Mittelstand-Digital Zentrum Bau

SynergieForumBau in Berlin

Das SynergieForumBau auf dem EUREF Campus in Berlin brachte Akteure und Interessierte rund um das Thema Digitalisierung im Bauwesen zusammen.

 

Panel-Diskussion zum Arbeiten mit Daten in der mittelständischen Bauwirtschaft. v.l.n.r.: Mahmut Tümkaya, CAFM Ring e.V. | Leyla Afsar, ZDB e.V. | Clemens Schickel, BTGA e.V. | Marcel Kaupmann BIngK e.V., Gabriele Seitz, BAK e.V.
Panel-Diskussion zum Arbeiten mit Daten in der mittelständischen Bauwirtschaft. v.l.n.r.: Mahmut Tümkaya, CAFM Ring e.V. | Leyla Afsar, ZDB e.V. | Clemens Schickel, BTGA e.V. | Marcel Kaupmann BIngK e.V., Gabriele Seitz, BAK e.V.

Die "Digitalisierung des Bauwesens" klang in der Vergangenheit vielen als Oxymoron und in der Tat würde es nicht schaden, wenn ihr Tempo zulegte. Dafür setzt sich seit Jahren u.a. das Mittelstand-Digital Zentrum Bau ein.

Auf dem SynergieForumBau im Konferenzsaal des Fraunhofer ENIQ beleuchteten Vertreter von Hochschulen, Verbänden und Unternehmen die Chancen und Herausforderungen, betrachteten Risiken, die durch Zögern und Zurückhalten entstehen, benannten aber auch positive Entwicklungen.

Thomas Kirmayr, Leiter der Organisation, benannte die aus seiner Sicht bestehenden Ursachen dafür, dass gerade kleinere Unternehmen bei der Digitalisierung hinterherhängen: Demnach fragen Auftragggeber BIM-Projekte nicht ausreichend nach, weil sie nicht dafür qualifiziert sind, daher wird auch in den Unternehmen nicht transformiert. „Die Transformation wird immer vom Kunden entschieden" sagt Kirmayr und das treffe im Übrigen nicht auf die Digitalisierung, sondern auch auf für das Thema Nachhaltigkeit zu.“ Zudem sei die Aufgabenverteilung oft nicht klar. Wichtig sei Weiterbildung, damit wichtige Fragen zur Datenkompetenz, sowie zur Sicherheit, Belastbarkeit und Kontrolle von Daten addressiert werden.

Die Risiken der Digitalisierung und die Problemen, die insbesondere durch zunehmende Cyberangriffe unter anderem auf die Gebäude- und Sicherheitstechnik entstehen, analysierte Prof. Dr. Clemens Gause, Geschäftsführer des Verbandes für Sicherheitstechnik e.V.. Der Verband begleitet die Umsetzung des KRITIS Dachgesetzes in Deutschland, die oft zögerlich verläuft. Doch die extrem steigenden Zahlen auf kritische Infrastrukturen in Sektoren wie Wasserver- und Abwasserentsorgung, Gesundheit, Transport und Verkehr, Ernährung und Energie zeigten, dass Cybersicherheit und Katastrophenschutz sofort verbessert werden müssen.

Dass Angriffspunkte für Cyberkriminalität eliminiert werden müssen, sagt auch Prof. Dr. Steffen Warmbold, Leiter Grundsatzthemen beim Verband Beratender Ingenieure e. V. (VBI), mit Blick auf geodätische Informationen oder die TGA von Bahnanlagen. 

Ein eher düsteres Bild zur Digitalisierung vor allem in kleineren TGA-Unternehmen zeichnete Clemens Schickel vom BTGA. Er wies jedoch auf die Chancen hin, die sich durch das partnerschaftliche Bauen ergeben, Stichwort Integrierte Projektabwicklung. Projekte, die mit diesem Modell umgesetzt werden, sind in der Regel Großprojekte. Dennoch wird hier aber nicht nur partnerschaftlich gearbeitet, sondern in der Regel auch mit BIM.

Des Weiteren diskutierte man in Präsentationen, Podiumsgespächen und auch informell die Themen offene BIM-Standards, digitale Prozesse im Gebäudelebenszyklus inklusive des Gebäudebetrieb per digitalem Facility Management sowie digitale Geschäftsprozesse in Unternehmen. Ein Schlüsselthema stellte zudem die Vernetzung in der Branche dar.

Die facettenreichen Diskussionen und der fachliche Austausch zeigten, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit und ein vertrauensvoller Umgang mit Daten für die erfolgreiche Digitalisierung in der Bauwirtschaft sind, heißt es vom Mittelstand-Digital Zentrum Bau.

