Berlin baut aus

PV- und Wärmepumpenleistung legt deutlich zu

Einer Auswertung des Energieunternehmens Enpal zufolge erreicht der Ausbau erneuerbarer Energien in Berlin neue Dimensionen.

Bild: stock. adobe.com/ noppadon
Bild: stock. adobe.com/ noppadon

Enpal analysiert den Ausbau von Photovoltaik, Wärmepumpen, Solarthermie und Biomasse. Für die Untersuchung  wurden die Daten des  Energieatlas Berlin analysiert. 

Marzahn-Hellersdorf ist Berlins Vorreiter beim Ausbau installierter Photovoltaikleistung und der eingespeisten Solarstrommenge. Im Kontrast dazu bildet Friedrichshain-Kreuzberg in den gleichen Bereichen das Schlusslicht.

Photovoltaik-Boom in Berlin: Marzahn-Hellersdorf an der Spitze

Berlin zeigt beim Photovoltaik-Ausbau eine insgesamt positive Entwicklung. Die höchste eingespeiste Photovoltaikstrommenge seit 2012 entfallen auf Marzahn-Hellersdorf (108.370 MWh), Treptow-Köpenick (84.467 MWh) und Pankow (79.257 MWh). Die Top fünf komplettieren Lichtenberg (72.331 MWh) und Tempelhof-Schöneberg (67.272 MWh). Am Ende der Liste reihen sich Friedrichshain-Kreuzberg (15.535 MWh) und Steglitz-Zehlendorf (35.843 MWh) ein. Ein besonders starker Zuwachs  der Stromeinspeisung durch Photovoltaik ist in dem Jahr 2018 (+17,3%) zu erkennen.

Die Schwankungen bei der Einspeisung stehen jedoch einer stetig steigenden installierten Anlagenleistung gegenüber: Besonders hervor sticht der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der mit einer Gesamtleistung (Stand 2024) von 59.710 kWp die Rangliste anführt, gefolgt von Treptow-Köpenick (54.745 kWp) und Pankow (46.780 kWp), Schlusslicht ist erneut Friedrichshain-Kreuzberg (6.674 kWp). 2023 verzeichnet Berlin mit einem Anstieg der installierten Photovoltaikleistung um 45,15% den bislang größten Jahreszuwachs seit Beginn der Erhebungen.

Öffentliche Gebäude als Solar-Treiber

Ein wichtiger Treiber ist die öffentliche Hand: PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden tragen inzwischen 16,6% zur gesamten installierten Leistung in Berlin bei. Hohe Anteile erreichen hier Charlottenburg-Wilmersdorf (51,1%), Mitte (42,8%) und Friedrichshain-Kreuzberg (37,95 Prozent). Auch im Bereich der öffentlichen Gebäude wurden zwischen 2022 und 2023 die größte Steigerung verzeichnet.

Wärmepumpen-Ausbau in Berlin erreicht neuen Höhepunkt

Über die letzten 15 Jahre ist Pankow unangefochtener Spitzenreiter, mit insgesamt 585 Wärmepumpenanlagen. Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf folgen mit 573 und 556 Anlagen. Weit abgeschlagen liegt Mitte mit 29 Wärmepumpen. 

Der Ausbau von Wärmepumpenanlagen in Berlin hat ebenfalls 2023 einen deutlichen Sprung gemacht: Mit einem Plus von 87 % im Vergleich zum Vorjahr wurde die stärkste jährliche Zunahme seit 2010 verzeichnet. 

„Unsere Auswertung zeigt deutlich: Berlin ist auf einem guten Weg, sich zu einem Vorreiter der urbanen Energiewende zu entwickeln”, sagt Enpal-Unternehmenssprecher Dr. Wolfgang Gründinger. "Besonders die dynamische Entwicklung im Bereich Photovoltaik und Wärmepumpen – mit Rekordzuwächsen bei der installierten Leistung und beeindruckenden Ausbauschritten in Bezirken wie Marzahn-Hellersdorf und Pankow – macht deutlich, was durch gezielte Förderung, technologische Innovationen und kommunales Engagement möglich ist. Der steigende Anteil öffentlicher Gebäude am Solarausbau unterstreicht zudem, dass auch die öffentliche Hand zunehmend Verantwortung übernimmt und eine wichtige Vorbildfunktion einnimmt."

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