Bauwirtschaft

Wohnungsbau: Baugenehmigungen brechen im 1. Halbjahr weiter ein

Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baugenehmigungen von Wohnungen im Juni 2024 kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa:

Bild: stock. adobe.com/ Calado
Bild: stock. adobe.com/ Calado

„Das Wohnungsbaufiasko geht weiter. Im Juni genehmigten die Behörden 17.626 Wohnungen, 19 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr sind gerade einmal 106.654 Genehmigungen erteilt worden. So ein schlechtes Niveau gab es zuletzt vor gut 10 Jahren. Und es ist ein kontinuierlicher Rückgang seit nunmehr 26 Monaten.

Der Monatsdurchschnitt im ersten Halbjahr liegt bei ca. 17.800 genehmigten Wohnungen, im ersten Halbjahr 2021 waren es noch ca. 31.600 Wohnungen. Mit diesem Niveau haben die Bauunternehmen auch ihre Kapazitätsentwicklung seinerzeit weiter geplant, gemäß der Zielstellung der Bundesregierung, jährlich 400.000 WE zu errichten. Von diesem Ziel entfernen wir uns immer weiter. Eine Verschärfung am Mietwohnungsmarkt ist mit diesen Genehmigungszahlen vorprogrammiert.

Die bisher von der Bundesregierung gesetzten Impulse sind zu schwach, um den Wohnungsbau wieder in Schwung zu bringen. Vor allem wegen hoher Bauzinsen und strenger Energieanforderungen ist das Bauen für viele unerschwinglich geworden beziehungsweise es rentiert sich einfach nicht mehr.

Zwei Drittel aller Wohnungen in Deutschland bauen private Bauherren. Gerade sie sind angesichts der schwierigen Finanzierungsbedingungen mehr denn je auf die Förderung des EH 55-Standards angewiesen und hoffen nun schon lange auf bessere Zinssätze sowie attraktivere Förderungen. Die Bundesregierung sollte sich endlich zu ihren eigenen Zielen bekennen und mehr in den Wohnungsbau investieren.

Aber auch Länder und Kommunen können den Wohnungsbau ankurbeln. Die Landesbauordnungen sind das schärfste Schwert, um das Bauen zu vereinfachen. Niedersachsen hat gerade seine Landesbauordnung novelliert und eine echte Blaupause für andere Länder vorgelegt. Grenzabstände wurden reduziert, wodurch Gebäude größer gebaut werden können. Auch die Pflicht, beim Wohnungsbau gleichzeitig Autostellplätze zu schaffen, fällt weg. Zudem sind die Möglichkeiten zum Dachgeschossausbau oder zur Aufstockung einfacher geworden. Könnten wir in allen 16 Bundesländern so bauen, würden auch wieder mehr bezahlbare Wohnungen entstehen.“

Printer Friendly, PDF & Email
18.08.2025
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE, äußert sich zu den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts zur Halbjahresbilanz 2025 im Wohnungsbau.
20.11.2025
Offener Brief zur Bauministerkonferenz
In einem offenen Brief fordern Deutsche Umwelthilfe (DUH), Architects for Future (A4F) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Bauministerinnen und -minister der Bundesländer auf, Hemmnisse für...
21.08.2025
Studie - Bauwirtschaft
Die neu erschienene Jahresanalyse von BauInfoConsult zeigt, dass sich die Genehmigungskonjunktur im ersten Halbjahr erholt hat. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf das Fertigstellungsvolumen im...
16.01.2026
Leichter Aufwärtstrend
Von Januar bis November 2025 wurden 215.500 Wohnungen genehmigt. Der Anstieg um 11,3 % lässt die Stimmung in der Branche jedoch nicht steigen.
09.09.2025
Wirtschaft
Trotz Regierungswechsel und "Bau-Turbo" verzeichnet die Gebäudearmaturenindustrie im 1. Halbjahr 2025 nur leichte Umsatzzuwächse.
10.11.2025
SHK-Barometer
Das Geschäftsklima im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik stabilisierte sich im Herbst 2025 bei +/-0 Punkten. Industrie und Handwerk bewerten die Lage positiver als der Großhandel.