Verzahnung von Theorie und Praxis

Kälte- und Klimatechnik im dualen Studium

Ingenieure werden händeringend gesucht. Das gilt auch für die Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik. Das heißt, wer sich beruflich dafür entscheidet, befindet sich in einer krisen- und zukunftssicheren Branche. Beste Bedingungen für ein Studium auf hohem Niveau und einen erfolgreichen Start in die Berufswelt bietet das duale Studienangebot StudiumPlus der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und der Europäischen Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung (ESaK).

1105
Die neuen Studierenden wurden im September 2024 am Campus Bad Vilbel begrüßt – 16 von ihnen haben den Bachelor-Studiengang Ingenieurwesen in der Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik belegt. Bild: StudiumPlus
Die neuen Studierenden wurden im September 2024 am Campus Bad Vilbel begrüßt – 16 von ihnen haben den Bachelor-Studiengang Ingenieurwesen in der Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik belegt. Bild: StudiumPlus

Die Europäische Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung (ESaK) in Maintal bei Frankfurt hat eine zwanzigjährige Tradition. Seit 2004 hat über ein Drittel aller in Deutschland ausgebildeten kälte- und klimatechnischen Ingenieure das duale Studienangebot an der EsaK absolviert. Seit dem Wintersemester 2024/2025 geht die Hochschule nun neue Wege und bietet die Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik im Bachelor-Studiengang Ingenieurwesen Maschinenbau gemeinsam mit StudiumPlus und dem CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD) an. Studienort ist der StudiumPlus-Campus in Bad Vilbel; die bestens ausgestatteten Labore der ESaK in Maintal werden weiterhin für die Qualifizierung der Studierenden genutzt.

Verknüpfung von akademischer Lehre und Berufspraxis

Das Studium bietet eine einzigartige Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung bei Partnerfirmen aus Industrie, Handwerk und Handel. Akademische Lehre und Berufspraxis werden dabei intensiv verknüpft. Durch die enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche wird es den Studierenden ermöglicht, bereits während des Studiums wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen und ihr theoretisches Wissen direkt anzuwenden. Das intensive, praxisnahe Studium vermittelt nicht nur Fachwissen, sondern bereitet auch auf breiter Basis auf die Berufstätigkeit vor, indem die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden mit in den Fokus gerückt wird: Der enge Dialog zwischen Professoren, Dozenten und Betreuern aus der Praxis sowie Studierenden wird in Kleingruppen intensiv gepflegt.

Zeitlicher Ablauf des dualen Studiums von StudiumPlus Bild: StudiumPlus

Win-Win-Situation für Studierende und Partnerunternehmen

Aus dem Angebot von StudiumPlus und ESaK ziehen die Studierenden wie auch die Partnerunternehmen gleichermaßen Nutzen: Die Studierenden profitieren sowohl von der starken Fachbezogenheit der ESaK als auch vom breiten Wahlmodulangebot der gesamten THM. Nach dem Bachelor-Abschluss nach sieben Semestern können sie innerhalb von drei weiteren Semestern auch noch einen dualen Master-Abschluss bei StudiumPlus erwerben. Die CCD-Partnerfirmen wiederum können sich auf die wissenschaftliche Expertise und die langjährige Erfahrung in der Verzahnung von Theorie und Praxis von StudiumPlus und der ESaK verlassen und sich sicher sein, dass die Studierenden – also ihre künftigen Mitarbeitenden – bestmöglich ausgebildet und qualifiziert werden.

Der Studienablauf

Im Bachelor-Studiengang Ingenieurwesen Maschinenbau mit Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik überwiegen in den ersten drei Semestern die Grundlagenmodule des Maschinenbaus wie z.B. Mathematik, Naturwissenschaften, Mechanik, Konstruktion und Grundlagen der Thermodynamik. Die höheren Semester sind gekennzeichnet durch ein vertiefendes anwendungsorientiertes Lehrangebot. Dabei besteht im fünften Semester die Möglichkeit verschiedene Wahlmodule zu belegen. Hierzu zählen z.B. Wärmepumpen, Klimatechnik oder Projektierung Kälte. In jedem Semester integriert ist eine längere Praxisphase bei einem der Partnerunternehmen.

