GModG

Wärmepumpenverband fordert Kontinuität bei der Heizungsförderung

Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. sieht das GModG in der vorliegenden Fassung als Rückschritt für Klimaschutz und Wirtschaft an. 

Von Januar bis Mai 2026 wurden 41 % mehr Wärmepumpen verkauft als im Vorjahreszeitraum. Bild: stock.adobe.com/Tomasz Zajda
Von Januar bis Mai 2026 wurden 41 % mehr Wärmepumpen verkauft als im Vorjahreszeitraum. Bild: stock.adobe.com/Tomasz Zajda

Das Gebäudemodernisierungsgesetz befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren. Der BWP e.V. geht davon aus, dass dies jetzt schnell über die Bühne geht. Zugleich wird befürchtet, dass es auch bei der Förderung Änderungen zu erwarten sind, obwohl es bislang hieß, sie bleibe weiterhin auskömmlich finanziert. Dies äußerte BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel in einem Pressegespräch am Montag.

Sabel kritisiert u.a., dass die im GModG erwähnte Hybridlösung keine Angabe zum tatsächlichen Anteil der Erneuerbaren macht. Daher sei eine "Feigenblattlösung" nicht unwahrscheinlich, bei der etwa sehr kleine Wärmepumpen zum Einsatz kommen könnten und ansonsten weiter fossil geheizt wird. Der BWP fordert daher, einen Nachweis zu einem vordefinierten Anteil Erneuerbarer das Gesetz aufzunehmen, der mindestens der Biotreppe entspricht.

Wärmepumpenmarkt weiter positiv, aber potenziell in Gefahr

In der ersten Jahreshälfte zeigt der Wärmepumpenmarkt mit einer Absatzsteigerung von 41 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiterhin einen positiven Trend. Dies könne sich jedoch ändern, etwa wenn die Bundesregierung die Förderbedingungen ändert, sagt Sabel. Subventionskürzungen seien im Gespräch, sagt auch Dr. Richard Lucht von der Firma Thermondo. Was ihre Umsetzung zur Folge haben könne, zeige das Beispiel Österreich. Hier brach der Absatz nach Kürzungen bei der Förderung im Folgejahr um 25 - 30 % ein. Für Deutschland besteht offenbar ein Risiko von bis zu 40 % Marktrückgang bei Wärmepumpen. Würden 100.000 weniger Wärmepumpen abgesetzt, bedeute dies auch Milliardenverluste bei den kommunalen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer. Ganz zu schweigen davon, dass Deutschland bei den Emissionssenkungen um Jahre zurückgeworfen würde.

Deutlich besser wäre daher ein stetiges Zurückfahren der Förderung um 2-3 % jährlich. Das würde die Nachfrage erhalten, brächte Planungssicherheit für alle Beteiligten und ließe den Herstellern Raum, die Kosten zu senken. Alternativ ließe sich das Zurückfahren der Förderung auch an Strompreissenkungen koppeln. Dr. Hendrik Ehrhardt (Stiebel Eltron) merkt zudem an, dass ein Einkommensdeckel für die Förderung auch im oberen Einkommenssegment nicht anzuraten sei, denn gerade hier gäbe es die meisten Projekte beim vorzeitigen Austausch von Wärmeerzeugern.

Klimaschutz als Konjunkturprogramm

Der BWP weist erneut darauf hin, dass mit einem Euro Heizungsförderung nachweislich vier Euro Gesamtinvestitionen angestoßen würden und davon die Wirtschaft als Ganzes profitiere. Dr. Sabel fordert u.a., dass die Förderung insgesamt sozialer ausgestaltet wird und beispielsweise der Klimageschwindigkeitsbonus auch für Mietwohnungen geöffnet werden sollte. Wer den Einbau einer Wärmepumpe plant, sollte dies jetzt beginnen. Besser werde die Förderung nicht, deshalb sollte man sie jetzt beantragen.

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