Tatort Brandschutz

Am Sonntagabend brennt ein Hochhaus - aber nur im Fernsehen

Der "Tatort" am 22. März rückt ein wichtiges Thema in den Fokus. DIvB und ABG Frankfurt Holding betonen jedoch, dass für Hochhäuser in Deutschland strenge rechtliche und technische Vorgaben gelten.

Das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz (DIvB) und die ABG Frankfurt Holding geben Entwarnung: Für Hochhäuser in Deutschland gelten strenge rechtliche und technische Sicherheitsvorgaben. Bild: stock.adobe.com
Das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz (DIvB) und die ABG Frankfurt Holding geben Entwarnung: Für Hochhäuser in Deutschland gelten strenge rechtliche und technische Sicherheitsvorgaben. Bild: stock.adobe.com

Der Frankfurter Tatort mit dem Titel „Fackel“, der am Sonntag ausgestrahlt wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz: Den Brandschutz. Der Film greift in fiktionalisierter Form einen Sachverhalt auf, der an die Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower im Jahr 2017 erinnert, bei der sich das Feuer über Fassadenelemente ausbreitete und 72 Menschen ums Leben kamen.

Das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz (DIvB) und die ABG Frankfurt Holding begrüßen diese öffentliche Aufmerksamkeit ausdrücklich. Zugleich weisen beide darauf hin, dass für Hochhäuser in Deutschland strenge rechtliche und technische Vorgaben gelten.

Nicht brennbare Baustoffe und hohe technische Anforderungen

Die Muster-Hochhaus-Richtlinie enthält umfassende Anforderungen an die verwendeten Baustoffe. So müssen in Hochhäusern alle wesentlichen Bauteile aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. Mit zunehmender Gebäudehöhe steigen zudem die Anforderungen an die Feuerwiderstandsfähigkeit tragender und aussteifender Bauteile. Hinzu kommen detaillierte Vorgaben für Rauchableitung, Löschwasserversorgung, Aufzüge, Installationsschächte, Sicherheitsbeleuchtung und Blitzschutz.

Britische Bauvorschriften hatten erheblichen Schwächen

Nach den damaligen britischen Bauvorschriften mussten Außenwände zwar feuerwiderstandsfähig ausgeführt werden. Diese Anforderungen bezogen sich jedoch vor allem auf tragende Bauteile und Außenwände selbst, nicht aber in gleicher Klarheit auf Fassadenpaneele, für die lediglich Anforderungen an eine schwere Entflammbarkeit galten. Als Reaktion auf die Brandkatastrophe im Grenfell Tower verbot Großbritannien zum 1. Oktober 2018 brennbare Materialien an Fassaden von Hochhäusern sowie anderen kritischen Gebäuden. Damit näherte sich Großbritannien den strengen deutschen Vorschriften an.

Hohe Sicherheitsstandards für Hochhäuser in Deutschland

„Es ist gut und richtig, dass ein Format wie der Tatort das Thema Brandschutz einer breiten Öffentlichkeit näherbringt. Gleichzeitig ist uns wichtig, deutlich zu machen: In Deutschland unterliegen Hochhäuser strengen brandschutzrechtlichen Anforderungen“, sagt Axel Haas, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für vorbeugenden Brandschutz. Er ergänzt: „Die Muster-Hochhaus-Richtlinie sorgt dafür, dass gerade für diese anspruchsvollen Gebäudearten hohe Sicherheitsstandards gelten, vom baulichen Rettungsweg über Sicherheitstreppenräume bis hin zu Brandmelde-, Alarmierungs- und Löschanlagen.“

„Gerade in wachsenden Städten spielen Hochhäuser eine wichtige Rolle für die Stadtentwicklung. Gleichzeitig müssen Gebäude heute energieeffizient, klimafreundlich, ressourcenschonend und sicher geplant und gebaut werden. Dämmung ist dabei ein wichtiger Baustein. Werden alle geltenden Vorschriften eingehalten, geht von ihr keine Gefahr für die Menschen aus, die in diesen Gebäuden wohnen oder arbeiten“, sagt Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding.

Über das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz (DIvB)
Das Deutsche Institut für vorbeugenden Brandschutz (DIvB) ist eine unabhängige Institution, die sich für praxisnahe, effektive und wirtschaftliche Lösungen im Brandschutz einsetzt. Als Schnittstelle zwischen Bauwirtschaft, Politik und Verwaltung analysiert das DIvB bestehende Bau- und Brandschutzvorschriften, identifiziert regulatorische Hemmnisse und entwickelt Vorschläge für eine effizientere Gesetzgebung.

Über die ABG Frankfurt Holding
Die ABG Frankfurt Holding ist der Wohnungsbau- und Immobilienkonzern der Stadt Frankfurt am Main. Das Unternehmen betreut rund 55.000 Wohnungen sowie rund 37.900 weitere Mietobjekte wie Park- und Gewerbeflächen. Als einer der größten Anbieter von Mieträumen in der Rhein-Main-Region steht die ABG für bezahlbares Wohnen, nachhaltige Quartiersentwicklung und soziale Stadtentwicklung in Frankfurt und der Region.

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