Brandbrief von 15 Verbänden

Einbruch bei Gebäudesanierungen gefährdet Klima, Jobs und sozialen Frieden

In einem offenen Brief an Bundesregierung und Bundestag äußert ein Bündnis aus fünfzehn Branchen-, Verbraucher-, Umwelt- und Klimaschutzverbänden große Sorge angesichts des drohenden Einbruchs bei der Gebäudesanierungsrate.

Quelle: stock.adobe.com/Mario Hoesel
Quelle: stock.adobe.com/Mario Hoesel

Die Verbände rufen die Politik zum Gegensteuern auf. „Die Aufträge für energetische Modernisierungsmaßnahmen, sowohl bei Gebäudehülle als auch -technik sind massiv zurückgegangen oder sogar zum Erliegen gekommen“, heißt es in dem Brief. Diese Entwicklung gefährde Jobs, Klima und sozialen Frieden. Hohe Heizkostenrechnungen träfen Haushalte mit geringen Einkommen in schlecht modernisierten Häusern besonders hart. Das Verbändebündnis fordert daher die Bundespolitik auf, noch in diesem Sommer ein Klimakonjunkturpaket für den Gebäudesektor aufzulegen. 

Neben sinkenden Förderanträgen sei ein massiver Einbruch bei Sanierungen der Gebäudehülle sowie dem Absatz von Wärmeschutzprodukten und Wärmepumpen zu verzeichnen. „Im Fachkräftebereich drohten Entlassungswellen. Unternehmen, die aufgrund politischer Signale Kapazitäten aufgebaut haben, können diese bei fehlender Nachfrage nicht aufrechterhalten.“, schreiben die Verbände. Ein Kapazitätsabbau müsse vermieden werden, da er die Sanierungs- und Neubauziele auch mittelfristig praktisch unmöglich machen würde.  

Ohne eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs, wie ihn die energetische Sanierung erreichen kann, sei die Energiewende weder wirtschaftlich, noch sozial-, noch klimaverträglich zu bewältigen. Dass allein durch hohe Energie- oder CO2-Preise eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden könne, habe sich als gefährlicher Trugschluss erwiesen. 

Dringend erforderlich sei daher ein Fahrplan für eine Sanierungsoffensive für den gesamten Gebäudebestand. Dabei müssten Förderprogramme, Ordnungsrecht, Beratung, private Finanzierung und Anpassungen im Mietrecht kombiniert werden, um sowohl das Erreichen der Klimaziele als auch eine sozial gerechte Umsetzung zu gewährleisten. Auch insgesamt sei ein politisches Bekenntnis zur energiepolitischen Zieltrias aus Klimaschutz, Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz erforderlich. 

Die Verbände fordern einen zeitnahen Austausch mit der Bundesregierung und unterstreichen die Dringlichkeit eines Sanierungsgipfels, um diese Herausforderungen anzugehen. 

 
Unterzeichnende Verbände: 

  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) 
  • Bundesindustrieverband technische Gebäudeausrüstung e.V. (BTGA) 
  • Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) 
  • Deutsche Energieberater-Netzwerk e.V. (DEN)
  • Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V (DENEFF) 
  • Fachverband Einblasdämmung e.V. FVED 
  • Fachverband Gebäude-Klima e.V. (FGK) 
  • Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (FMI)
  • Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker – Bundesverband e.V.  
  • Herstellerverband RLT-Geräte e. V.  
  • Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) 
  • Repräsentanz Transparente Gebäudehülle GbR  
  • Verband Fenster und Fassade 
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. 
  • WWF Deutschland 
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