EBPD

Faktencheck

Verbraucher-, Umwelt- und Wirtschaftsverbände klären über geplante EU-Standards für Gebäudesanierung auf.

detailfoto/stock.adobe.com
detailfoto/stock.adobe.com

Die EU-Parlamentsabstimmung zur europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) hat eine hitzige Debatte über die mit der laufenden Novelle geplanten Mindesteffizienzstandards zur Sanierung der energetisch schlechtesten Gebäude eröffnet. Falschinformationen zu Kosten und Machbarkeit haben in diesem Zusammenhang für große Verunsicherung gesorgt.

Um die Debatte zu versachlichen, haben VZBV, DUH und DENEFF gemeinsam einen Faktencheck zu diesem zentralen Instrument für den Klimaschutz im Gebäudesektor zusammengestellt.

Was steht drin? Die Verbände werfen ein Licht auf nachfolgende Fragen:

  • Was plant die EU für den Gebäudesektor?
  • Warum tut die EU das?
  • Hat Deutschland nicht schon einen vergleichsweise guten Gebäudebestand?
  • Was bedeuten die EU-Pläne konkret für Gebäudeeigentümer?

“Die von der EU geplanten Standards können endlich für klare Leitplanken sorgen, wo es mit dem Gebäudebestand hingehen soll. Das bietet Planungssicherheit und Orientierung sowohl für Immobilieneigentümer und -eigentümerinnen als auch für Handwerk und Industrie. Wir brauchen jetzt schnell Klarheit, weswegen die Richtlinie zügig zu Ende verhandelt werden muss.”, sagt DENEFF-Geschäftsführer Henning Ellermann. Momentan hätten noch nicht einmal die konkreten Verhandlungen zwischen EU-Kommission, Rat und Parlament begonnen. Haltlose Behauptungen und das bewusste Schüren von Ängsten seien unseriös und grenzten an Desinformation, so Ellermann weiter.

Einigkeit zwischen den drei EU-Organen bestehe bisher darin, dass die Einführung von Mindesteffizienzstandards für die schlechtesten Bestandsgebäude sinnvoll und notwendig ist, so die Verbände. Klar sei aber im Umkehrschluss, dass der Großteil des Gebäudebestandes kurz- bis mittelfristig gar nicht unter die neuen Vorgaben fallen werde. Die Idee sei, schrittweise vorzugehen, Vorlaufzeiten und Flexibilität einzuräumen und die Standards in ein System aus ausreichender Förderung und Beratung einzubetten.

„Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer müssen keine explodierenden Kosten fürchten, auch da umfangreiche Teilsanierungen gar nicht Teil der Debatte sind. Im Gegenteil könnten Bewohner, die aufgrund rasant gestiegener Energiekosten am stärksten von Energiearmut betroffen sind, von der Sanierung der energetisch schlechtesten Gebäude profitieren. Die staatliche finanzielle Unterstützung muss in jedem Fall aber auskömmlich sein.“, sagt Dr. Thomas Engelke, Leiter des Teams Energie und Bauen beim VZBV.

Die Verbände heben zudem hervor, dass ohne eine ambitionierte europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden die Klimaziele der EU nicht zu schaffen seien. Auf den Gebäudesektor entfallen in der gesamten Europäischen Union 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, ist sich sicher: „Die energetische Sanierung der bestehenden Gebäude spielt eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz. Sie kann den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren. Ein deutlich verringerter Energieverbrauch ist zudem unabdingbar für eine bezahlbare Energiewende.“

Faktencheck: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den geplanten Mindest-Effizienzstandards in der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD)

Printer Friendly, PDF & Email
08.06.2026
GModG
Viele Nichtwohngebäude haben ein großes Energie- und Kosteneinsparpotenzial. Um die Effizienz den Mindeststandards anzupassen, reichen meist einfache Maßnahmen aus, die sich schnell refinanzieren.
06.05.2026
GModG
Die Bundesregierung hat den Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes, der vergangene Woche bekannt wurde, in die Ressortabstimmung gegeben.
22.09.2026
Offener Brief
Eine breite Verbändeallianz aus Eigentümervertretern, Immobilienwirtschaft, Handwerk und Bauindustrie fordert von der Bundesregierung, die Einnahmen aus dem ETS verlässlich in...
03.12.2025
VDMA Armaturen
In seinem Positionspapier zur GEG-Reform fordert der Lenkungsausschuss Heizungsarmaturen des VDMA, dass die TGA bei der Reform des GEG und der möglichen Umsetzung der EPBD stärker in den Mittelpunkt...
07.11.2025
Analyse zur GEG-Novelle
Die neue Publikation des VDMA Gebäudetechnik zeigt, dass die GEG-Novelle Energieeffizienz, Komfort, Gesundheit und Resilienz im Gebäudebetrieb sinnvoll zusammenführen kann – sofern Bewährtes gesichert...
09.12.2025
Bundesweite Immobilienanalyse
Fast 60 % der Häuser auf dem aktuellen Immobilienmarkt befinden sich innerhalb der schlechtesten Energieeffizienzklassen E bis H. Dies ergibt eine Analyse des Climate-Tech-Unternehmens Purpose Green.