Die Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz verunsichert weiterhin Eigentümerinnen, Mietende, Handwerksbetriebe und Investoren: Projekte werden verschoben oder gestoppt, der Sanierungstau wächst, Energie wird unnötig verschwendet und Heizkosten bleiben hoch.
Ziel der DENEFF Vorschläge ist ein einfacher, verlässlicher Rahmen, der Investitionen auslöst, ohne verwirrenden Systemwechsel oder Zickzackkurs. Christian Noll, geschäftsführender Vorstand: „Die Menschen brauchen endlich Klarheit statt Politik-Pingpong. Ein modernes GMG kann die Heizungsdebatte entkrampfen – und gleichzeitig Energie sparen, Kosten senken und Investitionen auslösen.“
DENEFF und EDL_HUB betonen, es gehe um mehr als Klimaschutz: "Energetische Modernisierungen senken den Energiebedarf und wirken damit als Kostenbremse für Haushalte, Unternehmen und Staat. Gleichzeitig sind sie ein zentraler Konjunkturhebel: Rund 600.000 Arbeitsplätze und etwa 2,5% des BIP hängen in Deutschland an der energetischen Gebäudesanierung. Effizientere Gebäude bedeuten weniger Energieimporte, mehr Resilienz und damit mehr Sicherheit und Unabhängigkeit.
„Wir müssen raus aus der verfahrenen Heizungsdebatte und rein in eine Modernisierungsoffensive. Eine verständliche, bezahlbare und flexible Ausgestaltung muss jetzt wieder Verlässlichkeit herstellen, sodass wieder geplant, modernisiert und gebaut wird“, heißt es von von den Organisationen zum Vorschlagspaket.
Fünf Punkte, die die Diskussion entknoten und die Sanierungsbremse lösen
1. Bewährtes System behalten – EU-Vorgaben pragmatisch umsetzen
Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll auf der bekannten Anforderungslogik des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes aufbauen und dabei Effizienz und Erneuerbare Energien weiterhin klar berücksichtigen. Die EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie (EPBD) muss und kann dann auch zügig umgesetzt werden. Der Nullemissionsstandard für den Neubau ist leicht und wirtschaftlich erreichbar und kann Orientierung geben, damit Investitionen wieder anlaufen.
2. Sanierung da starten, wo sie am meisten bringt: die schlechtesten Gebäude zuerst
Wer Heizkosten wirkungsvoll senken will, muss bei den Gebäuden mit den höchsten Verbräuchen ansetzen („worst first“). Die DENEFF und der EDL_Hub schlagen dafür pragmatische Mindeststandards für Nichtwohngebäude (wie EU-rechtlich gefordert) vor. Außerdem sollten klare, aber freiwillige Orientierungswerte für Wohngebäude gesetzt werden, gekoppelt mit Unterstützung und möglichst wenig Bürokratie. Das hilft, den Sanierungstau abzubauen und die Energiekostenspirale zu stoppen, weil die größten Einsparpotenziale zuerst gehoben werden.
3. Heizungsregeln entwirren: verständlich, leistbar, flexibel
Die Anforderungen an neue Heizungen können laut DENEFF und EDL_Hub deutlich entschlackt werden, ohne erneute Verunsicherung durch einen kompletten Neustart. Kernidee: Heizungstausch als sinnvoller Anlass für den Umstieg auf überwiegend erneuerbare Optionen beibehalten, pauschale Erfüllungsoptionen (weniger Nachweisstress) sichern. Zudem sollen Betriebsoptimierung und Monitoring gestärkt werden, damit Anlagen im Alltag wirklich sparsam laufen. Wo möglich, sollen bei Inspektionspflichten digitale Lösungen anerkannt werden.
4. Mehr Durchblick statt Papierchaos: digitale Energieausweise und Gebäudedatenbank
Heute bremst Intransparenz Investitionen. Deshalb sollen Energieausweise vergleichbarer, digitaler und nutzerfreundlicher werden und in eine nationale Gebäude- und Energiedatenbank einfließen. Das schafft Orientierung (z. B. bei Kauf, Miete und Finanzierung), reduziert Doppelarbeit und macht es den Behörden einfacher: ein echter Modernisierungsschub statt zusätzlicher Bürokratie.
5. Innovationen schneller möglich machen
Wenn Berechnungsnormen dem Stand der Technik hinterherhinken, werden oft gerade die günstigeren, effizienteren Lösungen ausgebremst. Der Vorschlag: Bezug auf die aktuellsten Normen und eine Anpassung der Kriterien durch Einführung eines Innovations‑Korrekturfaktors, der neue Technologien schneller in die Praxis bringt.
Was jetzt entscheidend ist
Ein Gebäudemodernisierungsgesetz wirke nur dann schnell und sozial, wenn Gesetz, Förderung, CO₂-Bepreisung sowie Beratung und Information zusammenpassen – und wenn Politik Verlässlichkeit statt Dauerdebatte lieferten, bekräftigen DENEFF und EDL_Hub. Das sei der Schlüssel, um Verunsicherung zu beenden, den Sanierungstau aufzulösen und Heizkosten dauerhaft zu senken.














