BTGA stellt Frühjahrsgutachten „Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland“ vor
TGA-Branche zwischen Krise und Wachstum
Der BTGA – Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung e.V. stellte im Rahmen der Messe Light + Building die Ergebnisse seines Frühjahrsgutachtens 2026 „Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland“ vor. Demnach zeigen die aktuellen Prognosen für den Nichtwohnbau und den großvolumigen Wohnungsbau, dass die Branche der Technischen Gebäudeausrüstung sich in einer Übergangsphase zwischen Krise und Wachstum befindet.
TGA-relevante Felder Nichtwohnbau und großvolumiger Wohnungsbau
Mit einem Umsatzvolumen von rund 90 Mrd. Euro und etwa 45.000 Beschäftigten spielt die TGA-Branche eine zentrale Rolle in der deutschen Bauwirtschaft. Für die Unternehmen der Technischen Gebäudeausrüstung zählen der Nichtwohnbau und der großvolumige Wohnungsbau zu den wichtigsten Tätigkeitsfeldern. In diesen Bereichen zeigte sich 2025 eine negative Entwicklung: Die realisierten Neubauflächen gingen weiter zurück und lagen deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Zwar entwickelten sich Bestandsmaßnahmen wie Sanierungen, Wartungen und Instandhaltungen leicht positiv, konnten die Einbußen im Neubau jedoch nicht vollständig kompensieren.
Nach einem schwierigen Jahr 2025 mit rückläufiger Neubautätigkeit erwarten die TGA-Fachbetriebe für 2026 eine leichte Stabilisierung. Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet mit moderat steigenden Auftragszahlen.
Dabei entwickelte sich die Nachfrage bei öffentlichen Bauten deutlich besser als der Wohnungs- und Gewerbebau und liegt auch über der der Vorjahre. Die Aufträge in diesem Bereich umfassen 56 % des Gesamtvolumens.
Bei Wohnen und Gewerbe ist dennoch ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Ab 2026 werden die Zahlen bei Fertigstellungen wieder etwas steigen; im Nichtwohnbau sind bis 2027 jedoch Rückgänge prognostiziert. Gründe sind möglicherweise, dass insgesamt weniger Büroflächen benötigt werden. Dem Rückgang bei Büros, Verwaltung und Industrie steht jedoch ein leichtes Wachstum bei Gesundheit, Bildung und Freizeit gegenüber.
Bestandssanierung bleibt größter Acker
Die Aufträge bei der Bestandssanierung gingen etwas zurück, aber weniger als die im Neubau. Die Bestandssanierung hat zudem mit ca. zwei Drittel einen signifikanten Anteil am Investitionsvolumen. Trotzdem wurde in den letzten Jahren nicht genug saniert, um die Klimaziele zu erreichen. Im Nichtwohnbau sind immerhin 1,98 Mio. Gebäude relevant für eine klimataugliche Sanierung, Raumwärme wird noch zu 61-63 % mit Gas und Öl erzeugt. Mit einem Wachstum ist zu rechnen: Die Prognose lautet 3,7 % fürs nächste Jahr. Für den Neubau werden nur 1 % Wachstum prognostiziert.
Viele Betriebe berichten von einem Rückgang der Zahlen stornierter oder verschobener Projekte. Dies ist als ein Signal für eine allmähliche Marktberuhigung zu werten.
Das serielle Sanieren gewinnt für die TGA-Fachbetriebe zunehmend an Relevanz. Treiber dieser Entwicklung sind steigende Förderbewilligungen, eine gut gefüllte Projektpipeline und Initiativen der Wohnungswirtschaft zur Etablierung einer Rahmenvereinbarung für serielle Sanierungsprojekte. Hier eröffnen sich mittelfristig stabile Marktpotenziale.
Bautätigkeit und TGA-Branche stärken
In der derzeitigen Übergangsphase kann ein ausgewogen ausgestaltetes Gebäudemodernisierungsgesetz wichtige Impulse setzen und sowohl die Bauwirtschaft als auch die Technische Gebäudeausrüstung stabilisieren und mittelständische Handwerksbetriebe und energieintensive Zulieferindustrien nachhaltig stärken, heißt es vom BTGA.
Hintergrund
Die Gebäudetechnik mit Disziplinen wie Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Sanitär- und Elektrotechnik bis hin zur Regelungstechnik und Gebäudeautomation spielt eine wichtige Rolle für die deutsche Wirtschaft und den Klimaschutz. Zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Branche lässt der BTGA regelmäßig Frühjahrs- und Herbstgutachten durch die B + L Marktdaten GmbH erstellen. Das
Frühjahrsgutachten 2026 „Marktausblick Nichtwohnbau Deutschland“ steht nachfolgend zum Download bereit.














