Stromspeicher-Inspektion 2018 untersucht Solarstromspeicher

Welcher Solarstromspeicher ist der richtige für mein Haus? Diese und weitere Fragen beantwortet die neue Studie der Berliner Forschungsgruppe, die  Transparenz in das Thema bringt. 20 Solarstromspeicher wurden dafür erstmals miteinander verglichen.

Studie der HTW Berlin nimmt erstmals 20 Solarstromspeicher unter die Lupe (Bild: © HTW Berlin/Johannes Weniger)
Studie der HTW Berlin nimmt erstmals 20 Solarstromspeicher unter die Lupe (Bild: © HTW Berlin/Johannes Weniger)

Private Haushalte können sich mit einer Solarstromanlage selbst mit Energie versorgen. Ein unabhängiger Vergleich der Solarstromspeicher fehlte bisher jedoch als Entscheidungshilfe. Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft hat 2018 die Energieeffizienz von 20 Speichersystemen geprüft und legt die Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vor. Weit verbreitete Pauschalaussagen zur Wahl der Speichergröße und Relevanz der Speicherverluste werden erstmals infrage gestellt.

Entscheidende Kriterien

Die Größe des Batteriespeichers gehört zu den entscheidenden Kriterien. Je größer die Speicherkapazität, umso größer sei die erzielbare Eigenversorgung, so die landläufige Meinung. Die Studie kommt jedoch zu einem anderen Resultat. Der Grund sind hohe Umwandlungs- und Standby-Verluste von überdimensionierten Speichersystemen. Sie schmälern den eigentlichen Nutzen der Stromspeicherung. „Dagegen können kleine, effiziente Speichersysteme erstaunlicherweise sogar eine geringere Stromrechnung am Jahresende ermöglichen“, so Johannes Weniger, Initiator der Stromspeicher-Inspektion. Auf die Systemeffizienz sollte beim Kauf stattdessen Wert gelegt werden, meint der Experte.

Die Deutschen Bundesstiftung Umwelt förderte die Studie, die einen Punkt erstmals untersuchte: die unterschiedlichen Systemkonzepte zur elektrischen Einbindung der Batteriespeicher. Zehn Speicherhersteller und Systemanbieter unterstützten die Untersuchungen mit Labormessdaten von unabhängigen Prüfinstituten. Grundlage für den Systemvergleich bildet der an der HTW Berlin entwickelte System Performance Index (SPI), der alle relevanten Verlustursachen in einer Kennzahl zusammenfasst.

Besonders effiziente Systeme

Drei Photovoltaik-Speichersysteme erwiesen sich als besonders effizient und konnten einen SPI von knapp über 90 Prozent erreichen. Die Effizienzunterschiede zwischen den Systemen sind allerdings größer als bislang vermutet. „Allein in den ersten zehn Jahren beträgt der finanzielle Vorteil eines hocheffizienten Speichersystems bis zu 1.000 Euro“, erklärt Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und Mitautor der Studie. Die Höhe der Speicherverluste wirkt sich direkt auf die Kosteneinsparungen aus.

Die Mehrheit der untersuchten Solarspeichersysteme braucht sich hinsichtlich der Effizienz nicht verstecken. „Um die Transparenz im Speichermarkt weiter zu erhöhen, sollten alle Hersteller die Karten offenlegen“, so Prof. Dr. Quaschning weiter. Die nächste Stromspeicher-Inspektion steht im Jahr 2019 an. Dann können die Hersteller die Karten offenlegen und sich mit ihren Geräten beweisen.

Zur Studie

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