KEA-BW

Repowering kann Leistung alter PV-Anlagen signifikant erhöhen

Repowering, d.h. der Austausch alter Module und Systemkomponenten kann die Leistung der PV-Anlagen verdoppel und z.T. sogar vervierfachen. Darauf weist die Landesenergieagentur Baden-Württemberg hin.

Wer seine Photovoltaikanlage repowert, kann mit den neuen Modulen doppelt so viel Strom erzeugen. Foto: KEA-BW
Wer seine Photovoltaikanlage repowert, kann mit den neuen Modulen doppelt so viel Strom erzeugen. Foto: KEA-BW

Modernisiert man eine alte Photovoltaikanlage, um ihre Leistung zu steigern, spricht man von Repowering. In der Regel werden dabei bestehende Module durch neue ersetzt und die Wechselrichter ausgetauscht.

Bevor man sich für diesen Schritt entscheidet, sollte man allerdings prüfen, ob die geplante Modernisierung auch wirtschaftlich ist. Anlagen, die älter als zwanzig Jahre sind, eignen sich besonders für Repowering. Alte Module können, sofern sie noch funktionsfähig sind, als Erweiterung an anderen Stellen am Haus befestigt werden. Oder man bringt sie wieder in Umlauf, indem man sie verschenkt. Bei Privatanlagen ist auch eine kostenfreie Abgabe beim Wertstoffhof möglich. 

Strombedarf steigt

Laut Prognosen wird sich der Stromverbrauch von Unternehmen und Privatpersonen in den kommenden Jahren teils deutlich erhöhen. Auf privater Seite vor allem durch die Nutzung von Elektromobilität und Wärmepumpen, in der Industrie durch die Elektrifizierung von Produktionsprozessen. Um einen gestiegenen Strombedarf weiterhin mit einer bestehenden Photovoltaikanlage decken zu können, gibt es die Möglichkeit des Repowerings. Dabei werden Module und weitere Elemente der Anlage ausgetauscht, um die Leistung und Effizienz zu steigern. Oft werden im Zuge der Modernisierung auch fortschrittliche Steuerungs- und Überwachsungssysteme in die Anlage integriert.

Wann lohnt sich Repowering?

Im Repowering steckt viel Potenzial. Neue Photovoltaikanlagen sind effizienter und leistungsstärker. Das liegt unter anderem am gestiegenen Wirkungsgrad der Solarzellen: Die Industrie nutzt neue Zelltechnologien, zudem werden optimierte Materialien und Zellstrukturen eingesetzt. Auch die Wechselrichter sind besser geworden, Leistungsoptimierer maximieren darüber hinaus die Stromerzeugung.

anlagenbesitzerinnen und -besitzer sollten dennoch vorher genau durchrechnen, ob sich ein Repowering wirtschaftlich für sie lohnt. Dafür müssen Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt werden. Und auch der Zeitpunkt der Modernisierung sollte gut gewählt werden. Repowering lohnt sich vor allem für Photovoltaikanlagen, die älter als zwanzig Jahre und damit aus der EEG-Förderung gefallen sind. Denn Anlagen mit erneuerten Photovoltaikmodulen sind nach dem EEG 2023 gleichgesetzt mit Neuanlagen und erhalten die EEG-Vergütung erneut für 20 Jahre.

Ein weiterer guter Zeitpunkt für eine Modernisierung ist, wenn das Dach ohnehin saniert werden muss. Auch defekte Module können ein Anlass sein, gleich die gesamte Anlage zu sanieren und die Module durch leistungsfähigere zu ersetzen.

Die alten Module weiternutzen oder abgeben

Es besteht auch die Möglichkeit, alte, funktionsfähige Module zusätzlich zu den neuen an einer anderen Stelle des Hauses anzubringen, etwa an der Fassade. Dabei kann möglicherweise sogar der neue Wechselrichter der repowerten Anlage genutzt werden. So sorgt man etwa in Richtung Süden oder auch in West- und Ostausrichtung für mehr Ertrag: eine günstige Art, eine Photovoltaikanlage zu erweitern. Oder man verschenkt die Module an die Nachbarn, die noch keine Photovoltaikanlage haben. Auch eine Abgabe ist möglich: Kommunale Wertstoffhöfe nehmen die alten Module und den Wechselrichter an, Privatpersonen entstehen keine Kosten. Bei gewerblichen Anlagen sind Entsorgungsunternehmen zuständig, hier zahlt der Anlagenbetreiber. Nach der Abgabe zur Entsorgung müssen laut EU-Richtlinie WEEE (Waste of Electrical and Electronic Equipment) mindestens 80 Prozent eines Moduls, bezogen auf das Modulgewicht, recycelt werden.

Quelle: Faktenblatt „Repowering von Photovoltaik-Anlagen“ der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) und des Solar Cluster Baden-Württemberg im Rahmen des Photovoltaik-Netzwerks Baden-Württemberg. Das zwölf Seiten umfassende Faktenblatt ist kostenlos auf der Webseite des Photovoltaik-Netzwerks verfügbar.

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