Umfrage

Heizungstrend: Fast jeder zweite Deutsche würde Wärmepumpe wählen, ein Drittel bleibt skeptisch

Eine Umfrage ergab, dass sich fast jeder Zweite für eine Wärmepumpe als neue Heizung entscheiden würde. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Zukunftstechnologie noch nicht alle überzeugt hat.

Bild: stock. adobe.com/ Robert Poorten
Bild: stock. adobe.com/ Robert Poorten

Fast jeder oder jede Zweite in Deutschland würde sich für eine Wärmepumpe als neue Heizung entscheiden. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Energieunternehmens 1KOMMA5° hervor.1 

Insgesamt halten 43 Prozent der Befragten die Entscheidung für eine Wärmepumpe für wahrscheinlich. 20 Prozent würden sich sehr wahrscheinlich für eine Wärmepumpe entscheiden, bräuchte ihr Haus eine neue Heizung, 23 Prozent eher wahrscheinlich. Gut ein Drittel bzw. 34 Prozent der Umfrageteilnehmenden halten den Einbau einer Wärmepumpe für unwahrscheinlich (22 Prozent sehr unwahrscheinlich, zwölf Prozent eher unwahrscheinlich).2

Fußnoten

1Quelle: YouGov; Die Daten dieser Befragung im Auftrag von 1KOMMA5°  basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 29. und 31.10.2025 insgesamt 2.050 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
223 Prozent machten keine Angabe.

1Komma5°
Bild: 1Komma5°

„Die Zustimmung in den Umfragergebnissen zeigt, dass die Wärmepumpe als Zukunftstechnologie beim Heizen deutlich an Relevanz gewonnen hat“, sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°.In Skandinavien sind Wärmpumpen bereits weit verbreitet und auch bei Neubauten in Deutschland längst Standard. Die Skepsis von einem Drittel der Befragten zeigt aber auch, dass es noch viel zu tun gibt, um Vertrauen in die Technologie aufzubauen.

Wärmepumpe als Heizlösung im Osten weniger populär als im Westen – Unterschiede zwischen den Generationen

Unterschiede in der Popularität der Wärmepumpe lassen sich sowohl regional als auch in unterschiedlichen Altersgruppen feststellen. In den ostdeutschen Bundesländern würden sich nur 39 Prozent wahrscheinlich für eine Wärmepumpe entscheiden. In den westdeutschen Ländern liegt der Wert mit 44 Prozent höher. 

Und auch das Alter der Befragten scheint eine Rolle zu spielen. Die größten Zustimmungswerte hat die Wärmepumpe mit 50 bzw. 49 Prozent in der Gen Z und bei Millennials, also Menschen, die zwischen 1981 und 2012 geboren wurden. In der Gen X (Geburtsjahre 1965-1980) würden sich dagegen nur 36 Prozent wahrscheinlich eine Wärmepumpe einbauen. Das ist der niedrigste Wert im Generationenvergleich. 

Hauptgründe für die Wärmepumpe sind langfristige Kostensenkung, Beitrag zur CO2-Reduktion und staatliche Förderungen

Für diejenigen, die der Wärmepumpe zugeneigt sind, gibt es einen klaren Grund: 70 Prozent der Befragten nennen die langfristige Kostenreduktion bzw. niedrige Heizkosten als Hauptargument. Danach folgen der Beitrag zum Umweltschutz und CO-Reduktion und die Verfügbarkeit von Förderungen oder staatlicher Unterstützung. 

Bild: 1Komma5°
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„Wer eine Wärmepumpe nicht losgelöst denkt, sondern mit Solaranlage, dynamischen Stromtarifen und intelligenter Steuerung kombiniert, kann seine Heizkosten um fast drei Viertel reduzieren“, sagt Jannik Schall. „So spart man Tausende Euro im Jahr gegenüber einer alten Gasheizung. Das gilt nicht nur für Neubauten, sondern funktioniert auch im Altbau.“

Anschaffungskosten, Strompreise und politische Unsicherheit bremsen Interesse an Wärmepumpe  

Unter Befragten, die sich wahrscheinlich nicht für eine Wärmepumpe entscheiden würden, werden die Anschaffungskosten mit 57 Prozent am häufigsten als Grund genannt. Außerdem sind die Strompreise für 47 Prozent ein wichtiges Hindernis. Und auch politische Unsicherheit (28 Prozent), wie die Unklarheit über die Fortführung der Förderung, bremst das Interesse.

Bild: 1Komma5°
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Zwar sind die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe tatsächlich in vielen Fällen höher als bei einer Gasheizung, über die Lebensdauer kehrt sich das Kostenverhältnis in der Regel aber um ein Vielfaches um“, sagt Jannik Schall. „Die Studienergebnisse zeigen aber auch, dass der Gesetzgeber einen Einfluss hat. Ankündigungen zur Änderung von Regelungen beim Heizungstausch und Unklarheit über die Zukunft der Wärmepumpenförderung verunsichern Kundinnen und Kunden.“

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