Die Technische Universität Berlin musste Anfang Mai ihr Hauptgebäude schließen. Sanierungen an Bausubstanz und technischer Gebäudeausrüstung waren viele Jahre ausgeblieben und inzwischen besteht Gefahr für Leib und Leben.
Die TU bildet in ihren Ingenieurstudiengängen u. a. ExpertInnen für Bauwesen und Gebäudeenergiesysteme aus, Fachleute also, die die technische Seite solcher Probleme lösen könnten. Es könnte nun sein, dass sich aufgrund des jetzt stark eingeschränkten Raumangebotes weniger Studierende für die TU entscheiden. Oder auch für andere Berliner Hochschulen, denn milliardenschwere Sanierungsstaus sind ein weit verbreitetes Problem, das aus eigener Kraft nicht lösbar erscheint. Die Hochschulverträge Berlins wurden kürzlich geändert, doch die bereitgestellten Landesmittel können die steigenden Kosten offenbar nicht auffangen. Die Unterfinanzierung bringt nicht wenige in Schwierigkeiten.
An der Berliner Hochschule für Technik BHT werden im Studienjahr 2026/27 in mehreren Bachelor-Studiengängen, darunter Gebäude- und Energietechnik, weniger Plätze angeboten. Medienberichten zufolge begründet die BHT dies allerdings mit der Auslastung der Studiengänge. Dabei werden aber beispielsweise TGA-Planende händeringend gesucht – so sehr, dass Studierende den Master oft gar nicht erst beginnen, denn sie werden bereits zuvor mit hohen Summen abgeworben, sagen Quellen. Das erlaubt den Schluss, dass es eigentlich mehr statt weniger Studienplätze braucht.
Dass es deutschen Bildungseinrichtungen nicht gut geht, hat auch die Bundesregierung erkannt. Sie sind im 500 Mrd. € umfassenden Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) mit bedacht. Für Kitas und Hochschulen erhalten die Länder für den Zeitraum 2026 bis 2029 vom Bund 4,0 Mrd. € aus diesem Topf. Brandenburg, Hessen und Schleswig-Holstein investieren 2026 ihren kompletten Anteil in die Hochschulen, andere Bundesländer zumindest einen Teil.
Die Finanzlücken müssen geschlossen und die Gebäude instandgesetzt und modernisiert werden. Doch der Fachkräftemangel hat auch Gründe, die mit der physischen Vernachlässigung der Bildungslandschaft nichts zu tun haben.
Der MINT-Frühjahrsreport 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft beziffert die bundesweite Fachkräftelücke trotz des derzeit schwächelnden Wachstums mit noch immer 133.900 Personen. Energie-, Elektro- und Bauberufe zählen demnach zu den Bereichen mit den größten Engpässen. Der VDI merkt insbesondere an, dass die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften (und in der Informatik) zwischen 2016 und 2023 von 143.400 auf 128.400 zurückgingen und perspektivisch weiter sinken werden. Als Ursache nennt der Verband z. B. abnehmende mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern. Zudem thematisiert er den zwar steigenden, aber noch immer überschaubaren Frauenanteil in den MINT-Fächern und will auch mehr internationale Fachkräfte gewinnen.
Technik kann zweifellos begeistern, aber es fehlt ihr manchmal an Bekanntheit. Informationsangebote und frühzeitige Praxiseinblicke schon während der Schulzeit könnten Abhilfe schaffen, gezielte Kampagnen auch mehr Schülerinnen ansprechen.
Für die Technische Gebäudeausrüstung gibt es seit einigen Jahren einen neuen Mitspieler im Feld. Der 2023 gegründete tgabar e. V. bündelt Kompetenzen TGA-planender Ingenieurbüros und hat sich die Förderung von Berufsbildung, Wissenschaft und Forschung im Bereich der TGA auf die Fahnen geschrieben. Nachwuchsgewinnung ist ein Kernziel. Kürzlich traf man sich zur dritten Konferenz (S. 12).
In eigener Sache
Anfang des Jahres wurde die HUSS-MEDIEN GmbH vom VDE VERLAG übernommen. Nun hat unser Verlag auch einen neuen Namen: media2business GmbH bündelt die Ausrichtungen der Fachzeitschriften und Medienangebote unserer Zielgruppen von Elektrohandwerk und Ingenieurbüros über Immobilienwirtschaft und Personalmanagement.
M.Sc., Dipl.-Ing. (FH) Silke Schilling
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