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Initiative der Gaswirtschaft startet mit neuem Namen ins neue Jahr

Mit dem neuen Namen Zukunft Gas zeigt die Initiative der deutschen Gaswirtschaft den Wandel des Sektors, den Einzug erneuerbarer Gase und ihren Willen, die Klimawende aktiv mitzugestalten.

„In den letzten Jahren hat sich die Gaswirtschaft rasant verändert. Die Branche hat ambitionierte Klimaziele formuliert“, resümiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative. Die Umbenennung von Zukunft ERDGAS in Zukunft Gas ist das Resultat eines Positionierungsprozesses, an dem die Mitgliedsunternehmen beteiligt waren. Zukunft ERDGAS wurde im Jahr 2013 gegründet, als die ersten Klimaschutzziele formuliert und der Ausstieg aus der Atomkraft breit diskutiert wurden. Zukunft Gas spiegelt den zwischenzeitlichen Wandel der Gaswirtschaft wider, die ihr Produkt von Erdgas hin zu klimaneutralen Gasen wie Biogas und Wasserstoff weiterentwickelt.

Die deutsche Gaswirtschaft ist schon lange mehr als das erfolgreiche Produkt Erdgas. Effiziente Heiztechnologien, die Brennstoffzelle im Heizungskeller, Biogas, seine Verwendung und Speicherung im Gasnetz oder Innovationen zur klimaneutralen Gewinnung von Wasserstoff haben zum Wandel beigetragen. „Mit dem neuen Namen unterstreicht die Gaswirtschaft ihre aktive Transformation in Richtung Klimaneutralität. Gas mit seiner breit ausgebauten Infrastruktur ist neben Strom die zweite Säule der zukünftigen Energieversorgung“, erklärt Kehler.

Gas, ob Erdgas oder grünes Gas, bleibt demnach ein wichtiger und unverzichtbarer Partner der Energiewende. Im vergangenen Jahr lag der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch bei fast 27 %. Im Zuge des Ausstiegs aus Kohle- und Atomenergie wird dieser Anteil in den kommenden Jahren voraussichtlich noch wachsen. Unterstützend kann der steigende CO2-Preis wirken, auch wenn es weiterer Veränderungen in der politischen und der Förderlandschaft bedarf, damit Reallabore in Gang kommen und eine Hochskalierung möglich wird, sagt Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG. Die Technologien stünden fertig am Start.

Für die Zukunft sieht Kehler einen festen Platz für gasförmige Energieträger im deutschen Energiemix: „Viele Mitgliedsunternehmen treiben bereits seit mehr als zehn Jahren die Entwicklung von Power-to-Gas-Anlagen voran. Sie investieren in das Erdgasnetz und bauen daraus ein Speicher- und Transportmedium für erneuerbare Energien auf. Und sie produzieren wasserstofffähige Gasthermen und innovative Brennstoffzellen-Heizungen.“

Wasserstoff kann mit den entsprechenden Technologien auch aus Erdgas klimaneutral gewonnen werden. Aus Elektrolyseuren gewonnene Mengen genügten nicht, um den Wasserstoffanteil im Energienetz aus dem Megawatt- in den für die Eenrgiewende notwendigen Gigawattbereich zu treiben.

Im Erdgasnetz könne etwa Wasserstoff zurzeit erst mit einem Anteil von 2% eingespeist werden, so Heitmüller. Technisch möglich sind jedoch 20% und mehr. Insbesondere im Ostteil des Landes bestünden damit Erfahrungen aus der Zeit, bevor die Heizenergieversorgung von Stadt- auf Erdgas umggestellt wurde.

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