Wohnen neu gedacht

43 Wohnungen mit Abluft-Wärmepumpe

Direkt an der Jeetzel, in zentraler Lage der Stadt Lüchow, entstand mit einem Wohnprojekt auch ein neuer Lebensraum am Fluss. Hier werden modernes Wohnen, nachhaltige Bauweise und hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbunden. Jede Wohnung wurde mit einer dezentralen Nibe Abluftwärmepumpe für Heizung, Warmwasser und Lüftung ausgestattet.

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Wohnen am Fluss: Angrenzend an die Wohnanlage fließt die Jeetzel und bietet eine hohe Freizeitqualität. Bild: Jeetzelblick
Wohnen am Fluss: Angrenzend an die Wohnanlage fließt die Jeetzel und bietet eine hohe Freizeitqualität. Bild: Jeetzelblick

Auf einem ehemaligen Gelände eines städtischen Bau- und Betriebshofs realisierten zwei regionale Unternehmer das Projekt „Jeetzelblick“ – ein hochwertiges Wohnensemble aus vier Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 43 Wohnungen.

Die besondere Lage am Wasser prägt das gesamte Konzept: Der ehemalige Hafenbereich mit seiner Aufweitung des Flusses schafft eine offene, ruhige Atmosphäre, während die fußläufig erreichbare Innenstadt den Gedanken der „Stadt der kurzen Wege“ konsequent unterstützt. Eingebettet in eine parkähnliche Umgebung mit gewachsenem Baumbestand existiert nun Wohnraum, der sowohl urban als auch naturnah ist.

 

Projekttafel

Ort: Lüchow

Objekt: Neubau von vier Mehrfamilienhäusern

Baujahr: Planungsbeginn 2019 – Fertigstellung 2025

Wohn-/Nutzfläche: 43 WE mit je ca. 84 bis 132 m²

Wärmeverteilung: Fußbodenheizung

Heizsystem: Nibe S735-4 Abluftwärmepumpe als Kompaktsystem für Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung in jeder Wohnung

Effizienzpartner: Wasser Wärme Wendland GmbH, Clenze

Bauträger: Jeetzelblick GmbH & Co. KG, Woltersdorf

 

Qualität als Leitprinzip

Von Beginn an war der Anspruch klar definiert: Es sollte ein hochwertiger, barrierearmer Wohnraum entstehen, der sich harmonisch in die Umgebung einfügt und zugleich modernen Wohnkomfort bietet. Statt dichter Bebauung wurde bewusst auf großzügige Freiflächen gesetzt. Zwischen den Gebäuden entstanden Grünräume, Begegnungsflächen und Rückzugsorte.

Die Architektur folgte einem klaren Entwurfsraster. Dreigeschossige Baukörper mit Staffelgeschoss, kombiniert mit Fassaden aus Vollziegel- und Plattenelementen, schaffen ein ruhiges, ausgewogenes Erscheinungsbild. Großzügige Fensterflächen sorgen für viel Tageslicht, während Balkone und Terrassen den Bezug zur umgebenden Natur herstellen.

Die Wohnungen mit Größen zwischen 84 und 132 m² bieten einen gehobenen Standard: Dreifachverglasung, elektrische Rollläden, Fußbodenheizung, barrierearme Bäder und eine durchdachte Grundrissgestaltung schaffen ein komfortables Wohnumfeld für unterschiedliche Lebenssituationen.

Dezentrale Wärmepumpentechnik als Schlüssel

Das Kernstück des Energiekonzepts ist die konsequente Umsetzung einer dezentralen Versorgung: Jede Wohnung ist mit einer eigenen Nibe S735 Abluftwärmepumpe ausgestattet. Dieses System vereint Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung in einem kompakten Gerät.

Die Entscheidung für diese Lösung fiel aus mehreren Gründen. Moderne, gut gedämmte Neubauten benötigen ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 – die Abluftwärmepumpe erfüllt diese Anforderung systembedingt. Als Wärmequelle nutzt sie die in der Abluft enthaltene Energie aus der Raumluft sowie Wärmeenergie von Personen und elektrischen Geräten.

