jahr 2025 blieb der Verkehrssektor der Bereich mit der geringsten Verbreitung erneuerbarer Energien. Der Einsatz von Biokraftstoffen stieg gleichwohl um gut 9% an. Zudem wurden 12% mehr erneuerbarer Strom im Verkehr verbraucht als im Vorjahr.

Insgesamt erhöhte sich somit der Endenergieverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern im Verkehr um 10,0% (auf knapp 48 TWh). Gleichzeit wuchs auch der gesamte Endenergieverbrauch im Verkehr um rund 2% an. Der Anteil am gesamten Endenergieverbrauch im Verkehr stieg daher von 7,4 im Vorjahr auf 8,0% an.

Gesamtanteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch 

Insgesamt ergibt sich unter den spezifischen Berechnungsvorgaben der europäischen Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen (2018/2001/EU) ein vorläufiger Gesamtanteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch von 23,8% im Jahr 2025. Mit dem 2024 aktualisierten Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) hat sich Deutschland verpflichtet, einen Anteilswert von 41% im Jahr 2030 zu erreichen. 

Treibhausgase in Höhe von 265 Mio. t CO2-Äquivalenten vermieden

Durch den Ersatz fossiler durch erneuerbare Energieträger sinken die fossilen Treibhausgasemissionen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist somit eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen insgesamt 265 Mio. t CO2-Äquivalente durch den Einsatz erneuerbarer Energien vermieden. Davon entfielen rund 207 Mio. t CO2-Äquivalente auf den Stromsektor, 43 Mio. t CO2-Äquivalente auf den Wärmesektor und etwa 15 Mio. t CO2-Äquivalente auf den Einsatz von erneuerbarem Strom und Biokraftstoffen im Verkehr.

Weitere Informationen

Die vorgenannten Zahlen stammen von der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), deren Geschäftsstelle im Umweltbundesamt (UBA) angesiedelt ist. Die AGEE-Stat bilanziert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) die Nutzung der erneuerbaren Energien. Sie hat auf der Grundlage aktuell verfügbarer Daten das Hintergrundpapier „Erneuerbare Energien in Deutschland – Daten zur Entwicklung im Jahr 2025“ erstellt. Die Daten werden im Laufe des Jahres nach Vorliegen weiterer belastbarer Informationen durch die AGEE-Stat aktualisiert und dienen als Grundlage für nationale und internationale Berichtspflichten.

 

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