Leistungsfähige Bauforschung für klimaneutrales, bezahlbares und digitales Bauen braucht mehr Förderung
Im Gebäudesektor müssen Klimaneutralität, Ressourceneffizienz, Digitalisierung und bezahlbarer Wohnraum gleichzeitig vorangebracht werden – und das vor allem im Bestand. Der offene Brief kritisiert, dass die aktuelle Forschungsförderung diesen Aufgaben nicht gerecht wird und verweist auf den hohen Bedarf, der sich u. a. in einer starken Überzeichnung der Förderplattform „Zukunft Bau“ zeigt. Die Unterzeichnenden unterstreichen zudem die wirtschaftliche Relevanz: Eine leistungsfähige Bauforschung ist Voraussetzung dafür, dass Deutschland als Wirtschafts- und Innovationsstandort im Bauen international konkurrenzfähig bleibt.
Die Technische Universität Berlin hat den Brief gemeinsam mit weiteren Universitäten in Deutschland mit initiiert.
5 bis 10 Mio. Euro pro Jahr: Stärkung von „Zukunft Bau“ und Transferforschung
Konkret fordert das Bündnis, die Förderung der Grundlagen- bzw. Laborforschung über das Innovationsprogramm „Zukunft Bau“ sowie die Transferforschung über das Bundesforschungszentrum für klimaneutrales und ressourcenschonendes Bauen schrittweise um jeweils 5 bis 10 Mio. Euro pro Jahr zu erhöhen und beides zentral durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu koordinieren und zu synchronisieren.
Zu den Themen, bei denen deutsche Forschungsinstitutionen internationale Beachtung erlangt haben, gehören etwa
- ressourceneffizientes und nachhaltiges Bauen im Kontext der Kreislaufwirtschaft
- Nutzung biogener Baustoffe zur Kohlenstoffspeicherung und Substitution mineralischer Materialien
- Lebenszyklusanalysen im Gebäudebereich, CO2-Emissionen und Lebenszykluskosten
- einfach Bauen - bezahlbares Bauen durch robuste Architektur und Reduzierung der Komplexität
- digitale Planung, robotische Fabrikation und 3D-Druck
- serielles Bauen zur Wohnraumschaffung und Sanierung
In den 90er Jahren war Deutschland beispielsweise weltweit führend in Forschung und Entwicklung neuartiger Fassadensysteme. Hier müsse angeknüpft werden. Eine bessere Ausstattung der Bauforschung sei eine große Chance für den Wirtschaftsstandort.
Prof. Eike Roswag-Klinge (TU Berlin), Präsident der Architektenkammer Berlin und Mitunterzeichner des Briefes, betont: „Wenn wir Klimaschutz, Ressourceneffizienz und bezahlbares Bauen ernst nehmen, brauchen wir jetzt eine Forschungsförderung, die Tempo und Breite der Transformation abbildet. Zukunft Bau und das Bundesforschungszentrum müssen klug verzahnt und substanziell besser finanziert werden – damit Innovationen schneller aus der Forschung in die Praxis kommen.“
Der offene Brief ist von zahlreichen Wissenschaftler*innen unterzeichnet – darunter mehrere Professor*innen der TU Berlin.














