Modernste Gebäudetechnik für ein historisches Wahrzeichen
Mit einem Gottesdienst und anschließendem „Klönschnack“ wurde nach umfassender Sanierung Anfang September die Wiedereröffnung der St. Gertrudkirche in Altenwerder gefeiert. Als einziges erhaltenes Bauwerk des ehemaligen Elbdorfes steht die Kirche unter Denkmalschutz und gilt als „Kirche ohne Dorf“. Im Auftrag der Hamburg Port Authority (HPA) hat die ingenieurbüro heimsch GmbH (ibh) die technische Gebäudeausrüstung geplant und umgesetzt, um das Baudenkmal für die Zukunft zu sichern.
Effiziente Wärmetechnik im historischen Umfeld
Im Rahmen der Gesamtsanierung des Kirchengebäudes sollte die über 30 Jahre alte Wärmeerzeugeranlage mit Energieträger Heizöl (Erdtank auf dem die Kirche umschließenden Friedhofgelände) erneuert werden. Der Öl-Erdtank wurde entsorgt.
Die Herausforderung bestand darin, eine CO2-neutrale Wärmeerzeugung zu installieren.
Kernstück der neuen Anlage ist eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe. Da aus denkmalpflegerischen Gründen kein Standort auf dem Friedhof selbst infrage kam, wurde sie auf einer angrenzenden Obstwiese installiert. Von dort aus erfolgt die Anbindung über eine Fernwärmeleitung, die unterhalb des Gehwegs zwischen Wiese und Kirche verläuft. Zwei Pufferspeicher mit jeweils 750 l sorgen dafür, dass die Wärmepumpe auch beim wechselnden Heizbetrieb in der Kirche zuverlässig und ausgeglichen arbeitet.
Im Innenraum der Kirche wurden die alten Konvektoren durch moderne, optisch ansprechende Hygiene-Planheizkörper ersetzt. Sie sind dezent an den Außenwänden im Erdgeschoss angebracht und fügen sich harmonisch in das historische Umfeld ein – abgestimmt mit den Architekten Johannsen und Partner aus Hamburg sowie dem Denkmalamt.
Auch auf den Emporen, in der Sakristei sowie in den Nebenräumen kamen die gleichen Heizkörper zum Einsatz, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Die Umsetzung der Anlagentechnik erfolgte durch die Firma Natelberg aus Rhauderfehn unter der Leitung von Geschäftsführer und Projektleiter Stefan Janssen.
Für eine direkte und zugleich komfortable Wärme sorgen elektrische Bankheizstrahler, die als körpernahes Heizsystem dezent unter den Bänken im Kastengestühl installiert wurden.
Die Steuerung und Regelung der gesamten Anlage erfolgt über eine moderne Mikroprozessor-Regelung. Dabei werden sowohl relative Luftfeuchtigkeit als auch Raumtemperatur kontinuierlich überwacht. Alle anlagen- und raumklimatischen Werte werden aufgezeichnet, sodass mögliche Einflüsse auf die Ausstattung – wie etwa die wertvolle Orgel von 1969 – oder die Einrichtung jederzeit nachvollziehbar ausgewertet werden können.
Zudem besteht ein direkter Zugriff der Gebäudeleittechnik der Hamburg Port Authority auf das Regelsystem in der Kirche.
Sensibler Umgang mit einem Baudenkmal
„Gerade in denkmalgeschützten Gebäuden ist es entscheidend, moderne Gebäudetechnik so zu integrieren, dass historische Strukturen respektiert und gleichzeitig nachhaltige Lösungen geschaffen werden“, sagt Jens Schloßhauer, Geschäftsführer von ibh. „Mit der Sanierung der St. Gertrudkirche zeigen wir, dass sich Tradition und Innovation hervorragend verbinden lassen.“

Bild: ibh ingenieurbüro heimsch
Ein Ort der Kultur inmitten des Hafens
Die St. Gertrudkirche steht heute als einzigartiges Symbol inmitten des Hamburger Containerhafens. Mit der abgeschlossenen Sanierung ist sie nun wieder ein Ort für kulturelle Veranstaltungen, Begegnungen und eine beliebte Kirche für Hochzeiten, Konfirmation und Taufen – ein Stück Geschichte, das auch dank der Planung und eingesetzten modernen Technik von ibh in Zukunft lebendig bleibt.














