Smart Living

Forschungsprojekt ForeSightNEXT gestartet

KI-basierte Smart-Living-Services sollen künftig in allen digitalisierten Wohngebäuden lauffähig und somit schnell skalierbar sein, unabhängig von deren herstellerspezifischen Ausstattungen.

Quelle: stock.adobe.com/VirgoStudio
Quelle: stock.adobe.com/VirgoStudio

Ziel des vom Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bis August 2026 geförderten Forschungsprojekts „ForeSightNEXT - Plattform für Daten, künstliche Intelligenz und Services im Smart Living-Ökosystem“ ist die Schaffung eines universellen und von allen Marktteilnehmenden akzeptierten, vertrauenswürdigen Smart-Living-Ökosystems. Hier sollen alle Daten so vorgefunden werden können, dass sie für die Entwicklung nachhaltiger, KI-basierter Smart-Living-Dienste und -Anwendungen hersteller- und systemübergreifend nutzbar sind. 

Als Leitprojekt soll ForeSightNEXT im Rahmen des BMWK-Technologieprogramms „SmartLivingNEXT“ so genannte Satellitenprojekte unterstützen, die sich auf konkrete, praxisnahe Smart-Living-Anwendungen insbesondere aus den Bereichen Energie sowie Pflege/Assistenz beziehen und sich auf die Strukturelemente des Leitprojekts stützen. Das Leitprojekt ForeSightNEXT stellt dazu u.a. eine Referenzarchitektur, eine Toolbox sowie den Datenraum bereit. Die Satellitenprojekte sollen ihrerseits neue Komponenten und Dienste einbringen, um auf diese Weise praxisnahe, anwendungs- und anwenderbezogene Use Cases in SmartLivingNEXT zu implementieren um somit die Skalierung voranzutreiben. Das im Projektverlauf entstehende Smart-Living-Ökosystem wird basierend auf den Standards der europäischen Initiative Gaia-X die wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen für eine Data-Sharing-Ökonomie für Smart Living schaffen. 

„SmartLivingNEXT soll das erste herstellerübergreifende und vertrauenswürdige Ökosystem für alle digitalen Smart-Living-Services schaffen. Das Leitprojekt ForeSightNEXT besteht aus acht Konsortialpartnern und unterstützt die Satelliten des Technologieprogramms, ihre intelligenten Services in das Smart-Living-Ökosystem zu integrieren. Die im Rahmen des KI-Innovationswettbewerbs entwickelte ForeSight-Plattform dient als Grundlage. Wir entwickeln diese weiter und implementieren auch eigene geeignete Use-Cases“, so Michael Schidlack, Konsortialleitung des Forschungsprojekts ForeSightNEXT.

Der ForeSight Dataspace-Ansatz unterscheidet sich dabei in zentralen Punkten von der etablierten Plattformökonomie recht deutlich. So wird insbesondere das Wertschöpfungspotenzial nicht auf einen einzelnen Betreiber ausgerichtet, sondern erschließt sich der gesamten Community – ist somit für die Anbieter von Geräten und Services wirtschaftlich attraktiv. Kern ist der, im Rahmen der Datenschutzgesetzgebung einfachere, aber multilateral autorisierte und sichere Austausch von Daten innerhalb des Dataspace und auch zu anderen Datenräumen, die von individuellen Systemwelten, Herstellern und Serviceanbietern abstrahieren. Auf diese Weise wird Interoperabilität und generelle Datenverfügbarkeit sichergestellt. Die Datenräume bieten Konnektoren zu relevanten Smart Home und Smart Building Systemfamilien, Cloud- und Streaming-Plattformen, etablierten IoT-Protokollen sowie spezifischen, gebäudewirtschaftlichen Datenbanksystemen. Darüber hinaus werden universell einsetzbare KI-basierte Basisservices entwickelt, die zur Unterstützung aller Services zur Verfügung stehen. 

Die heutige Ausgangslage für Smart-Living-Technologien ist ein breit gefächertes Angebot von herstellerspezifischen Systemen, Cloud-Plattformen und Anwendungen, denen allerdings eine allgemeingültige bindende Klammer fehlt. Im Markt befindliche und ständig weiter entwickelte Multiprotokollgeräte, Middleware-Systeme sowie kommende Standards verbessern die Interoperabilität zwar laufend, bieten aber für universell einsetzbare und vor allem skalierbare Smart Living Anwendungen immer noch zu wenig Marktbreite. 

Partner im Projekt ForeSightNEXT

Zu den acht Konsortialpartnern gehören die BEENIC GmbH, die C&S Computer und Software GmbH, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI e. V. (Konsortialleitung), die GSW Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg mbH, die Ludwig-Maximilians-Universität München, Materna Information & Communications SE und Novus Software GmbH.

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