Pressestudie

Internetmedien ziehen auch in der Baubranche ein

Informationen werden in der Baubranche noch stark über Messen, Veranstaltungen, Beratungsgespräche oder auch Fachartikel bezogen. Doch Webportale und Social Media sind auf dem Vormarsch.

Quelle: Stock.adobe.com/Gerard
Quelle: Stock.adobe.com/Gerard

Im aktuellen „Kommunikationsmonitor“ untersucht BauInfoConsult das Kommunikationsverhalten und die Mediennutzung von Architekten und Verarbeitern aus der Baubranche. In der Studie identifiziert das Düsseldorfer Institut aufgrund der Antworten von 601 Bauakteuren vier Gruppen von typischen Medien-Intensivnutzern für die berufliche Informationssuche in der Baubranche.

Die 601 Architekten, Bauunternehmer, Maler, Trockenbauer und SHK-Installateure wurden telefonisch zu ihrem beruflichen Kommunikations- und Informationsverhalten befragt. Dabei bestätigte sich zunächst, was viele, die beruflich viel mit dem Bau zu tun haben, aus eigener Erfahrung kennen: Die Berufsgruppen aus der deutschen Bau- und Installationsbranche pflegen und schätzen die herkömmlichen Wege und Austauschformen von beruflich relevanten Informationen.

Zugleich zeigt sich eine beachtliche Dynamik: Das Recherchespektrum der Bauakteure wird laufend um zusätzliche Informationsplattformen erweitert, wie vor einigen Jahren das Internet, dann die sozial-interaktiven Netzwerke und aktuell als jüngste Entwicklung die Bau-Influencer.

Das Informations- und Kommunikationsverhalten am Bau ändert sich bei aller Kontinuität dennoch laufend. Aber Veränderung bedeutet in diesem Fall nicht Verdrängung älterer Kommunikationsformen, sondern Ergänzung: Es ist z. B. nicht so, dass das heute auch am Bau so wichtige Internet die alte „analoge“ Informationskultur ersetzt. Das Internet ist ein zusätzlicher Kanal, den eine erfolgreiche Marketingkommunikation m Blick behalten muss.

Um die Kommunikationsweisen und -vorlieben in der Baubranche präziser analysieren zu können, unterscheidet BauInfoConsult methodisch zwischen vier Hauptgruppen von Kommunikationsmedien:

  • persönliche Medien (z. B. Messen, Außen- und Innendienst, Kollegen …)
  • gedruckte Medien (z. B. Fachzeitschriften, Dokumentationsmappen, Broschüren …)
  • digitale Medien (z. B. Internetsuche per Google, Internetseiten v. Herstellern
  • sozial-interaktive Medien (z. B. soziale Netzwerke und Plattformen, Apps, Influencer …)

Es gibt keine „eingleisigen“ Mediennutzer am Bau, aber klare Vorlieben und verschiedene Nutzertypen

Die Studienergebnisse machen deutlich: Alle vier Medien kommen in der Praxis gemischt vor: Die verschiedenen Medien werden mehr oder weniger von den meisten Bauprofis genutzt, allerdings werden die verschiedenen Quellen meist auch für jeweils andere Arten von Inhalten angezapft. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass sich den vier Hauptmedien vier Gruppen von Intensivnutzern zuordnen lassen, für die ein bestimmtes Medium besonders wertvoll für Informationsrecherche und ihre Entscheidungsfindung am Bau sind.

  • Die „Traditionalisten“: Persönliche Informationsvermittlung über geschäftliche Kontakte ist für alle Bauakteure ein wichtiger Teil des Berufsalltags. Doch nur für die Gruppe von Bauprofis, die wirklich zu den extremen Traditionalisten zählt, sind persönlich bezogenen Informationen die einzige Quelle, die wirklich zählt. Am wichtigsten ist das Kontaktnetzwerk für Liefer- und Preisinformationen, aber auch für die Fragen nach konkreten Erfahrungen mit dem Produkt.
  • Die „Print-Affinen“: Gedruckte Informationen sind für diese Gewohnheitstiere der Branche, die auch in Zeiten des Internets lieber Papier in die Hand nehmen, nach wie vor die wichtigste Informationsquelle. Allerdings sind die klassischen, ausführlichen gedruckten Formate der Informationsvermittlung auch sonst für die Mehrheit am Bau belangreich, vor allem für Normen und Vorschriften, aber auch detaillierte technische Produktinformationen.
  • Die „Digitalen“: Jeder zweite Bauakteure gehört mittlerweile zur Gruppe der Digitalen, für die das schnelle und ausführliche Medium Internet Informationsmedium Nummer eins ist. Durch die schiere Masse der dort verfügbaren Daten wird das Internet für alle Arten von Informationssuchen herangezogen.
  • Die „Sozial-Interaktiven“: Diese Gruppe von Social Media- und Channel-Intensivnutzern, die am liebsten dort Informationen beziehen, bildet seit Jahren nur eine Art digitale Speerspitze der Branche. Allerdings sind sie nicht die einzigen, die die sozialen Netzwerke am Bau beruflich einsetzen: Mittlerweile werden sozial-interaktive Medien von nicht wenigen Bauprofis täglich genutzt. Wichtiger als für gezielte Informationsrecherchen nach bestimmten Themen sind in diesen Plattformen freilich interessante „Zufallsfunde“ im Social Media-Thread.

Diese vier Typen kommen natürlich selten in „reiner“ Form vor, denn das Mediennutzungsverhalten der meisten Bauprofis ist vielschichtig. Für die Mehrheit sind bei Produktentscheidungen vor allem die beiden einander scheinbar entgegengesetzten „Pole“ des Informationsverhaltens am Bau besonders wichtig: die Informationen aus direkten (persönlichen) Kontakten vs. die digitalen (anonymen) Informationen aus dem Internet. 

Mehr zur Studie bei https://www.bauinfoconsult.de/

Printer Friendly, PDF & Email
20.03.2026
IÖW/Fraunhofer ISI
Um den Fortschritt der Energiewende zu sichern, braucht es Forschung zu Fragen sozialer Gerechtigkeit, Narrativen und geopolitischen Abhängigkeiten. Dies zeigt ein Impulspapier der...
29.04.2026
Gesund im Büro
Der finanzielle Nutzen der Lüftungstechnik ist oft größer als ihre Kosten. Der Online-Rechner des FGK ermöglicht die Abschätzung der Wirtschaftlichkeit.
05.06.2026
Expeditionsreihe OCEAN CHANGE
Am 4. Juni startete Arved Fuchs mit seiner Crew an Bord der „Dagmar Aaen” von Kiel aus in Richtung Nordatlantik und Arktis, um im Rahmen seiner Langzeitmission Klimadaten der Meeresströmungen in...
04.12.2025
Personalie
Horst Geiser, Geschäftsführer von Securiton Deutschland, wird die Leitung zum 31. Dezember 2025 an seinen Nachfolger Volker Benz übergeben.
18.09.2026
Kommunale Wärmeplanung
Die fünfte Kommunenumfrage zeigt, dass der Wärmeplanungsprozess in vollem Gange ist. Es gibt jedoch eine differenzierte Einschätzung der Pläne und die Fortschreibung der Wärmepläne wird als sehr...
03.08.2026
Informationsangebot
Der Förderrechner ist Teil eines neuen Informationsangebots des ZVSHK. Unter www.zvshk.de/beg bündelt der Verband relevante Informationen zur BEG.