Die Geräte arbeiten platzsparend im Hauswirtschaftsraum, benötigen keine Außeneinheit und reduzieren damit sowohl den baulichen Aufwand als auch die Kosten. Durch die dezentrale Struktur entstehen kurze Leitungswege, dies minimiert Energieverlust. Wärme und Warmwasser werden dort erzeugt, wo sie benötigt werden.

Raumwunder: Die Nibe Abluftwärmepumpe passt mit einer Stellfläche von nur 62 × 60 cm in den kleinen Technikraum – das spart Platz und Baukosten. Bild: Nibe Systemtechnik GmbH

Ein weiterer Vorteil liegt in der individuellen Abrechnung: Jede Wohnung ist energetisch unabhängig. Verbrauch und Kosten lassen sich transparent den entsprechenden Haushalten zuordnen.

Funktionsweise der Nibe Abluftwärmepumpe

Eine Abluftwärmepumpe nutzt die Wärme der verbrauchten Raumluft, um Heizenergie und Warmwasser zu erzeugen. Die Wärmepumpe saugt die ca. 20 °C warme Luft aus Küche, Bad und WC an und führt sie über einen weiteren Wärmetauscher des Kältekreises. Ein Kompressor verdichtet das im Kältekreis enthaltene und von der Luft vorgewärmte Kältemittel, dabei steigen Druck und Temperatur stark an (Kühlschrankprinzip).

Die Wärmeenergie wird über einen Wärmetauscher an den Heizkreislauf oder den Warmwasserspeicher abgegeben. Die verbrauchte und entwärmte Abluft wird nach draußen geleitet. Über Zuluftventile in der Außenwand strömt frische, sauerstoffhaltige Luft von außen in die Wohn- und Schlafzimmer.

Eine Nibe Abluftwärmepumpe entzieht der etwa 20 °C warmen Abluft so viel Energie, dass sie mit bis zu –19 °C nach außen abgeführt wird. Aus dieser Temperaturdifferenz gewinnt sie die ideale Systemtemperatur, um ein Haus energieeffizient zu heizen und Wasser zu erwärmen.

Komfort durch integrierte Lüftung

Die integrierte Lüftungsfunktion sorgt kontinuierlich für frische, gefilterte Luft in den Wohnräumen, ohne dass Fenster geöffnet werden müssen. Die Abluft aus Küche, Bad, Gäste-WC und Hauswirtschaftsraum wird von der Wärmepumpe als Wärmequelle energetisch genutzt und anschließend als Fortluft nach außen abgeführt.

Die Zuluft erfolgt über dezente Öffnungen in Rollladenkästen oder mit Fensterfalzlüftern, die selbstständig auf Druckunterschiede reagieren. Dieses rein mechanische System gewährleistet einen kontrollierten Luftwechsel mit gleichbleibendem Volumenstrom, ohne Zugerscheinungen und ohne zusätzlichen Energiebedarf.

Nachdem die Wärmepumpe der Raumluft die Wärmeenergie entzogen hat, wird die verbrauchte und entwärmte Luft über das Fassadengitter nach draußen abgeführt. Bild: Nibe Systemtechnik GmbH

Das Ergebnis ist ein dauerhaft angenehmes Raumklima. Der Verzicht auf manuelles Lüften reduziert zudem typische Nachteile, wie großen Wärmeverlust durch zu intensiven Luftaustausch, Insekteneinfall, Lärm oder Sicherheitsrisiken.

Praxis im Alltag

Wie sich das System im Alltag bewährt, zeigt die Erfahrung eines Bewohners, der seine Wohnung im Jeetzelblick im November 2025 bezog. Mit 84 m² Wohnfläche und offener Raumstruktur bietet die Wohnung moderne Lebensqualität.

Besonders die Lüftungsfunktion überzeugt selbst bei intensiver Nutzung der offenen Küche: Alle Gerüche werden zuverlässig abgeführt. Das System arbeitet im Hintergrund, ohne aktives Eingreifen. Die Steuerung erfolgt bewusst einfach über klassische Thermostate.

