Nachhaltig wohnen im „Haus der Zukunft“

Zentrale Wohnraumlüftung für energieautarkes Mehrfamilienhaus

Mit dem „Haus der Zukunft“ wurde in Bremerhaven ein Wohngebäude realisiert, das energetische Autarkie, gestalterische Zurückhaltung und technische Effizienz vereint. Beim fünfgeschossigen Neubau mit 18 Parteien spielt neben der großflächigen PV-Anlage und einem Blockheizkraftwerk die kontrollierte Wohnraumlüftung eine zentrale Rolle im energetischen Gesamtkonzept.

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In der Osterstraße in Bremerhaven wurde ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus nachhaltig und energieautark gebaut. Bild: Pluggit GmbH, München
In der Osterstraße in Bremerhaven wurde ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus nachhaltig und energieautark gebaut. Bild: Pluggit GmbH, München

Das Projekt in Bremerhaven steht exemplarisch für eine neue Generation energieeffizienter Wohngebäude im urbanen Raum. Der fünfgeschossige Neubau „Haus der Zukunft“ mit 18 Wohneinheiten wurde im KfW-40-Plus-Standard errichtet und an die Anforderungen an eine nachhaltige Bauweise nach DGNB Gold angelehnt. Neben einer umfassenden energetischen Planung lag ein besonderer Fokus auf der kontrollierten Wohnraumlüftung. Zum Einsatz kamen zwei zentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung, die jeweils an die spezifischen Anforderungen der einzelnen Wohnungen angepasst wurden. Die Auswahl der Geräte erfolgte unter Berücksichtigung von Energieeffizienz, Einbauflexibilität und Wartungsfreundlichkeit – zentrale Kriterien für die Umsetzung in einem dicht bebauten innerstädtischen Umfeld.

 

Bautafel

Objekt: Mehrfamilienhaus „Haus der Zukunft“, Bremerhaven

Architekt/Projektleitung: JPS Architekten und Ingenieure, Joost | Philipps | Tepe, Bremerhaven

Energetisches Konzept: PV-Anlage, Blockheizkraftwerk, energieautarker Betrieb

Lüftungssysteme: 10 × PluggPlan Deckengeräte PP-GH, 8 × Avent D160

Hersteller: Pluggit GmbH, München

 

Technische Integration mit architektonischem Anspruch

Die Planung der Lüftungstechnik fand in enger Abstimmung mit dem Architekturbüro JPS Architekten und der TGA-Fachplanung unter Leitung des Architekten Guido Joost statt. Ziel war es, die Technik vollständig in das gestalterische Konzept des Gebäudes zu integrieren. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die Außenluft- und Fortluftauslässe so zu positionieren, dass sie das Fassadenbild zur Straße nicht stören. Die Lösung: Alle Auslässe wurden ausschließlich auf der Hofinnenseite platziert. Für die PluggPlan Geräte wurden die Auslässe farblich an die Fensterrahmen angepasst und oberhalb der Fenster montiert. Diese Maßnahme erforderte eine präzise Abstimmung der Luftführung innerhalb der Wohnungen und eine individuelle Anpassung der Auslasspositionen.

Die Lüftungsauslässe sollten so installiert werden, dass sie aus optischen Gründen nur zur Hofinnenseite zeigen und sich dezent in die Fassade integrieren lassen. Bild: Pluggit GmbH, München

Zwei Systeme für unterschiedliche Anforderungen

Zum Einsatz kamen zwei zentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung:

In zehn Wohnungen wurden flache PluggPlan-Deckengeräte PP-GH installiert, die sich aufgrund ihrer geringen Bauhöhe speziell für die Integration in abgehängte Flur- und Baddecken eignen. Diese hier eingebauten Deckengeräte ermöglichen eine unauffällige Installation oberhalb der Sichtdecke. Dabei erfolgt die Luftverteilung über Flachkanäle, die in der Zwischendecke verlegt wurden. Die Technik kann so vollständig in die Wohnung integriert werden, ohne Fläche zu beanspruchen oder das architektonische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen. Alle Lüftungsgeräte sind zudem über Revisionsöffnungen zugänglich, was die Wartung und Inspektion erleichtert. Die Luftvolumenströme wurden je nach Wohnungsgröße zwischen 85 und 105 m³/h ausgelegt.

