Seit gut 60 Jahren und in dritter Generation entwickelt VEGA anspruchsvolle Füllstand- und Druckmesstechnik. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 2.600 Mitarbeitende – davon ca.1.200 am Hauptstandort Schiltach. Vor den Toren des romantischen Fachwerkstädtchens, inmitten von idyllischer Natur erstreckt sich das Unternehmensareal auf gut 10.000 m2. Seit 2020 werden hier Stück für Stück Produktions- und Verwaltungsbauten mit bis zu fünf Geschossen saniert und zwei zusätzliche Baukörper angeschlossen. Für die Planung dieser umfangreichen Baumaßnahmen ist das Büro Architektur Schneider aus Rohrdorf bei Nagold verantwortlich.
Was man von außen nicht sieht: Das Innenraumkonzept beeindruckt mit enormer gestalterischer und funktionaler Vielseitigkeit und unterscheidet sich deutlich von anonymen Arbeitswelten. Mit der Entwicklung und Umsetzung wurde die Partner AG aus Offenburg beauftragt. Simone Wörner, Innenarchitektin bei der Partner AG erklärt: „Das Besondere an diesem Projekt war, dass wir die Möglichkeit hatten, die Individualität der Menschen in den einzelnen Bereichen mit ihren eigenen Arbeitsprozessen und Persönlichkeiten herauszuarbeiten und in den gebauten Raum zu übertragen.“

Bild: Bernhard Strauss Fotografie
Individuelle Raumkreationen
So sind völlig unterschiedliche Raumkonzepte entstanden, die sich dennoch stimmig zu einem Ganzen zusammenfügen. Beispielsweise benötigt Der Geschäftsbereich Entwicklung beispielsweise, benötigt im Bestandsgebäude aufgrund seiner hohen technischen Ausrichtung neben speziellen Elektronikarbeitsplätzen auch eigene Werkstätten sowie zusätzliche flexible Bereiche für agiles Arbeiten und Kommunikation. Das Thema „Agilität“ wurde von den Mitarbeitenden mit ihren Hobbys in den Bergen veranschaulicht. Dies spiegelt sich im Materialkonzept mit den dominierenden Farben Blau und Grau, Holz und Stein sowie durch kantige Elemente wider. Der internationale Vertrieb wünschte sich einen grünen lebendigen Arbeitsbereich. Das Thema „Natur“ wurde international, bunt und vielfältig mit Holz- und Botanik-Akzenten umgesetzt.

Bild: Bernhard Strauss Fotografie
Duales Spannungsfeld als Designkonzept
Der Neubau am Unternehmenssitz verbindet die zwei Bestandsgebäude durch einen zentralen Empfangsbereich und beherbergt neben neuen Büroflächen auch Erholungsräume für die Mitarbeitenden. Leitmotiv für die Gestaltung war die Kernkompetenz des Unternehmens: Das Messen, als Erfassen von Differenzen und Kontrasten. Das Designkonzept übersetzt dies als duales Spannungsfeld. Warm versus kalt, wohnlich versus technisch. „Die warme Seite wird durch die Farbgebung Orange, runde Formen sowie Leuchten mit warmen Lichtfarben repräsentiert, um eine behagliche und einladende Atmosphäre zu schaffen“, beschreibt Wörner weiter. „Im Kontrast dazu steht die kalte blaue Seite, die durch lineare Elemente sowie Kaltlicht-Leuchten charakterisiert ist. Hier kommen technische Materialien wie Streckmetalldecken zum Einsatz, die Sichtinstallationen durchscheinen lassen und so eine technische, moderne Atmosphäre erzeugen. Offene multifunktionale Kollaborationszonen wechseln sich ab mit funktionalen technischen Bereichen.“

