Architektenkammer Berlin

Neues Instrument für Planungsbüros

Der Vergabekompass Berlin geht in die aktive Pilotphase: Nun werden auch Verfahren nach der Vergabeverordnung (VgV) in die digitale Plattform  der Architektenkammer Berlin eingebunden. Damit wird das im Juli gestartete Angebot entscheidend erweitert.

Bild: stock.adobe.com/Tiberius Gracchus
Bild: stock.adobe.com/Tiberius Gracchus

Neben Architekturwettbewerben nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) sind nun auch im EU-Amtsblatt veröffentlichte VgV-Verfahren für Planungsleistungen verfügbar. Ziel ist es, mehr Orientierung im komplexen Vergabewesen zu schaffen und die Transparenz öffentlicher Auftragsvergaben deutlich zu erhöhen.

Die Einordnung der VgV-Verfahren erfolgt dabei - dem bayerischen Vorbild folgend - in drei Bereichen: als kritisch zu betrachtende Kriterien wie zum Beispiel ein reiner Preiswettbewerb oder fehlende Entschädigungen von Lösungsvorschlägen werden klar benannt. Darüber hinaus wird bewertet, ob die Anforderungen an Referenzen und Bürogrößen angemessen sind. Schließlich gibt die Plattform Hinweise zur Gewichtung von Preis und Qualität in den Zuschlagskriterien. Grundlage für die Bewertung sind Best-Practice-Erfahrungen des Berufsstandes. Damit werden die Verfahren für Planungsbüros vergleichbarer, transparenter und besser einschätzbar. Ziel ist es nicht, eine juristische Bewertung vorzunehmen, sondern den Mitgliedern der Architektenkammer Berlin eine fachliche Orientierung und praktische Unterstützung zu bieten.

„Mit der Erweiterung um VgV-Verfahren erreichen wir einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung des Vergabekompasses“, erklärt Eike Roswag-Klinge, Präsident der Architektenkammer Berlin. „Unsere Mitglieder erhalten damit ein praxisnahes Arbeitsinstrument, das nicht nur Zeit und Ressourcen spart, sondern auch die Chancengleichheit im Wettbewerb stärkt.“

Die Implementierung des Vergabekompasses in Berlin erfolgte auf Grundlage des bayerischen Modells, das sich bereits bewährt hat. Im Anschluss an die nun gestartete Pilotphase arbeiten die Architektenkammern in Bayern und Berlin eng zusammen, um die Plattform kontinuierlich weiterzuentwickeln. Der gemeinsame Auftritt rückt die Interessen des Berufsstands noch stärker in den Vordergrund und sorgt für mehr Aufmerksamkeit in der Politik und Verwaltung. Auch wenn sich regionale Rahmenbedingungen unterscheiden, gelten für den Berufsstand dieselben Grundwerte: Transparenz, Fairness und Qualität in Vergabeverfahren.

Die Plattform macht deutlich, wie eng die Qualität von Vergabeverfahren mit den Ergebnissen in Planung und Bau verbunden ist. Eine faire Verfahrenskultur bildet die Grundlage für eine gute Baukultur. „Mit der aktiven Pilotphase schaffen wir die Möglichkeit, Entwicklungen im Vergabewesen differenziert darzustellen und gemeinsam mit den Auftraggebenden über Verbesserungen zu sprechen“, betont Carl Herwarth von Bittenfeld, Vorstandsmitglied der Architektenkammer Berlin.

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