Behaglich wohnen mit Wärme aus Pellets

Umgeben von zahlreichen Waldgebieten und Naturparks liegt die beschauliche Gemeinde Schermbeck im idyllischen Münsterland. Dort erstand René Willnat ein von sechs Familien bewohntes Mehrfamilienhaus in Vollziegelbauweise. Durch umfassende Sanierungsmaßnahmen sowie den Einbau einer Pelletheizung mit Brennwerttechnik von ÖkoFEN und einer Solarthermieanlage gelang es ihm, den Energiebedarf um 75 % zu reduzieren und das Haus damit auf einen modernen Standard zu bringen.

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Das Mehrfamilienhaus in Schermbeck wurde 1963 ursprünglich in Vollziegelbauweise errichtet. Seit der Komplettsanierung ist es ein modernes Effizienzhaus 70 mit einem Jahresprimärenergiebedarf von 24 kWh
Das Mehrfamilienhaus in Schermbeck wurde 1963 ursprünglich in Vollziegelbauweise errichtet. Seit der Komplettsanierung ist es ein modernes Effizienzhaus 70 mit einem Jahresprimärenergiebedarf von 24 kWh

Das in der 14.000-Seelen-Gemeinde gelegene Mehrfamilienhaus wurde 1963 ursprünglich als Betriebsleiterwohnung einer Ziegelei errichtet. Dabei verwendete man nur Produkte aus der eigenen Herstellung, was dem Haus zwar einen ansprechenden Vollziegel-Look verlieh, aus energetischer Sicht jedoch erhebliche Nachteile mit sich brachte. „Als ich das Haus kaufte, stellten die Wärmeverluste über die Gebäudehülle eine regelrechte Katastrophe dar“, bilanziert Bauherr René Willnat. Ein Großteil der Wärme wurde sprichwörtlich „zum Fenster hinaus“ bzw. über die durchlässigen Außenwände und das Dach nach draußen geheizt. Mit seiner Firma Wohnbehagen, einem Zimmerei- und Holzbaubetrieb, der sich auf ökologische Effizienzhäuser spezialisiert hat, machte Willnat es sich schließlich zur Aufgabe, den Altbau fit für heutige Energiestandards zu machen und nahm in diesem Zuge eine Komplettsanierung vor.

Ganz im Sinne der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit entschied sich der Bauherr für eine Pelletheizung mit Brennwerttechnik von ÖkoFEN, um die 360 m² Wohnfläche mit behaglicher Wärme zu versorgen. Zusammen mit einer Solarthermieanlage werden in dem Effizienzhaus 70 hohe Energieeffizienzwerte erreicht; durch diese Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird auch die Umwelt entlastet.

Ökologisches Konzept

Bei der Sanierung war dem gelernten Bautechniker ein ganzheitliches, ökologisches Konzept wichtig, um den ehemaligen „energetischen Dinosaurier“, wie er es nennt, in ein nachhaltiges modernes Effizienzhaus 70 zu verwandeln. Herzstück dieses neuen Konzepts ist eine Pelletbrennwertheizung mit 15 kW Leistung, die von einer großzügig bemessenen Solarthermieanlage auf dem Dach unterstützt wird. Dabei konnte der Bauherr nicht nur auf die staatlichen Förderprogramme zurückgreifen, sondern auch ein rundum modernes und behagliches Zuhause schaffen – ohne die Mieter des sanierten Wohnhauses finanziell zusätzlich zu belasten. „Die Einsparungen bei den Heizkosten sind so immens, dass die Bewohner trotz einer sanierungsbedingten Mieterhöhung unterm Strich nicht mehr zahlen als vor dem Umbau“, erzählt Willnat.

Im ersten Schritt wurde hierzu die thermische Gebäudehülle aufgestockt. Statt der unzeitgemäßen Einfachverglasung wurden dreifachverglaste Fenster eingebaut, die ehemals monolithische Fassade mit einer Wärmedämmung versehen und große Luftschichten im Mauerwerk ausgefüllt. Schließlich wurde auch das Dach aufgedoppelt und über die Außenwände zusätzlich wärmegedämmt. Heute steht in Schermbeck nun das genaue Gegenteil der früheren „energetischen Katastrophe“, nämlich ein modernes Effizienzhaus 70 mit einem Jahresprimärenergiebedarf von gerade einmal 24 kWh/m²/a. Das entspricht in etwa einem Viertel des ursprünglichen Werts.

Regenerative Energien zur Wärmeerzeugung genutzt

Im Zuge des ökologischen und nachhaltigen Gesamtkonzepts sollte schließlich auch die alte Heizungsanlage komplett ausgetauscht werden. Bis zur Sanierung handelte es sich dabei um eine in die Jahre gekommene Flüssiggasheizung, da das Gebäude aufgrund seiner Abgelegenheit über keinen Gasanschluss verfügte. Die Wahl des neuen Wärmeerzeugers fiel Herrn Willnat dabei nicht schwer, wie er berichtet: „Weiterhin mit Flüssiggas oder anderen fossilen Brennstoffen zu heizen, kam für uns aus ökologischen Gründen nicht in Frage. Zudem konnten wir in unserem Firmenbüro in Gescher-Hochmoor bereits zehn Jahre positive Erfahrungen mit einem ÖkoFEN Pelletkessel sammeln. Zehn Jahre, in denen die Heizung zur vollsten Zufriedenheit, zuverlässig und mit besten Effizienzwerten funktioniert. Diese positiven Erfahrungswerte wollten wir genauso an die Bewohner des Hauses in Schermbeck weitergeben und entschieden uns deshalb für einen Pelletbrennwertkessel von ÖkoFEN.“