Die Geräte wurden über eine Flachkanalverlegung in die Zwischendecke der Flure eingebaut und sind für Reparatur- oder Wartungsarbeiten über eine Revisionsklappe zugänglich. Bild: Pluggit GmbH, München

In acht weiteren Wohneinheiten kommt das kompakte Deckenlüftungsgerät Avent D160 zur Anwendung, das sich mit bis zu 180 m³/h für größere Grundrisse eignet. Diese Module wurden ebenfalls zentral innerhalb der Wohnungen entweder im Hauswirtschaftsraum (HWR), Bad oder im Flur installiert. Hier funktioniert die Luftführung über Rundrohrleitungen. Die Systeme wurden so ausgelegt, dass eine gleichmäßige Versorgung aller Räume mit Frischluft gegeben ist.

Beide Gerätetypen haben integrierte Wärmerückgewinnungseinheiten mit hohem Wirkungsgrad und sind mit Brandschutzklappen ausgestattet, um die Anforderungen an den baulichen Brandschutz gemäß den geltenden Vorschriften zu erfüllen. Die Auslegung der Luftvolumenströme erfolgte auf Grundlage der DIN 1946-6 und berücksichtigt hygienische und energetische Anforderungen. Die Regelung der Geräte nutzt integrierte Feuchtefühler, die eine bedarfsgerechte Steuerung des Abluftvolumenstroms ermöglichen. Die Ströme können über Bedienelemente in der Wohnung manuell angepasst werden.

Luftqualität und Energieeffizienz im Fokus

Die eingesetzten Systeme gewährleisten eine kontinuierliche Frischluftzufuhr bei hoher Energieeffizienz. Die Wärmerückgewinnung geschieht über Gegenstromwärmetauscher mit einem Wirkungsgrad von bis zu 85 %. Die Systeme sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und zeichnen sich durch niedrige spezifische Ventilatorleistungen (SFP-Werte) aus. So bleibt der Stromverbrauch auch im Mehrfamilienhaus auf einem niedrigen Niveau. Die Schalldruckpegel im Wohnbereich liegen unter 25 dB(A), gemessen nach DIN EN ISO 3741, und erfüllen damit die Anforderungen an den Schallschutz im Wohnungsbau.

Zur Verbesserung der Raumluftqualität wurden zudem Zuluftfilter der Klasse ISO ePM1 ≥ 50 % eingesetzt. Sie reduzieren die Belastung durch Feinstaub, Pollen und andere luftgetragene Partikel. Insbesondere für Allergiker ist dies vorteilhaft. Die Abluft wird aus Küche, Bad, WC und HWR über separate Auslässe mit Bulpren Filtern abgeführt. Auf diese Weise wird eine effektive Feuchteregulierung und Geruchsbeseitigung sichergestellt. Die Gerätefilter sind über die Revisionsklappen zugänglich und für einen halbjährlichen bzw. jährlichen Wechsel ausgelegt. Die Wärmerückgewinnung trägt mit bis zu 1.500 kWh/a zur Primärenergieeinsparung bei. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung des KfW-40-Plus-Standards.

Fazit

Das „Haus der Zukunft“ in Bremerhaven zeigt, wie sich anspruchsvolle Architektur, nachhaltige Energieversorgung und moderne Lüftungstechnik zu einem ganzheitlichen Wohnkonzept verbinden lassen. Die Kombination aus zwei zentralen Lüftungssystemen ermöglichte eine flexible Anpassung an die baulichen Gegebenheiten. Sorgfältige Planung und Integration der Technik in die Gebäudehülle unterstreichen den hohen gestalterischen und funktionalen Anspruch des Projekts.

Eine Information der Pluggit GmbH, München

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Zentrale Wohnraumlüftung für energieautarkes Mehrfamilienhaus
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