VDMA Armaturen

Gebäudearmaturen: Ohne politischen Kurswechsel keine Trendwende

Die Gebäudearmaturenindustrie hat ein weiteres Jahr mit geringer Dynamik hinter sich und sieht für 2026 keine signifikante Erholung. Ausschlaggebend ist nun, ob eindeutige politische Signale und optimierte Rahmenbedingungen den Weg für die überfällige Trendwende ebnen.

Bild: stock.adobe.com/SMART.art
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Für die Gebäudearmaturenindustrie brachte das Jahr 2025 trotz eines vielversprechenden Auftakts – befeuert durch den Regierungswechsel und den angekündigten „Bau-Turbo“ – keine Trendwende. Im Inland stagnierten die Umsätze, im Ausland gingen sie um 7 % zurück. Insgesamt sank der Branchenumsatz um 4 %, preisbereinigt entspricht dies einem Minus von 6 %.
„Wir blicken inzwischen auf drei Jahre mit real rückläufigen Branchenumsätzen zurück und eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht“, sagt Lubert Winnecken, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Gebäudearmaturen und CEO der KEUCO GmbH & Co. KG. „Der Wohnungsbau steckt weiterhin tief in der Krise, die Nachfrage bleibt schwach. Ohne verlässliche und langfristige politische Entscheidungen wird sich diese Lage weiter verfestigen.“

Winnecken fordert deshalb entschlossenes Handeln der Politik: „Die Branche steht an einem kritischen Punkt. Was wir jetzt brauchen, ist vor allem Planungssicherheit. Die Bundesregierung muss die Rahmenbedingungen für Investitionen im Bausektor spürbar verbessern. Nur so kann Vertrauen in eine nachhaltige Erholung der Baukonjunktur entstehen – und damit die Grundlage für zentrale Industriezweige wie die Gebäudetechnik in Deutschland gesichert werden.“

Wettbewerbsdruck nimmt zu

„Unsere Mitglieder liefern entscheidende Lösungen für die Zukunft – von sicherer Trinkwasserversorgung über Energieeffizienz bis hin zur Kreislaufwirtschaft“, erläutert Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin VDMA Armaturen. „Doch diese Potenziale verpuffen, wenn Investitionen durch Bürokratie, unklare Regulierung und fehlende Planungssicherheit ausgebremst werden. Gebäudearmaturen sind kein Randthema – sie sind Voraussetzung für eine klimafreundliche Gebäudetechnik.“
Die Branche gerät zunehmend unter Wettbewerbsdruck: „Unsere Unternehmen stehen einer immer größeren Flut an Regulierung und bürokratischen Vorgaben gegenüber. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb mit Produkten aus Ländern, in denen unter deutlich anderen Rahmenbedingungen produziert wird“, betont Dorfer.

Uneinheitliche Entwicklung in den Teilbranchen

Innerhalb der Branche verlief die Entwicklung 2025 unterschiedlich. Technische Gebäudearmaturen erzielten ein Umsatzplus von 3 %. Sanitärarmaturen verzeichneten dagegen einen Umsatzrückgang von 5 % und der Umsatz mit Heizungsarmaturen ließ sogar um 9 % nach. Die Auftragseingänge geben derzeit keinen Anlass zur Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung.

Unsichere Weltlage dämpft Exportgeschäft zusätzlich

Die angespannte geopolitische Lage, zuletzt verschärft durch den Krieg in der Golf-Region, erhöht die Unsicherheit auf den internationalen Märkten spürbar. Für die exportorientierten Unternehmen der Gebäudearmaturenindustrie bedeutet dies zusätzliche Belastungen in ohnehin herausfordernden Märkten. In wichtigen Auslandsmärkten werden Investitionsentscheidungen vertagt, während gleichzeitig im Inland Energie- und Rohstoffpreise erneut steigen. Dies könnte hierzulande die Inflation erneut anheizen und die ohnehin fragile Verbraucherstimmung weiter dämpfen – mit entsprechenden Folgen für Investitionen und Nachfrage.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage und der anhaltend schwachen Baukonjunktur rechnet der VDMA Armaturen für das Jahr 2026 mit einem leichten Rückgang des Branchenumsatzes.

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