Rückblick

Konferenz Die Infrarotheizung im Wohnungsbau

Am 11. Mai trafen sich Vertreter aus Wissenschaft und Planung, Kommunen und Wohnungswirtschaft sowie herstellender Industrie und Vertrieb auf der ersten Konferenz des Branchenverbands IG Infrarot Deutschland e.V. in Würzburg.

Quelle: Huss Medien GmbH
Quelle: Huss Medien GmbH

Im Vergleich zu anderen Heizungsoptionen ist der Sektor Infrarotheitung noch eher schmal und zu Teil auch noch mit dem Image der Glühfadenheizung am oberen Ende der Badezimmerwand behaftet. Doch das könnte sich in Zukunft ändern. Der Saal im Conference Center Würzburg war jedenfalls bis auf den letzten Platz gefüllt, man habe Interessenten absagen müssen, hieß es vom Veranstalter.

Der Wind für die vergleichsweise preisgünstige, mit Strom betriebene Infrarotheizung steht gut und, wie Wohnungsbauprojekte in Neubau und gut gedämmtem Bestand zeigen, kann die Technologie in Zusammenarbeit mit gebäudeumfangender Photovoltaik und Stromspeicher kosteneffizient und klimaneutral arbeiten.

Elektrisch direkt heizen mit der Sonne

Ein starker Fürsprecher findet sich etwa in der Person des Energetikers Prof. Timo Leukefeld, der Politik und Wirtschaft zum Thema Zukunftsgestaltung mit Blick auf Energie und Ressourcen berät und mit seinen Vorträgen Fernsehen und Rundfunk, Deutschland und die Welt bereist. Leukefeld und sein Autarkie-Team setzen die Kombi von Infrarotheizung und PV als Teil ihres gewollt technikarmen Energiekonzeptes ein. Resultat seien u.a. niedrige Energiekosten für Mieter und höhere Renditen für Vermieter, legte er in seinem Vortrag „Energieautarke Mehrfamilienhäuser mit Pauschalmiete und Energieflatrate“ dar. Die extrem wartungsarme und langlebige Technik sei zudem in Anbetracht der schwindenden Fachkräftezahlen von Vorteil. Die Ascherslebener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft setzte Leukefelds Energiekonzept kürzlich erfolgreich bei einem ihrer Plattenbauten aus der DDR-Zeit um. Die Details erläuterte ihr Geschäftsführer Mike Eley, der umfassende Sanierungen an weiteren Plattenbauten des Quartiers plant. MGT berichtete in der Ausgabe 06/2022 über das Projekt.

Timo Leukefeld erläutert Geschäftsmodelle für die Wohnungswirtschaft. Quelle: Huss Medien GmbH
Timo Leukefeld erläutert Geschäftsmodelle für die Wohnungswirtschaft. Quelle: Huss Medien GmbH

Weitere Referenten sprachen zu technikarmen Gebäudekonzepten und solarelektrischen Bauten, in denen die Infrarotheizung zum Einsatz kommt, ggf. auch im Zusammenspiel mit  der Wärmepumpe bzw. als Brückentechnologie im Übergang von fossilen zu erneuerbaren Heizenergien: Thomas Lückgen, Partner von werk.um Architekten, stellte den Lowtech-Genossenschaftswohnungsbau K76 in Darmstadt mit Messergebnissen vor. Peter Kosack präsentierte das Pekohaus-Gebäudekonzept des von ihm gegründeten Pekohaus - Forschungsinstitut für Gebäudeenergietechnik und Dirk Bornhorst, Planer und Geschäftsführer von IR Integration, ein Hybridprojekt mit Infrarotheizung im Bestand vor.

Das GEG und die Infrarotheizung für die Deckung der Spitzenlast

Die Konferenz startete jedoch mit den wissenschaftlichen Grundlagen: Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz, Geschäftsführer des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung (ITG) Dresden, erläuterte Anforderungen aus dem GEG und gab auch interessante Einblick in die Entwicklung der politischen Debatte, die er als Berater beobachtet.
Prof. Dr.-Ing. Joachim Seifert, Bereichsleiter Gebäudeenergietechnik am Institut für Energietechnik an der Technischen Universität Dresden, stellte die Studie „Bewertung von Infrarotheizungen als Spitzenlastabdeckung“ zum energetischen Nutzen im Zusammenspiel von Wärmepumpe und Infrarotheizung in älteren Bestandsgebäuden vor. Einen ersten Überblick zur Studie finden Sie im unten verlinkten Beitrag.

Infrarotheizungen können den Verbrauch fossiler Energie in bestehenden Wohnhäusern schnell reduzieren und Gebäude zugleich Wärmepumpen-ready machen.
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