Außerdem eignet sich die Pelletheizung hervorragend für eine Kombination mit der heizungsunterstützenden solarthermischen Anlage, die ebenfalls im Zuge der Sanierung installiert wurde. Mithilfe von 22 m² Solarpanelen auf dem Dach des Mehrfamilienhauses wird die Sonnenwärme für die Bewohner nutzbar gemacht. Zusammen bilden Solarthermie- und Pelletanlage ein hybrides Heizsystem, das die jeweiligen individuellen Vorteile effizient vereint. Zentralstelle dieses Hybridsystems sind die beiden 750 l fassenden Pufferspeicher, die zusammen mit Pelletkessel und Pelletlagertank im Heizungskeller auf engstem Raum Platz fanden. Dort wird überschüssig produzierte Wärme so lange gespeichert, bis sie benötigt wird. Somit kann mit der Kraft der Sonne nicht nur das Warmwasser bereitgestellt werden, sondern in der Übergangszeit sogar geheizt werden. Nach Bedarf wird die Pelletheizung hinzugeschaltet und garantiert so einen stets grünen Energiemix mit perfekter CO2-Bilanz. „Und das alles bei minimalen Heizkosten, denn die Sonne schickt uns keine Rechnung“, wie Willnat treffend zusammenfasst.

Den umweltfreundlichen Brennstoff Holzpellets bezieht Willnat aus dem nahegelegenen Münster. Somit werden kurze Transportwege garantiert, was dem ökologischen Gedanken zusätzlich gerecht wird. Einmal befüllt, beliefert der platzsparende Gewebetank dank praktischem Vakuumsaugsystem den Heizkessel ein Jahr lang vollautomatisch mit Pellets. Um das Sechs-Familienhaus mit Wärme zu versorgen, benötigt die Pelletheizung dank intelligenter Brennwerttechnik ca. sechs Tonnen des CO2-neutralen Brennstoffs. Das entspricht Heizkosten von gerade einmal rund 1.200 € im Jahr. Dass die langjährigen Bewohner auch nach der aufwändigen Renovierung nicht einmal zusätzliche Kosten tragen müssen, spricht für den Erfolg des Vorhabens von Bauherr René Willnat. „Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase sind heute alle Mieter äußerst zufrieden mit der neuen Wohnsituation und berichten mir oft und gerne von der behaglichen Wärme in ihren neuen ‚alten‘ vier Wänden“, berichtet Willnat mit vernehmbarem Stolz und fügt hinzu: „Die Heizungsanlage von ÖkoFEN funktioniert erwartungsgemäß einwandfrei.“

Dank kommunaler und bundesweiter Förderprogramme, die die Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen, durfte sich René Willnat zudem über einen umfangreichen Zuschuss vom Staat freuen. So profitierte er nicht nur von einem günstigen KfW-Kredit, sondern auch vom Marktanreizprogramm des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie dem nordrhein-westfälischen Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen – kurz „progres.nrw“. Für René Willnats Holzbauunternehmen schließt sich über die Verwendung von Pellets im Schermbecker Mehrfamilienhaus einmal mehr der ökologische Holzkreislauf. Der Brennstoff entsteht als Nebenprodukt der Holzindustrie, weshalb kein einziger Baum für Pellets gefällt werden muss. Vielmehr tragen Holzpellets einen wichtigen Teil zur ganzheitlichen Nutzung des Rohstoffs bei. Auch bei der Dämmung wurde in Schermbeck Wert auf ökologische Produkte gelegt. Hier verwendete man mit Holzweichfaser und Cellulose natürliche Dämmstoffe, die ebenfalls aus Holz gewonnen werden. Und auch nach der Verfeuerung der Pellets endet deren Wertschöpfung noch nicht ganz, wie der Bauherr berichtet: „Einer der Mieter hat ein kleines Gemüsebeet zur Selbstversorgung im Garten hinter dem Haus angelegt. Daher nimmt er auch immer gerne die einfache Ascheentleerung vor, die nur zweimal in der Heizperiode erfolgen muss, und nutzt diese als Dünger für seine Pflanzen. Eine harmonischere Symbiose von Mensch und Umwelt kann ich mir wirklich nicht vorstellen.“

Eine Information der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH, Mickhausen

Siehe Firmenprofil

Planungsbeteiligte

 

 

Bauherr: René Willnat (Geschäftsführer Wohnbehagen GmbH & Co. KG), Gescher-Hochmoor

Planungsbüro: Wohnbehagen GmbH & Co. KG, Gescher-Hochmoor

Ausführung (Heizungsinstallateur):Karl-Heinz Hüsing, SWB GmbH, Herten-Scherlebeck

Heizungstechnik: ÖkoFEN Heiztechnik GmbH, Mickhausen

Daten & Fakten:

Effizienzhaus 70 mit 6 Wohneinheiten, insgesamt 360 m² Wohnfläche, Baujahr: 1963

Jahresprimärenergiebedarf: 24 kWh pro m² und Jahr

Jahresendenergiebedarf: 71 kWh pro m2 und Jahr

U-Wert (therm. Gebäudehülle): 0,30 W pro m² und K

Pelletkessel: ÖkoFEN Pellematic mit Brennwerttechnik mit 15 kW Leistung + 2 × 750 l Pufferspeicher

Pelletlager: ÖkoFEN Flexilo Compact Gewebetank KGT2626 mit bis zu 8,5 t Füllvolumen

Redaktion (allg.)

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Artikel Behaglich wohnen mit Wärme aus Pellets
Seite 56 bis 57
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