Deneff-Faktenpapier

Ohne Gebäudesanierung drohen Stillstand und Jobverluste

Neue Prognos-Zahlen zeigen, dass die Gebäudesanierung bis zu 3,4% zum Bruttoinlandsprodukt beitragen könnte. Ohne sie drohen Stillstand und Jobverluste. 

Bild: stock. adobe.com/ Trueffelpix
Bild: stock. adobe.com/ Trueffelpix

Deutschland erlebt gerade das dritte Jahr in Folge ohne Wirtschaftswachstum. Jetzt zeigen neue Berechnungen der Prognos AG im Auftrag der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) e. V. erstmals: Die energetische Ertüchtigung des Gebäudebestands ist eine deutlich wichtigere Säule der deutschen Volkswirtschaft als bisher bekannt und hat enormes und realistisches Potenzial, als nachhaltiger Wachstumsmotor zu dienen.

Das Faktenpapier im Überblick:

  • Tragende Säule der Volkswirtschaft: Schon heute hängen 2,5% des BIP (2023) an der energetischen Gebäudesanierung. Das umfasst Investitionen in Gebäudehülle, Heizung und Gebäudetechnik. 600.000 Jobs werden direkt gesichert – vor allem im Handwerk, Baugewerbe und innovativem Mittelstand.
  • Konjunkturprogramm mit Langzeitwirkung: Bis zu 3,4% mehr BIP sind mittelfristig möglich, wenn die energetische Sanierungsrate wie klimapolitisch notwendig schrittweise auf 1,7–1,9% pro Jahr steigt. Umgekehrt: Ein weiterer Rückgang der Investitionen gefährdet akut Wachstum und Arbeitsplätze.
  • Machbar und lohnend: Die heutigen Investitionen in den Gebäudesektor müssten nur moderat um 11% steigen, um Energie- und Klimaziele zu erreichen. Diese Zusatzinvestitionen können oft mit ohnehin anstehenden Instandhaltungen gekoppelt werden und rechnen sich über Energieeinsparung und Werterhalt/-steigerung.

Henning Ellermann, Geschäftsführender Vorstand der DENEFF unterstreicht: "Kaum jemand sieht, was in jedem Landkreis bereits heute an regionalen Investitionen, Konjunktur und Jobs mit der energetischen Gebäudesanierung verbunden ist. Raus aus der wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Misere kommt Deutschland nur, wenn wir endlich beherzt den Hebel umlegen für diese Investitionen."

Würde die Gebäudesanierung hingegen weiter politisch vernachlässigt oder beschädigt, drohten massive Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzverluste, so Ellermann. "Jeder Tag ohne Klarheit kostet Jobs und vernichtet Werte. Planungssicherheit und klare Leitplanken sind das A und O. Wir reden hier ja nicht über einen Impulskauf im Supermarkt. Wichtige Investitionen liegen auf Eis wegen Verunsicherung durch ständige Richtungsdiskussionen. Ein Wahnsinn."

Alle Zahlen und Fakten finden Sie im Factsheet Wirtschaftsfaktor Gebäudesanierung

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