Soziales Wohnen in denkmalgeschützter Kirche
Nach einem Teileinsturz der Dachkonstruktion im Jahr 2016 wurde die Pfarrkirche St. Thomas Morus aus den 1960er-Jahren für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Das Gebäude steht mit Kirchturm, Kirchenschiff und angrenzendem Pfarrheim unter Denkmalschutz, ein Abriss war damit trotz baufälligem Zustand keine Option. Eine klassische Sanierung durch die Gemeinde wurde jedoch aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen. Als neuer Erbpächter entwickelte der Caritasverband Leverkusen e. V. daher gemeinsam mit dem Leverkusener Architekturbüro Kollbach Bansi ein innovatives Nutzungskonzept: Neuer sozialer Wohnraum in dem ehemaligen Gotteshaus soll wohnungslosen Menschen mit professioneller Begleitung helfen, wieder ein eigenständiges Leben zu führen.
Im Zuge des Umbaus wurde die Kirche bis auf die runden Backsteinaußenmauern entkernt. Im ehemaligen Kirchenraum wurde ein eigenständiger Neubaukörper aus Beton errichtet. Von außen bleibt das historische Erscheinungsbild erhalten, im Inneren sorgt ein großzügiger, verglaster Innenhof im ehemaligen Altarraum für Tageslicht in den neu entstandenen Apartments. Insgesamt entstehen 15 Wohneinheiten mit jeweils rund 20 bis 25 m². Ergänzt wird das Angebot durch Gemeinschaftsräume für Kochen und Aktivitäten sowie einen Quartierstreff im ehemaligen Gemeindehaus.
Daten und Fakten
Objekt: Thomas Morus – Soziales Wohnen
Standort: Leverkusen
Bauherr: Caritasverband Leverkusen e. V.
Planer: Kollbach Bansi Architekten PartmbB
Planung TGA: Asholt + Jaschinger, Beratende Ingenieure PartG mbB
Ausführung Lüftung: TeWeGe Technische Wartungsgesellschaft mbH
Lüftungstechnik: 1 × Airflow Duplex Multi Eco-N 2500, (Brandschutzklappen-) BSK-Steuerung
Luftleistung: ca. 2.330 m³/h
Nutzung: 15 Apartments, Gemeinschaftsräume, Quartierstreff
Inbetriebnahme: Anfang 2026
Frische Luft für einen neuen Start
Die Planung der technischen Gebäudeausrüstung übernahm das Ingenieurbüro Asholt + Jaschinger, Beratende Ingenieure PartG mbB. Sämtliche Lüftungsleitungen verlaufen innerhalb des neu errichteten Betonbaukörpers, während das zentrale Lüftungsgerät auf dem Dach positioniert wurde. So konnte ein Eingreifen in die denkmalgeschützte Fassade umgangen werden.
Zum Einsatz kommt ein zentrales Lüftungsgerät Duplex Multi Eco-N 2500 von Airflow mit einer Luftleistung von rund 2.330 m³/h. Das Gerät versorgt sowohl die Apartments als auch die Gemeinschaftsbereiche zuverlässig mit Frischluft. „Besonderes Augenmerk lag auf der sicheren Entlüftung der innenliegenden Bäder sowie auf einer wirtschaftlichen, energieeffizienten Betriebsweise“, sagt Stephan Boysen von Asholt + Jaschinger Beratende Ingenieure PartG mbB. Für einen möglichst energieeffizienten und ökonomischen Betrieb liefert die Anlage einen Wärmerückgewinnungsgrad von bis zu 93 %.

Das kompakte Gerät erwies sich auch aus architektonischer Sicht als vorteilhaft. „Durch eine umlaufende Attika konnte es auf dem Dach nahezu unsichtbar integriert werden“, sagt Udo Rausch, technischer Vertriebsmitarbeiter bei Airflow. „Gleichzeitig war die verfügbare Dachfläche begrenzt, da zusätzlich eine Photovoltaikanlage vorgesehen ist. Die geringe Stellfläche unseres kompakten Lüftungsgeräts ließ jedoch ausreichend Raum für die PV-Nutzung“, so Rausch. Die Ausführung der Lüftungsinstallation übernahm die TeWeGe Technische Wartungsgesellschaft mbH aus Bergisch Gladbach. Der Einbau verlief den Projektbeteiligten zufolge reibungslos.

Sicherheit durch Isolations- und Brandschutzkonzept
Eine besondere Herausforderung ergab sich aus der Nähe zu einem großen Industriegebiet. Für den Standort war daher ein spezielles Isolationskonzept erforderlich. Im Störfall werden die Bewohnerinnen und Bewohner über Sirenen und Medien informiert.
Zudem ist auf jeder Etage ein Notschalter installiert, mit dem sich die Lüftungsanlage manuell abschalten lässt. Brandschutzklappen sowie dichtschließende Außen- und Fortluftjalousieklappen verhindern in diesem Fall das Eindringen möglicher Schadstoffe in das Gebäude.
Ergänzt wird das Konzept durch eine Brandschutzsteuerung zur Anbindung der Klappen. Das Gebäude ist in mehrere Brandabschnitte unterteilt. Wird eine Brandschutzklappe aktiviert, erhält die Lüftungsanlage ein entsprechendes Signal und schaltet sich automatisch ab. So wird ein Übertrag von Rauch oder Feuer über die Lüftungskanäle zuverlässig verhindert.
Moderne Technik als Grundlage für komfortables Wohnen
Das Projekt St. Thomas Morus zeigt, wie sich denkmalgeschützte Bausubstanz und moderne Lüftungstechnik sinnvoll miteinander verbinden lassen. Die eingesetzte Lösung von Airflow trägt dazu bei, ein gesundes Raumklima, einen sicheren Betrieb und einen wirtschaftlichen Energieeinsatz zu gewährleisten. Gleichzeitig schafft sie die technische Grundlage für ein Wohnprojekt mit hoher sozialer Bedeutung.
Bauherr und Betreiber, der Caritasverband Leverkusen e. V., setzt mit dem Umbau ein klares Zeichen für einen wertschätzenden Umgang mit den Bewohnern und für eine nachhaltige Nachnutzung historischer Gebäude.
Eine Information der Airflow Lufttechnik GmbH, Rheinbach
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