Zellulare Quartierstransformation und saisonale Aquiferspeicherung – Infrastruktur für eine warmmietenneutrale Dekarbonisierung urbaner Bestandsquartiere
Saisonale Wärmespeicherung mit Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) und Erdsondenfelder (BTES) sind grundsätzlich geeignete Technologien der oberflächennahen Geothermie. Im hochverdichteten Bestand der Innenstadt scheitert ihre breite Anwendung jedoch häufig an räumlichen Randbedingungen. Brunnendubletten benötigen mehrere Brunnenstandorte und ausreichende Abstände, Erdsondenfelder große Bohrfelder. Die eigentliche Innovationsbarriere liegt daher weniger in der Thermodynamik als in der reproduzierbaren Integration saisonaler Speicher in bestehende Stadtstrukturen.
Hier setzt der Horizontalfilter-Zirkulationsbrunnen (HFZBr) an; der die seit mehr als hundert Jahren bewährte Horizontalfilterbrunnentechnik erstmals in eine systematische Speicheranwendung überführt. Er wird zum thermischen Knotenpunkt eines kalten Quartiersnetzes, in dem unterschiedliche Niedertemperaturquellen unabhängig von ihrem zeitlichen Auftreten zusammengeführt werden. Für das Quartier Gitschiner Straße bedeutet dies die gemeinsame Nutzung der Tiefgaragenabluft, von PVT-Anlagen, Luftwärmetauschern, der Abwasserdruckleitung sowie perspektivisch des Landwehrkanals. Der saisonale Speicher entkoppelt Wärmeangebot und Wärmebedarf und macht damit Energiequellen wirtschaftlich nutzbar, die isoliert betrachtet nur einen begrenzten Beitrag leisten könnten.
Am Beispiel des Pilotquartiers wurden ein Konzept für die Vorklärung der Machbarkeit entwickelt und eine valide Kostenschätzung für Umweltwärmequellen und Kühlpotenziale einschließlich CO2-Bilanzierung erstellt.





























































