Bild: Bernhard Strauss Fotografie
Wohlfühlklima durch Präzisionsarbeit
Der hohe Anspruch der Bauherren an Funktionalitäts- und Gestaltungsstandards des Umbauprojekts galt insbesondere für die technische Sanierung. Die Planung und Umsetzung der technischen Gebäudeausrüstung verantwortete dabei das Ingenieurbüro Liepelt aus Baiersbronn. „Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt lag darin, dass die Installationsfreiräume im Bestandsgebäude teilweise sehr begrenzt waren. Das erforderte im Zuge der Planung und Umsetzung der Maßnahmen von allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität”, erläutert Lazaros Delkoussis vom Büro Liepelt. Für die Planung der Lüftungstechnik hat sich das Ingenieurbüro die Experten von Kiefer Klimatechnik aus Stuttgart zur Seite geholt, da beide schon in der Vergangenheit erfolgreiche Projekte zusammen realisiert haben. Norbert Hinderer, Vertriebsingenieur bei Kiefer, stimmt zu: „Bestandsumbauten wie diese stellen für die Planung und Umsetzung der Lüftungstechnik oft eine Herausforderung dar, denn meist sind nur wenige bis keine Veränderungen der Raumstrukturen möglich. Dennoch ist es uns gelungen, eine hohe Raumluftqualität für alle Arbeits- und Aufenthaltsflächen entsprechend ihrer individuellen Anforderungen sicherzustellen.“
Bautafel:
Bauherr: VEGA Grieshaber KG, Schiltach
Bauzeit: 2021 - 2026
Architekten: Architektur Schneider, Rohrdorf
Innenarchitektur: Partner AG, Offenburg
TGA-Planung: Liepelt. Ingenieurbüro, Baiersbronn
Lüftungstechnik: Honer Lufttechnische Anlagen GmbH + Co.KG
Produkte: Schlitzdurchlass Indul, Decken-Luftdurchlass Indurall
Starke Leistung bei hoher Ästhetik
So kamen in den zahlreichen Büro- und Besprechungsräumen Indul-Schlitzdurchlässe von Kiefer zum Einsatz. Die sehr filigranen Durchlassprofile mit einer Einbaubreite ab 15 mm passen sich jeder gewünschten Deckenarchitektur an. Ob unauffällig oder bewusst akzentuiert ordnen sie sich den architektonischen Gegebenheiten unter. „Bei diesem Projekt war die Variantenvielfalt beim Schlitzdurchlass besonders groß,“ erläutert Hinderer. „Je nach Gebäudetyp und Etage kamen Gipskartondecken, abklappbare Metalldecken, Streckmetalldecken oder offene Rasterdecken mit stehenden Akustiklamellen zur Ausführung. Im Bereich der Metalldecken und offenen Rasterdecken waren Halshöhen bis 170 mm notwendig, um Kollisionspunkte in der Montage zu vermeiden. In den Besprechungsräumen konnten durch eine umlaufende Anordnung verschiedene Deckenbereiche bewusst optisch getrennt werden. Vorhandene Blindelemente dienten zur gezielten Abluftüberströmung in den Deckenhohlraum. Als Sonderausführung wurden Blindelemente mit zusätzlichen Bohrungen versehen, um eine Seildurchführung der darunter installierten Pendelleuchten optisch dezent umzusetzen.

Bild: Bernhard Strauss Fotografie
Charakteristisch für den Indul-Schlitzauslass ist seine speziell entwickelte Ausblasgeometrie für besonders feine Einzelstrahlen. Diese wiederum ermöglichen eine schnelle Induktion, also Beimischung der Raumluft, so dass Temperaturdifferenzen von bis zu -14 K schnell abgebaut werden. Durch exakt ausgebildete Abrisskanten wird der so genannte „Coanda-Effekt“ – also Schmutzablagerungen entlang des Luftauslasses – vermieden und Decken sowie Wände bleiben länger staubfrei.
Markanter Decken-Luftdurchlass für optimales Raumklima
In den großflächigen Arealen des Gebäudes, wie etwa Restaurant und Espressobar, wo viele Menschen einen hohen Luftdurchsatz und Gastrogeräte zusätzliche thermische Lasten bewirken, haben die Klimaexperten von Kiefer den Luftdurchlass Indudrall installiert. Er wurde speziell für Anwendungen im Komfortbereich entwickelt und ist besonders geeignet bei schwierigen Randbedingungen.

Bild: Bernhard Strauss Fotografie
Der optisch ansprechende Decken-Luftdurchlass lässt die Luft fächerartig aus der Frontplatte ausströmen. Die jeweiligen zusammengefassten Blöcke aus Einzelelementen bilden Strahlen aus, um die Raumluft optimal zu induzieren und große Temperaturunterschiede von bis zu -12 K zwischen Zu- und Raumluft sehr schnell, aber ohne unangenehmes Zugempfinden, abzubauen. Aufgrund dieses sehr hohen Induktionsverhältnisses ist die Montage des Indudrall – auch eine Sichtmontage ohne abgehängte Decke – ohne Komforteinbußen möglich.
Eine Information der Kiefer Klimatechnik GmbH, Stuttgart
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