Mehrparteienvertrag für die BAM in Berlin Adlershof unterzeichnet
Am 25. April 2023 unterzeichnete der Bundesbau Baden-Württemberg BBBW in Berlin gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern einen Mehrparteienvertrag für die Planung und Ausführung des neuen Großprojekts für die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), genannt GBD 149 nach seinem Standort am Groß-Berliner Damm. Das Auftragsvolumen für den Neubau mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Bauherrin beträgt rund 200 Mio. Euro.
Mit der Vertragsunterzeichnung beginnt zugleich eine enge Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, Planungsbüros und Bauunternehmen. IPA setzt auf Kooperation und richtet den Fokus auf den gemeinsamen Projekterfolg, hier beim Bau eines neuen Forschungsgebäudes im gesetzten Zeit- und Kostenrahmen, das den hohen Anforderungen der BAM entspricht: Es soll 2027 fertiggestellt sein und die Anforderungen für den BNB (Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen) Standard Silber erfüllen.
„Dass wir heute einen gemeinsamen Vertrag unterzeichnen, verdanken wir allen hier anwesenden Beteiligten und insbesondere dem engagierten Projektteam. Dem Projektteam ist es gelungen, erst die Institutionen, dann die Unternehmen und vor allem die Menschen für unser neues Projekt und die gewählte innovative Herangehensweise IPA zu begeistern“, sagte Klaus Max Rippel, Leiter Bundesbau Baden-Württemberg am Tag der Unterzeichnung.

Die Partnerunternehmen
Die Ausschreibungsverfahren für die Planungsbüros und die ausführenden Firmen begannen im Frühjahr 2022 und durchliefen zwischenzeitlich mehrere Stufen. Im Vergabeverfahren qualifizierten sich folgende Büros und Firmen, die nun den Mehrparteienvertrag mitunterzeichneten:
- Objektplanung: Burckhardt Deutschland GmbH, Berlin
- TGA-Planung: Buro Happold GmbH, Berlin
- TGA-Ausführung: Rud. Otto Meyer Technik GmbH & Co. KG, Hamburg
- Erweiterte Rohbauarbeiten: W. Markgraf GmbH & Co. KG, Bayreuth
- Ausbau: Apleona R&M Ausbau Berlin GmbH, Berlin
Kick-off-Veranstaltung in der Co-Location
Mit der Vertragsunterzeichnung begann die Zusammenarbeit des IPA-Teams in Berlin, vor Ort in der Co-Location am Groß-Berliner Damm 149. Bei der Kick-off-Veranstaltung vom 25. bis 27. April 2023 lernten sich die Vertragspartnerinnen und -partner näher kennen und bei den ersten Projektworkshops startete die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Technische Gebäudeausrüstung im GBD 149
Für den Neubau mit ca. 18.000 m² Nutzfläche sind Fernwärme, Wärmepumpen und Photovoltaik vorgesehen und natürlich umfangreiche Laborausrüstungen, erzählt Alexander Flügge, Technischer Direktor des Berliner TGA-Teams bei Buro Happold und Mitglied im Seniormanagementteam (SMT) des Bauvorhabens. Darüber hinaus gebe es keine Vorgaben des Bauherrn.
„Der Anteil der Fernwärme soll möglichst gering sein, hängt aber davon ab, welche Wärmepumpen-Technologie eingesetzt werden kann", erklärt Flügge. Im Gespräch seien Luftwärmepumpen, aber auch Erdwärme- bzw. Geothermienutzung. Da sich das Baufeld jedoch im Trinkwasserschutzgebiet mit einem hohen Grundwasserspiegel befinde und somit keine Bohrungen zulässig seien, müssten ggf. alternative Lösungen entwickelt werden.
Flügge freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Partnern im Team. Interesse an derlei Projekten gebe es schon lange, nun habe es auch mit einer Beteiligung geklappt. „IPA ist für uns ein Weg, mit gleichgesinnten Projektpartnern in freundlicher Atmosphäre und weit effektiver an Projekten zu arbeiten, als es die üblichen Verfahren nach HOAI erlauben", sagt Flügge. IPA fokussiere auf gemeinschaftliche Lösungen statt Mehrleistungen und die Verwerfungen, die daraus regelmäßig entstehen. Integrierte Projektabwicklung sei auch kein Fremdwort für Buro Happold. „Die Kollegen im britischen Heimatland des Unternehmens arbeiten schon lange damit."
Für das ausführende TGA-Unternehmen Rud. Otto Meyer (ROM) Technik GmbH & Co. KG ist die IPA ebenfalls nicht so neu wie vielleicht für den öffentlichen Auftraggeber, sagt Frank Zulauf, Leiter der Hauptniederlassung in Hamburg und für das BAM-Projekt ebenfalls im SMT tätig. „ROM war u. a. gemeinsam mit der Zech Group in einem partnerschaftlichen Modell beim Bau der Olympus Firmenzentrale in Hamburg, tätig und hat zudem Erfahrungen in Projekten der Deutschen Bahn gesammelt."
Auch er freue sich auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit: „Anders als bei konventionellen Bauprozessen, bei denen man das Planungsergebnis fertig auf den Tisch bekommt, ist der ausführende TGA-Betrieb in der Planungsphase begleitend dabei und kann Feedback geben. Das erspart später den vielfach notwendigen, aber unnötigen und teuren Schritt zurück.“
Begleitet wird das IPA-Team außerdem durch die Beratungsunternehmen Yukon Projects GmbH, ECE Group Services GmbH & Co. KG und Breyer Rechtsanwälte PartmbB, die u.a. die Teams coachen und die Zusammenarbeit in der Co-Location moderieren.
Bundesbau Baden-Württemberg in Berlin
Der Bundesbau kümmert sich im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, des Bundesbauministeriums und des Bundesverteidigungsministeriums um den Bau und die Erhaltung der bundeseigenen Immobilien und fungiert als Dachorganisation der darin mitwirkenden landeseigenen Bundesbaubehörden.
Bundesbau Baden-Württemberg plant und realisiert vielfältige Bauprojekte im Auftrag des Bundes – in Baden-Württemberg, Berlin und im Ausland. In der Bauhütte Berlin arbeiten Teams der Staatlichen Hochbauämter Karlsruhe und Ulm – unterstützt von der Betriebsleitung in Freiburg – an ihren komplexen Berliner Großprojekten, zu denen auch das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum gehörte.
Dass beim Neubau BAM GBD 149 in Berlin Adlershof nicht das Berliner Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, sondern der Bundesbau Baden-Württemberg (BBBW) tätig wird, sei nichts Ungewöhnliches, sagt Gisa Hinrichs, Dipl.-Ing. Architektin beim Staatlichen Hochbauamt Ulm/Bauhütte Berlin. Bei den Bauaufgaben des Bundes in Berlin unterstützen auch die Bundesbaubehörden der Länder.
