Digitalzentrum Bau e.V. setzt Arbeit des Mittelstand-Digital Zentrum Bau fort

Thomas Kirmayr, Vorstandsvorsitzender Digitalzentrum Bau e.V. und Leiter des Mittelstand-Digital Zentrums Bau, gab in seiner Präsentation Forum die Gründung des neuen Vereins Digitalzentrum Bau e.V. bekannt. Beteiligt sind die Akteure und aktiven Partner des Mittelstand-Digital Zentrum Bau, dessen Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) Ende Oktober endet. Der Digitalzentrum Bau e.V. verfolgt das Ziel, die über die vergangenen Jahre gewachsene, enge Qualifizierungs- und Transferarbeit der Partner im Mittelstand-Digital Zentrum Bau fortzuführen, gezielt zu vertiefen und sein breites Know-how dem Mittelstand und dem Handwerk langfristig zur Verfügung zu stellen.

Eingebettet in das interdisziplinäre Netzwerk Mittelstand-Digital, führt das Mittelstand-Digital Zentrum Bau aber bis Ende Oktober weiterhin zahlreiche Veranstaltungen und Weiterbildungsformate durch. Hinzu kommen Demonstratoren an verschiedenen Standorten in Deutschland, die innovative Technologien und digitale Prozesse im Bauwesen präsentieren, erlebbar und für den Mittelstand nutzbar machen.

Die Gründungsmitglieder des Digitalzentrum Bau e.V. am Tag der Vereinsgründung. Im Bild von rechts nach links: Rafael Gramm, Stefanie Samtleben, Achim Oberg, Sebastian Hollermann, Tino Schöllhorn, Ralf Golinski, Thomas Kirmayr und Elisabeth Ebert. Nicht im Bild zu sehen, aber vor Ort dabei: Gründungsmitglied Michael Heil. Foto: Digitalzentrum Bau e.V., 2025
Die Gründungsmitglieder des Digitalzentrum Bau e.V. am Tag der Vereinsgründung. v.r.n.r.: Rafael Gramm, Stefanie Samtleben, Achim Oberg, Sebastian Hollermann, Tino Schöllhorn, Ralf Golinski, Thomas Kirmayr und Elisabeth Ebert.
Nicht im Bild zu sehen, aber vor Ort dabei: Gründungsmitglied Michael Heil. Foto: Digitalzentrum Bau e.V., 2025

Der Verein sichert dieses umfassende und über viele Jahre aufgebaute Qualifizierungsfundament und es bleibt über den Förderzeitraum hinaus ein zentraler Aspekt erhalten: die enge Zusammenarbeit der Partner und Multiplikatoren im Mittelstand-Digital Zentrum Bau. Für Kirmay ist die Etablierung des Vereins eine zentrale Aufgabe für die kommenden Monate: „Wir wollen das, was im Zentrum über viele Jahre gemeinsam entstanden ist, erhalten, fortführen und ausbauen. Wir bleiben darum eng mit unseren Partnern verbunden und werden dafür sorgen, dass die Digitalisierung noch stärker zum Motor für Mittelstand und Handwerk wird. Dabei unterstützen wir sie mit einem agilen, breitgefächerten Multiplikatorennetzwerk.“ Er ergänzt: „Den dafür notwendigen Werkzeugkasten und die fundierte Expertise haben wir durch die intensive Arbeit im Mittelstand-Digital Zentrum Bau schon aufgebaut. In den vergangenen Jahren sind beispielsweise über 200 Handlungshilfen entstanden und wir haben mehr als 60 Projekte dokumentiert.“

Digitalzentrum Bau e. V. – ein Qualifizierer für die gesamte Wertschöpfungskette Bau

Der Digital-Zentrum Bau e. V. soll sich zur zentralen Qualifizierungsinstanz der Baubranche entwickeln, der die Bedarfe und Herausforderungen der mittelständischen Bauwirtschaft in Deutschland kennt und passgenaue, praxisnahe Lösungsvorschläge für eine sinnvolle Digitalisierung der Branche liefert. Dies soll vor allem durch konkrete Impulse, Leitfäden und individuelle Handlungsempfehlungen geschehen, sagt Vereinsvorstand Stefanie Samtleben, vom Fraunhofer IFF in Magdeburg: „Wir werden uns nicht allein auf Fachveranstaltungen oder Kongressformate fokussieren. Wir sehen uns nicht in erster Linie in Arbeitskreisen oder in der Gremienarbeit. Wir wollen, dass unser Verein vom Know-how-Transfer getragen wird. Neue Mitglieder werden unser Netzwerk erweitern und unsere Leistungsbilder erweitern, die in den zentralen Kontext der Digitalisierung passen. Innovation, Technologie, Forschung und Dienstleistungen werden damit zu den Treibern des Digitalzentrum Bau e.V.“

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