Lebenszyklus-Fahrplan bereitet Gebäudesektor auf kommende europäische THG-Regeln vor
Mit der Abstimmung im Industrieausschuss über die Neufassung der EU-Gebäuderichtlinie hat nun die dritte der drei EU-Institutionen den Willen bekräftigt, künftig auch die Lebenszyklus-THG-Emissionen von Gebäuden zu erfassen und zunächst offenzulegen.
Eine finale Version der EU-Gebäuderichtlinie wird für den Spätsommer erwartet. Einige Mitgliedsstaaten, darunter Frankreich und Dänemark, gehen schon einen Schritt weiter. Dort dürfen neue Gebäude nur dann errichtet werden, wenn auch die bauwerksbedingten Emissionen unterhalb verbindlicher Grenzwerte liegen.
„Es ist klug, die Förderung von Neubauten in Zukunft an die Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen zu koppeln. Dazu sollten künftig auch Prognosen zum Lebenszyklus eines Gebäudes gehören. Deutschland geht da einen richtigen und wichtigen Schritt“, sagt Alexander Bonde, der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Denn die Circular Economy, also eine umfassende Kreislaufwirtschaft, ist ein Schlüssel zum Gelingen des Klimaschutzes.“
„Deutschland sollte die Grenzwerte für die bauwerksbedingten Emissionen auch rechtlich verankern", sagt BPIE-Exekutivdirektor Oliver Rapf. "Wir sehen in den Vorreiterländern, dass dies eine starke Dynamik im Bausektor auslöst und die notwendige Veränderung in Richtung Reduktion der Lebenszyklusemissionen anschiebt. Damit ist Deutschland auch auf kommende EU-Anforderungen vorbereitet“.
In einem Lebenszyklus-Fahrplan für Gebäude in Deutschland hat BPIE weitere wichtige politische Stellschrauben und nächste Schritte für die Reduzierung von THG-Emissionen herausgearbeitet. Dazu zählt die Einführung von Gebäuderessourcenpässen, ihre Integration in Digitale Gebäudelogbücher und eine erweiterte Herstellerverantwortung, um die Kreislaufführung von Baustoffen und Bauteilen anzureizen.
Die DBU hat die Erstellung des Fahrplans im Rahmen des Projektes Eine Lebenszyklusperspektive für Gebäude - Vergleichende Analyse der Rahmenbedingungen und Akteurslandschaft zur Einschätzung der Machbarkeit einer Kreislaufwirtschaft im Gebäudesektor finanziell unterstützt.















