VDMA Armaturen

Industriearmaturen: Absatzsteigerung für 2026 fraglich

Die Armaturenhersteller haben das Jahr 2025 mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Sie blicken jedoch aufgrund der Unsicherheiten auf den internationalen Märkten und der geopolitischen Spannungen skeptisch auf das laufende Jahr.

Bild: VDMA, Destatis
Bild: VDMA, Destatis

Mit einem Umsatzplus von 7 % (preisbereinigt 4 %) übertraf die Branche die optimistischen Erwartungen für 2025 deutlich. Während das Inlandsgeschäft um 4 % zulegte, stiegen die Auslandserlöse sogar um 9 % gegenüber dem Vorjahr.

„Die Zollkonflikte mit den USA haben die Branche im vergangenen Jahr nicht ausgebremst. Doch vor dem Hintergrund der Konflikte im Nahen Osten trübt sich die Stimmung nun spürbar ein“, kommentiert Axel Weidner, Vorsitzender des Fachverbands Armaturen und Gesellschafter der Mankenberg GmbH. „Neben der eingeschränkten Verfügbarkeit von Vorprodukten sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen belasten inzwischen auch schwächelnde Absatzmärkte die Unternehmen. Weltweit herrscht Investitionszurückhaltung und nicht zuletzt bleiben auch die Standortfaktoren in Deutschland und Europa verbesserungswürdig.“

„Zum Jahresende waren die Auftragsbücher unserer Mitglieder noch gut gefüllt,“ ergänzt Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin des Fachverbandes Armaturen. „Wie sich das Jahr entwickelt, hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Krise am Golf und die damit verbundene Knappheit bei Rohstoffen anhält oder sich entspannt.“ 

Für 2026 rechnet der Fachverband mit einer leicht rückläufigen Umsatzentwicklung. Langfristig bleibt der Ausblick jedoch positiv. Die Branche ist robust aufgestellt und hat bereits zahlreiche Krisen erfolgreich bewältigt. In den kommenden Monaten werden die Unternehmen der Branchen zudem die internationalen Leitmessen IFAT Munich und Valve World Expo nutzen, um ihr vielseitiges Angebotsportfolio zu präsentieren und neue Impulse zu setzen.

Exportgeschäft mit erstem Gegenwind

Im vergangenen Jahr zeigte sich das Exportgeschäft trotz der US‑Zölle noch widerstandsfähig. Die Ausfuhren stiegen um 4,7 % auf 5,5 Mrd. Euro. Allerdings verlor China als wichtigster Absatzmarkt deutlich an Dynamik: Die Exporte in die Volksrepublik sanken um 12,5 % auf 592,5 Mio. Euro.

Der Zugang zum chinesischen Markt habe sich spürbar erschwert, berichtet Dr. Dorfer. „Zum einen wachsen zentrale Anwenderbranchen nicht mehr so stark, zum anderen berichten unsere Mitglieder zunehmend von Hürden beim Marktzugang – zum Teil aufgrund einer stärkeren Bevorzugung lokaler Anbieter.“ 

Das Geschäft mit den USA – dem zweitgrößten Handelspartner – blieb dagegen robust und legte um 5,8 % auf 574,0 Mio. Euro zu. Auch Frankreich behauptete mit einem leichten Plus von 1,4 % auf 307,1 Mio. Euro Platz drei der wichtigsten Absatzmärkte.

„Insgesamt bleibt das internationale Umfeld herausfordernd“, so Dorfer. „Der globale Wettbewerb hat 2025 spürbar an Schärfe gewonnen – und das dürfte auch 2026 prägen.“

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