VDMA Armaturen

Gebäudearmaturenindustrie äußert verhaltenen Optimismus

Die Umsätze der Gebäudearmaturenindustrie sind 2023 um 7 % gesunken. Für 2024 erwartet man zwar einen weiteren Umsatzrückgang von 2 %, aber auch eine sukzessive  Erholung im Jahresverlauf.

Bild: VDMA Armaturen
Bild: VDMA Armaturen

Nach einem anspruchsvollen Vorjahr stehen den Herstellern von Gebäudearmaturen 2024 erneut herausfordernde Monate bevor. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Hersteller insgesamt einen nominalen Umsatzrückgang von 7 %. Preisbereinigt kam dies einem Rückgang von 14 % gleich. Das Inlandsgeschäft ging dabei real um 11 % zurück. Das Auslandsgeschäft, das 2022 noch real um 1 % gewachsen war, brach 2023 um 17 % ein.

„Der Wohnungsbau in Deutschland und Europa befindet sich seit Mitte des Jahres 2022 auf einer rasanten Talfahrt. Vor diesem Hintergrund sahen sich unsere Mitglieder mit nachlassenden Umsätzen und einem sehr schwachen Ordereingang konfrontiert, der voraussichtlich auch noch einige Monate andauern wird“, beschreibt Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin des VDMA Fachverbandes Armaturen, die aktuelle Lage. Während 2023 vor allem das Geschäft mit Sanitärarmaturen betroffen war, geraten aktuell zunehmend die Hersteller von Heizungsarmaturen unter Druck. 

Zögerliche Erholung im Jahresverlauf erwartet

Trotz der rückläufigen Inflation und steigender verfügbarer Einkommen zeigen sich Konsumenten und Investoren hierzulande noch verunsichert. Das Verbrauchervertrauen verharrt auf einem Tiefpunkt. Die Perspektiven für die Gebäudearmaturenindustrie sind angesichts der zum Jahresbeginn nach wie vor sinkenden Auftragseingänge verhalten. „Der VDMA Armaturen erwartet derzeit zwar eine sukzessive Verbesserung der Lage im Verlauf des Jahres. Wir kalkulieren aber für das Gesamtjahr 2024 mit einem weiteren Umsatzrückgang von 2 Prozent“, hebt die Fachverbands-Geschäftsführerin hervor.

„Die zum Jahresauftakt 2024 erneut zweistellig sinkenden Baugenehmigungen sprechen eine deutliche Sprache. Unsere Industrie ist zwar gut gerüstet für die Herausforderungen von morgen, aber die Rahmenbedingungen stimmen nicht,“ betont Stefan Gesing, Vorsitzender der VDMA Fachabteilung Gebäudearmaturen und CEO der Dornbracht AG & Co KG. „Wir als Hersteller von Sanitärarmaturen bieten passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft, wie sauberes Trinkwasser, Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft. Auch Heizungsarmaturen zählen zu den wesentlichen Komponenten im Zuge der Energiewende. Es ist daher dringend angezeigt, dass seitens der Politik die Relevanz unserer Branche erkannt und entsprechend berücksichtigt wird. Anstelle von Regulierungs- und Bürokratieflut brauchen wir geordnete, faire Rahmenbedingungen, um zukunftsgerichtet investieren und wirtschaften zu können,“ so Gesing.

Sanitärarmaturen 2023 mit zweistelligem Umsatzrückgang

Während Heizungsarmaturen und Technische Gebäudearmaturen 2023 nominal noch ein Wachstum verbuchten, ging der Umsatz preisbereinigt in allen Sparten zurück. Der Umsatz mit Sanitärarmaturen sank nominal um 11 %. Preisbereinigt entsprach das einem Minus von 17 %. Bei Technischen Gebäudearmaturen wurde ein Plus von 3 % verzeichnet. Real kam das jedoch einem Rückgang von 5 % gleich. Der Umsatz mit Heizungsarmaturen kletterte insgesamt nominal um 5 %. Preisbereinigt entsprach das einem Rückgang von 3 %. Aktuell dreht sich jedoch die Lage. Während sich die Perspektiven für Heizungsarmaturen zuletzt stärker eingetrübt haben, zeichnet sich für Sanitär eine leichte Erholung ab.

Exportgeschäft sinkt erstmals seit Corona

Auch das Geschäft auf den internationalen Märkten verlief 2023 nicht so wie erhofft. Die deutschen Exporte von Gebäudearmaturen sanken um 5,1 % auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro. Die Liste der Top 10-Absatzländer wurde von Frankreich angeführt. Die Exporte ins Nachbarland stiegen um 3,0 % auf 399,9 Millionen Euro. Auf Rang zwei platzierten sich die USA. Die Exporte in die USA nahmen um 5,3 % auf 355,5 Millionen Euro zu. Die Ausfuhren nach China gingen anders als im Vorjahr deutlich zurück. Vor dem Hintergrund der trüberen Perspektiven für die Baukonjunktur in der Volksrepublik sanken die deutschen Exporte nach China um 16,1 % auf 340,7 Millionen Euro.

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