Vortrag im Rahmen des Info-Tages für Partnerfirmen und Studierende Bild: ESaK

Eine krisensichere Branche

Kälte- und klimatechnische Anlagen verrichten ihre Arbeit meist im Verborgenen. Die wenigsten kennen daher ihre zahlreichen Anwendungsbereiche – sie sind aber überall zu finden und ohne sie würde hierzulande (fast) nichts mehr laufen. Kälteanlagen sind das Rückgrat unserer gesamten Wirtschaft. Man findet sie u.a. in Supermärkten, in Rechenzentren, in Bäckereien, Brauereien, Metzgereien und Restaurants, in Krankenhäusern und der Industrie, als Wärmepumpen und Klimageräte in privaten und gewerblich genutzten Gebäuden. Genauso vielfältig und abwechslungsreich sind die Tätigkeiten, die Ingenieure mit Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik in ihrem Berufsleben erwarten. Und die Vielfalt ist auch ein Grund für die Krisensicherheit der Branche.

Die Fachrichtung Kälte- und Klimatechnik im dualen Studiengang Ingenieurwesen Maschinenbau eröffnet also vielversprechende berufliche Zukunftsaussichten. Zudem hat die Arbeit in der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche eine hohe gesellschafts- und umweltpolitische Bedeutung: Die Entwicklung und Produktion effizienter, klima- und umweltfreundlicher Heizungssysteme ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und des Themenbereichs Energieeffizienz.

Das duale Studium qualifiziert Fachkräfte für dieses Zukunftsfeld und trägt zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur bei.

Weitere Informationen zum Studienangebot finden hier.

FH Münster ruft auf
In der Krise liegt auch immer eine Chance: Sowohl zum Wandel, als auch zum Erfolg. So oder so ähnlich erleben die Hochschulen der angewandten...
Nachhaltige Gebäudetechnik
Die Einsparpotenziale sind riesig, denn der Gebäudesektor ist für bis zu 40 % des Gesamtenergieverbrauchs in Mitteleuropa verantwortlich. Gebäude sind...

Prof. Dr. habil. Alexander Krimmel

Prof. Dr. habil. Alexander Krimmel
AnhangGröße
Beitrag als PDF herunterladen302.36 KB

· Artikel im Heft ·

Kälte- und Klimatechnik im dualen Studium
Seite 28 bis 29
18.12.2025
Cyberkriminalität in Baubranche - und wie Unternehmen sich dagegen schützen können
Ein falscher Klick – und schon müssen Bauprojektverantwortliche mit Cyberkriminellen um Lösegeld verhandeln. Ransomware, eine Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert, hat längst...
30.12.2025
Im Zuge einer umfangreichen Sanierung und Erweiterung modernisiert die VEGA Grieshaber KG seit 2020 ihren Hauptsitz in Schiltach stetig weiter. Dabei sind unter Mitwirkung der Mitarbeitenden bereits...
10.12.2025
Im Gespräch
Das neue EMEA Development Center (EDC) von Daikin steht im Wissenschaftspark der Universität Gent. MGT sprach mit Stephanie Debaets, Projektleiterin Entwicklung Heizungssysteme Altherma 4 und Laurent...
15.10.2025
Nationaltheater Mannheim
60 Jahre nach seiner Eröffnung wird das Nationaltheater Mannheim aufwändig generalsaniert. Luftauslässe von Kiefer Klimatechnik sorgen künftig für einen komfortablen Theatergenuss. Speziell für dieses...
12.06.2025
Ludwig-Maximilians-Universität München
Der HighTech Campus der LMU am Westrand Münchens ist eines der größten Wissenschaftszentren Europas, in dem Grundlagenforschung, Lehre und Technologieinnovation zusammengeführt sind. In der Fakultät...
07.07.2025
Konferenz in Berlin
Die 7. IPA-Konferenz zeigte gute und schwierige Erfahrungen mit dem kollaborativen Bauen, sowie ungebrochenen Enthusiasmus für echte Zusammenarbeit, viel mehr Beteiligung und deutlich weniger Streit.