1,5°-Grenze kann nur mit Erneuerbaren eingehalten werden
Unter dem Motto Energiewende – Securing a Green Future diskutieren am 28. und 29. März 2.000 Teilnehmende aus fast 100 Ländern über Strategien für den intelligenten Umbau der globalen Energiesysteme zur Klimaneutralität.
Eröffnet wurde der Energiewende-Dialog von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. Der Ukrainekrieg habe deutlich gemacht, wie krisenanfällig fossile Energieträger sind, sagt sie. Billiges Gas und Öl der vergangenen Jahrzehnte werden bezahlt durch Gefahren für die europäische Sicherheit und die dramatischen Preisschwankungen, denen der Markt täglich ausgesetzt ist.
Der Umbau im Heizungskeller sei demnach ein Teil der Sicherheitsstrategie der Bundesregierung, die Energiewende eine Transformation im Sinne der Sicherheit. Dabei gebe es keine one-size-fits-all-Lösung, so Baerbock. Transformation lebe von Innovation - in Deutschland wie auch weltweit. Es brauche pragmatische Lösungen, Kooperation und Kollaboration und Gespräche, bei denen man einander zuhört - und globale Gerechtigkeit beim Einsatz der erforderlichen Investitionen in Zukunftstechnologien.
„Wir können etwa die Hälfte des heutigen Energieverbrauchs einsparen", meint Stefan Wenzel, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz.
Vor dem Hintergrund der Klimakrise und des Ukrainekriegs befasst sich der Energiewendedialog in Berlin mit Fragen wie: Wie können wir global und gemeinsam eine nachhaltige, sichere und weitgehend unabhängige Energieversorgung aufbauen? Welchen Beitrag können erneuerbare Energien zu einer politisch stabilen, gerechten und wirtschaftlich prosperierenden Welt leisten? Denn mit einem Umstieg auf erneuerbare Energien geht nicht nur mehr Klimaschutz einher, sondern auch mehr Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung. Durch die globale Energiewende nehmen auch der Energiehandel und die Vernetzung von Staaten zu. Ein Beispiel dafür sind die Energiepartnerschaften, die Deutschland rund um den Globus unterhält.
Sonne, Wind und Wasserstoff
„Der massive Umstieg auf erneuerbare Energien ist nicht nur dringend nötig, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen, er ist zugleich eine riesige wirtschaftliche Chance für Unternehmen und Staaten", sagt Baerbock. „Die Investitionen von heute entscheiden darüber, wer in dieser neuen industriellen Revolution die Nase vorn hat. Deutschland unterstützt Partner auf der ganzen Welt dabei, ihre Chance zu ergreifen. Länder, die heute etwa in grünen Wasserstoff investieren, können die Gewinner von morgen sein. Der Ausbau von Solar- und Windkraft auch in Gebieten, wo bis heute Strom Mangelware ist, bietet Millionen Menschen auf der Welt die Aussicht auf einen Sprung aus der Armutsfalle. Der BETD ist der globale Treffpunkt für diejenigen, die diese Chance nutzen wollen oder schon vorangehen. Kenia zum Beispiel zeigt, dass es möglich ist, komplett auf Erneuerbare umzusteigen. Die weltweite Energiewende muss jetzt an Tempo zulegen – für das Klima und für unseren Wohlstand.“
Kenia ist Vorreiter bei den Erneuerbaren. Schon heute versorgt sich das Land zu 90 % damit und will bis 2030 bei 100 % sein. Zugleich soll aber das Gesamtangebot von derzeit 3 GW im Netz massiv ausgeweitet werden, so dass alle Menschen Zugang zu Energie haben. Zudem müssen sich Netzaubau und Wirtschaft gemeinsam entwickeln.
Die globale Energiewende geht nur gemeinsam
„Eine enge internationale Zusammenarbeit ist dafür Voraussetzung. Die Klimakrise erfordert mehr, nicht weniger Kooperation: für den klimaneutralen Umbau der Energiesysteme wie auch für die Dekarbonisierung der Industrie, die wir nun als nächstes einleiten müssen", sagt Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck. „Wir brauchen einheitliche Standards für grüne Wasserstoffnetze, für grünen Stahl und die klimafreundliche Produktion von Baustoffen. Wir wissen, was zu tun ist, um die Klimakrise einzudämmen. Es ist jetzt politischer Wille gefragt, ohne weiteres Zögern dies auch zu tun.“
Der Berlin Energy Transition Dialogue findet seit 2015 auf Einladung der Bundesregierung statt und wird gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar), der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Firma eclareon veranstaltet.














