Marktdaten

Heizungsmarkt im Herbst – keine Entspannung in Sicht

Die neueste Absatzstatistik des BDH zeigt, dass der Absatz von Heizungen in Deutschland weiterhin rückläufig ist. Einen positiven Aufwärtstrend gibt es hingegen bei Wärmepumpen und Biomasse-Heizungen.

Bild: BDH
Bild: BDH

Der Absatz von Heizungen in Deutschland bleibt weiter rückläufig. Das zeigt die neueste Absatzstatistik, die der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) heute im Rahmen seiner Mitgliederversammlung in Berlin vorgelegt hat. Bis einschließlich Oktober 2025 wurden lediglich rund 529.000 Heizungen verkauft – ein Minus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit steuert die Heizungsbranche auf eines der schwächsten Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre zu.

„Der Marktrückgang gefährdet Wachstum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Heizungsindustrie“, betont BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Zudem werde das Erreichen der Klimaschutzziele im Gebäudesektor zunehmend erschwert.

Für das Gesamtjahr 2025 rechnet der BDH mit insgesamt etwa 616.000 abgesetzten Heizungen – ebenfalls ein Rückgang um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Hauptursache für die schwache Nachfrage sieht der Verband die seit 2024 anhaltende Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die emotional geführte politische Debatte um das sog. „Heizungsgesetz“ (§ 71 GEG) habe Spuren bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern hinterlassen. Hinzu komme, dass die Kommunale Wärmeplanung vielerorts unrealistische Erwartungen bei den Verbrauchern geweckt habe. Nach Angaben des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) stünden zahlreiche Kommunen vor finanziellen und personellen Engpässen, sodass vielerorts keine zentrale Wärmeversorgung entstehen werde.

Lichtblick bei Wärmepumpen

Einen positiven Trend zeigt der Absatz von Wärmepumpen. Bis einschließlich Oktober 2025 wurden über alle Wärmepumpen-Technologien hinweg rund 255.000 Geräte verkauft – ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr prognostiziert der BDH rund 284.000 abgesetzte Wärmepumpen und damit ein Wachstum von 47 Prozent gegenüber 2024.

Die Dynamik im Wärmepumpenmarkt sei erfreulich, reiche aber bei Weitem nicht aus, um die Ziele der früheren Bundesregierung zu erreichen, so der BDH. Die Vorgängerkoalition hatte 500.000 installierte Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 als Zielmarke ausgegeben. Allein in den ersten beiden Jahren wurde das Ziel um über 50 Prozent verfehlt.

Auch der Markt für Biomasse-Heizungen zeigt nach einer zuletzt schwachen Entwicklung wieder leichte Erholungstendenzen: Bis Oktober wurden rund 25.500 Geräte verkauft, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr – wenn auch auf niedrigem Niveau.

Vertrauen durch Planungssicherheit schaffen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklung erneuert der BDH seinen Appell an die Bundesregierung, rasch für Planungssicherheit und Klarheit bei den ordnungsrechtlichen Vorgaben zu sorgen. Dabei dürften die Fehler der Ampelkoalition nicht wiederholt werden. Statt öffentlicher politischer Auseinandersetzungen sei nun ein geschlossenes und entschlossenes Vorgehen der Bundesregierung erforderlich. Für die Menschen und die Heizungsbranche gehe es um Verlässlichkeit – insbesondere in Fragen der Förderung, der CO2-Bepreisung und der Energiepreise, einschließlich der Stromsteuerentlastung.

Die turnusgemäße Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) fand in diesem Halbjahr in der Vertretung des Landes Hessen beim Bund in Berlin statt. Auf der Agenda standen die aktuelle Marktentwicklung sowie die deutschen und europäischen politischen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wärmeversorgung. Zudem berichteten die Fachabteilungen des BDH über ihre Arbeitsschwerpunkte und laufenden Projekte.

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