Branchenverbände fordern Klarheit zu Anforderungen an Trinkwasserwerkstoffen

Die Branchenverbände figawa e.V., Kupferverband e.V. und VDMA e.V. Armaturen fordern schnellstmögliche Klarheit über die nationalen und europäischen Regelungen zu Anforderungen an Materialien und Produkten im Kontakt mit Trinkwasser.

stock.adobe.com/ Dirk Hoffmann
stock.adobe.com/ Dirk Hoffmann

Werkstoffe und Materialien für Produkte und Bauteile, die in Kontakt mit Trinkwasser stehen, spielen eine entscheidende Rolle für die Qualität des Trinkwassers. Aktuell werden hygienische Anforderungen an Werkstoffe innerhalb der EU auf nationaler Ebene geregelt, in Deutschland beispielsweise durch die Trinkwasserverordnung. Die genauen Prüfkriterien sind in den Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes festgelegt.

Erhebliche Auswirkungen auf Verwendbarkeit von bleihaltigen Werkstoffen

Mit dem Inkrafttreten der EU-Trinkwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2020/2184) im Januar 2021 werden diese nationalen Vorgaben in den kommenden Jahren durch EU-weite Regelungen ersetzt. Diese Änderungen werden erhebliche Auswirkungen auf die Verwendbarkeit von zahlreichen Kupferlegierungen haben, die für die Herstellung von Produkten im Kontakt mit Trinkwasser verwendet werden. Grund hierfür ist, dass der Bleigehalt, der aus metallenen Werkstoffen in das Trinkwasser übergehen darf, halbiert wird. 

Daher fordern die Verbände figawa e.V., Kupferverband e.V. und VDMA e.V. Armaturen schnelle Klarheit über die zukünftigen Anforderungen und setzen sich für Planungs- und Investitionssicherheit ihrer Mitglieder ein.

Bleihaltige Werkstoffe unterliegen bereits strengen stoffrechtlichen Vorschriften in der EU, um Umweltauswirkungen und Gesundheitsrisiken zu minimieren. Mit den neuen Regelungen der EU-Trinkwasserrichtlinie sind zahlreiche bewährte Werkstoffe nicht mehr verwendbar, was erhebliche Auswirkungen auf die Herstellungsprozesse der Produkte und die Verfügbarkeit von Alternativen mit sich bringt.

Großer Informationsbedarf in der Branche

Der Bedarf an Informationen in der Branche ist hoch, da der rechtliche Rahmen komplex und sich ständig ändernd ist. Aus diesem Grund bieten figawa, der Kupferverband und der VDMA Armaturen gemeinsam ein kostenfreies Webinar am 8. November 2023 an. Das Webinar soll insbesondere Produktherstellern dabei helfen, Fragen zu zukünftigen Kriterien für Werkstoffe, Übergangsfristen, Grenzwerte und Auswirkungen entlang der Lieferkette aus juristischer Perspektive zu klären.

Weitere Informationen und die Anmeldung zum Webinar finden Sie auf den Websites der Verbände unter
figawaKupferverband - VDMA Armaturen

Printer Friendly, PDF & Email
30.07.2025
Blei im Trinkwasser
Die aktuelle Trinkwasserverordnung verpflichtet Immobilieneigentümer, bis spätestens zum 12.01.2026 alle Bleileitungen und bleihaltigen Leitungsteile aus der Trinkwasserinstallation zu entfernen oder...
04.02.2026
Verbände-Kooperation
Die Initiative „Fit für Trinkwasser“ der Branchenverbände BTGA, figawa und ZVSHK unterzeichnete mit dem DVGW eine Absichtserklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich „Qualifizierung...
26.08.2025
DGWZ
Die Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit (DGWZ) warnt vor einer verstärkten Vermehrung von Legionellen in den Trinkwasser-Installationen leerstehender Gebäude.
15.10.2025
In fünf Schritten zum Erfolg
Die Planung, Größenauslegung und Installation von Fettabscheidern erfordert detailliertes Fachwissen, um die Effizienz und die Einhaltung geltender Vorschriften sicherzustellen. Die wichtigsten...
15.01.2026
Energie sparen
Der VDMA Sanitärtechnik und -design fordert, die effiziente Warmwassernutzung als Maßnahme im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zu verankern.
06.06.2025
Hitzegefahr in der Stadt senken
Grüne Oasen können Hitze in der Stadt abmildern. Gegen Wasserknappheit bei anhaltender Trockenheit hilft etwa gereinigtes Wasser aus Duschen, Waschbecken und Badewannen, das auch Ressourcen schont...