Am 12. Mai stellte die Bundesregierung ihren „Entwurf eines ersten Gesetzes zur Änderung des Bundes-Klimaschutzgesetzes“ vor. Das 22-seitige Papier, das noch vor den Bundestagswahlen Gesetz werden könnte, macht neue Vorgaben für die Emissionsminderung in den verschiedenen Sektoren. Demnach soll der Gebäudesektor seine Emissionen bis 2030 um 44 % gegenüber 2020 senken. Die Bundesregierung stellt über ein Sofortprogramm Mittel i.H.v. 8 Mrd. Euro für alle Sektoren bereit, dennoch ist das eine steile Vorgabe.
Das größte Potenzial und die größte Herausforderung für die Umsetzung dieser Klimaschutzvorgaben im Bau- und Immobilienbereich liegt im Bestand. Die Klimarunde BAU hat ein Positionspapier zum klima- und ressourcenschonenden Bauen veröffentlicht. Darin fordern die in dem Bündnis zusammengeschlossenen planungs- und bauwirtschaftlichen Verbände und Organisationen u.a. Maßnahmen für eine signifikante Steigerung der Sanierungsrate.
Die aktuelle Rate ist zu niedrig, um im vorgegebenen Zeitrahmen einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Maßnahmen und Förderungen wie die „Bundesförderung effiziente Gebäude“ und die Förderung der seriellen Sanierung sollten optimiert werden, heißt es etwa im Papier, das u.a. Vorschläge für steuerliche Anreize unterbreitet.
Sanieren werde der Klimarunde BAU zufolge allerdings allein nicht ausreichen, um Treibhausgasneutralität zu erreichen.
Mit einer möglichst umfassenden Betrachtung der Treibhausgasemissionen über den Lebenszyklus von Bauwerken könnten sowohl im Bestand als auch beim Neubau Emissionen gezielt eingespart werden. Alle klimaschutzpolitischen Maßnahmen müssen dabei unter Berücksichtigung der ökonomischen und soziokulturellen Aspekte sowie der technischen und baukulturellen Qualität getroffen werden. Denn die Klimawende wird nur gelingen, wenn wir nachhaltig, sozialverträglich und wertbeständig planen und bauen.
Zukünftig müssen Bewertungssysteme deutlich transparenter und einfacher in der Anwendung werden, um attraktiver für Bauherrn und Unternehmen zu sein. Denn der erforderliche Innovationsschub hin zu einem „Ökosystem nachhaltigen Planens und Bauens“ wird nicht mit starrer Regulierung, sondern durch marktwirtschaftliche Impulse zur Entwicklung von Nachfrage und Angebot sowie technologieoffenen Wettbewerb für alle Baustoffe und -verfahren erreicht.
Die Umsetzung der Klimaziele erfordert eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten. Mit der Initiative Klimarunde BAU bekennen sich die zentralen Akteure der Wertschöpfungskette „Planen und Bauen“ zu der Notwendigkeit einer
In der Klimarunde BAU sind die folgenden Kammern und Verbände zusammengeschlossen:
- BAK Bundesarchitektenkammer
- BAUINDUSTRIE
- bbs Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden
- BIngK Bundesingenieurkammer
- Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA
- textil + mode Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie
- VBI Verband Beratender Ingenieure
- VDMA
- ZDB Zentralverband des Deutschen Baugewerbes