Die Anpassung des Nutzerverhaltens ist minimal: Fenster bleiben überwiegend geschlossen, kurzfristige Temperaturwechsel werden vermieden. Gleichzeitig entstehen Vorteile im Alltag. Z. B. trocknet die Wäsche sehr schnell und das Raumklima bleibt konstant und ohne Feuchtespitzen.

Nachhaltigkeit ohne Komplexität

Das Projekt ist in energieeffizienter Bauweise errichtet und erfüllt den KfW-55-Standard. Auf komplexe Systeme wurde bewusst verzichtet. Digitale Energiemanagementlösungen sind nicht notwendig, die Technik ist robust, verständlich und wartungsarm.

Kompakt, smart und effizient – die Nibe Abluftwärmepumpe S735 Bild: Nibe Systemtechnik GmbH

Zentral oder dezentral?

Die Abwägung zwischen einem zentralen Heizsystem für alle Wohnungen oder einem dezentralen System für jede einzelne Wohnung fiel zugunsten der dezentralen Variante, mit einer Abluftwärmepumpe für jede Wohnung.

Die Investitionskosten dafür liegen auf einem ähnlichen Niveau wie die einer zentralen Heizung. Der Mehraufwand für z. B. eine Zirkulationsleitung bei einer zentralen Anlage und vor allem für das zusätzlich notwendige Lüftungssystem wiegen die Kosten für die Installation der Einzelanlagen auf. Darüber hinaus bietet die dezentrale Lösung überzeugende Vorteile im Hinblick auf Flexibilität, Effizienz und Transparenz bei der Energiekostenabrechnung.

Auch beim Thema Photovoltaik wurde eine pragmatische Lösung gewählt: Statt einer zentralen Anlage auf den Gebäuden ist die Infrastruktur für PV-Anlagen auf den Carports vorbereitet. Die Umsetzung liegt bei den Eigentümern und kann individuell erfolgen.

Bauen mit regionaler Kompetenz

Die Planung und Umsetzung der Haustechnik übernahm der Nibe Effizienzpartner Wasser Wärme Wendland GmbH unter Leitung von Clemens Meinecke, der auch ein langjähriger Partner der Bauherren ist. Die Zusammenarbeit basiert auf Erfahrung und Vertrauen – entscheidende Faktoren für die reibungslose Umsetzung eines Projekts dieser Größenordnung.

Alle Gewerke wurden regional vergeben und zentral koordiniert. Vom Grundstückserwerb über die Planung bis zur Fertigstellung lag die Verantwortung in einer Hand. Dieses Vorgehen gewährleistete eine hohe Qualitätssicherung und eine konsequente Umsetzung der Projektziele.

Clemens Meinecke, Geschäftsführer der Wasser Wärme Wendland GmbH. Bild: Nibe Systemtechnik GmbH

„Die Zusammenarbeit mit Nibe war sehr gut, wir haben von Anfang an eine sehr gute Zuarbeit erhalten“, sagt Clemens Meinecke. „Von der Planung über die Betreuung – auch während der Bauphase – kann ich nur Gutes berichten.“

Fazit: Wohnen mit Perspektive

Das Projekt „Jeetzelblick“ steht exemplarisch für eine zeitgemäße Form des Wohnungsbaus: hochwertige Architektur, nachhaltige Technik und ein klares Verständnis von Lebensqualität. Die Kombination aus Lage, Konzept und Ausführung schafft einen Wohnraum, der langfristig Bestand hat.

Die Nähe zur Natur, die durchdachte Gestaltung der Außenräume und die technische Ausstattung bilden eine Einheit, die über das einzelne Gebäude hinaus wirkt. Hier ist nicht nur Wohnraum, sondern ein lebenswertes Umfeld entstanden.

„Mit den Nibe Abluftwärmepumpen verbinden wir Lüftung und eine wirtschaftliche, nachhaltige Haustechnik in einem System – effizient, kompakt und zukunftssicher“, sagt Meinecke.

Eine Information der Nibe Systemtechnik GmbH, Celle

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43 Wohnungen mit Abluft-Wärmepumpe
Seite 154 bis 156
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