Geschäftsklima in der Haus- und Gebäudetechnik verbessert sich deutlich
Nach der Stagnation der Vorquartale stieg der Indikator gegenüber dem zweiten Quartal um neun Punkte auf +12 Punkte auf der Skala von −100 bis +100. Ein vergleichbar positives Niveau wurde zuletzt im ersten Halbjahr 2023 erreicht. Die Entwicklung signalisiert eine spürbare konjunkturelle Erholung. Allerdings profitieren die einzelnen Vertriebsstufen und Produktbereiche unterschiedlich stark davon.

Großhandel erstmals wieder im Plus
Im Großhandel hellte sich das Geschäftsklima besonders deutlich auf. Nach 13 Quartalen mit negativen Werten liegt der Indikator erstmals wieder im positiven Bereich und erreicht +6 Punkte. Die installierenden Unternehmen bewerten die konjunkturelle Lage mit +28 Punkten am besten. Auch die Industrie schätzt die Entwicklung insgesamt positiv ein, liegt mit +3 Punkten jedoch deutlich unter dem Niveau der beiden anderen Vertriebsstufen. Dabei zeigt sich eine klare Kluft zwischen Inlands- und Auslandsgeschäft: Während die Industrie das Inlandsgeschäft mit −15 Punkten negativ bewertet, erreicht das Auslandsgeschäft +21 Punkte.
Heizung und Lüftung/Klima legen zu
Auch bei den Produktbereichen zeigt sich eine positive Entwicklung. Heizung erreicht +28 Punkte und setzt damit den Aufwärtstrend der Vorquartale fort. Im Bereich Lüftung/Klima steigt das Geschäftsklima nach vier negativen Quartalen deutlich von −4 auf +17 Punkte. Im Sanitärbereich bleibt es dagegen mit −6 Punkten im negativen Bereich. Auch Teile der Heizungsindustrie stehen weiterhin unter Druck: Bei Stahlheizkörpern liegt der Indikator bei −18 Punkten.
Bau- und Kaufzurückhaltung bremsen die Erholung
Trotz der positiven Entwicklung bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Im Wohnungsbau ist eine nachhaltige Erholung bislang nicht erkennbar. Zwar zeigen sich im öffentlichen Bau deutlich positivere Impulse, doch die Zurückhaltung bei Bauinvestitionen und Konsumausgaben belastet weiterhin die Nachfrage nach Modernisierungen. Vor allem Maßnahmen, die Haushalte aufschieben können, werden häufig vertagt. Das trifft insbesondere den Sanitärbereich, aber auch Teile der Heizungsindustrie.
„Die deutliche Aufhellung des Geschäftsklimas ist ein positives Signal für die gesamte Haus- und Gebäudetechnik", erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer von VdZ und VDS. Allerdings bleiben Bauinvestitionen und Konsumausgaben verhalten. Viele private Haushalte verschieben weiterhin Modernisierungen, die nicht dringend erforderlich sind. Das bremst die Erholung insbesondere im Sanitärbereich, aber auch in Teilen der Heizungsindustrie. Damit sich der positive Trend weiter verstetigt und mehr Bereiche erreicht, braucht es Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung und neue Impulse für Investitionen in den Gebäudebestand.“














