Verbände

BDH fordert schnellere Modernisierung im Sektor Gebäudewärme

Die neue Bundesregierung muss die Wärmewende vorantreiben. Dies fordert der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen.

In 50 % der deutschen Haushalte wird Wärme für Heizung und Warmwasser mit veralteten Gassystemen erzeugt.
In 50 % der deutschen Haushalte wird Wärme für Heizung und Warmwasser mit veralteten Gassystemen erzeugt.

Der Wärmemarkt sei der größte Energieverbrauchsektor Deutschlands, sagt BDH-Präsident Uwe Glock. Mit Blick auf die Klimaschutzziele 2030 müsse die neue Bundesregierung die enormen CO₂-Minderungspotenziale des Wärme- und Gebäudesektors heben und alle technologischen und energetischen Register zur CO₂-Reduktion ziehen.

Der BDH weist darauf hin, dass in Deutschland noch immer mehr als jede zweite Heizungsanlage technisch veraltet ist. Zur Erreichung der Klimaschutzziele 2030 bedarf es daher dringend der kurzfristigen Verdopplung der Austauschrate.

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Verband die letzte Woche vom Bund beschlossene Bereitstellung von zusätzlichen finanziellen Mitteln für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor. Das im Juli vorgelegte Sofortprogramm wird um weitere 5,7 Mrd. Euro aufgestockt.

Zuletzt hatte die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für eine deutliche Belebung des Marktes gesorgt. Dies ist ein Beleg dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in diese Maßnahme gefasst haben. Den eingeschlagenen Weg gilt es konsequent weiterzugehen und dabei die gesamten technologischen Lösungsoptionen den Verbraucherinnen und Verbraucher zur Verfügung zu stellen.

Parallel dazu spricht sich der Verband für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien, eine nachhaltige Nutzung der Holzenergie und eine konsequente Defossilisierung des Energiemixes auf Basis von Wasserstoff sowie biogenen und synthetischen Energieträgern im Wärmemarkt aus. Hinzu können über die Sektorenkopplung von Strom, Wärme und Verkehr sowie der zunehmenden Digitalisierung des Wärmemarktes weitere Effizienzpotenziale gehoben werden.

„Die deutsche Heizungsindustrie setzt bei der Umsetzung der Wärmewende auf die gesamte Breite der technologischen Lösungen und versucht damit, den unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebenssituationen der Verbraucher gerecht zu werden“, betont BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Dabei gelte es, soziale, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte, aber auch die Machbarkeit in der Umsetzung sowie die Effizienz des gesamten Energiesystems zu berücksichtigen. Der BDH stehe als Ansprechpartner der neuen Bundesregierung zur Verfügung. 
 

Printer Friendly, PDF & Email
02.02.2026
Heizungsmarkt
Die vom BDH vorgelegte Jahresbilanz zeigt: 2025 wurden nur 627.000 Anlagen verkauft – 12 % weniger als 2024 und der niedrigste Stand seit 15 Jahren.
28.11.2025
Marktdaten
Die neueste Absatzstatistik des BDH zeigt, dass der Absatz von Heizungen in Deutschland weiterhin rückläufig ist. Einen positiven Aufwärtstrend gibt es hingegen bei Wärmepumpen und Biomasse-Heizungen...
26.03.2026
Licht und ganz viel Schatten
Das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung stößt nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Mängel gibt's auch im Gebäudesektor.
10.03.2026
Interview
Ein Gespräch mit ISOE-Klimaexperte Immanuel Stieß über die Bedeutung der Wärmewende für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Resilienz – und die Schlüsselrolle von Kommunen.
04.03.2026
Neuer Kommentar zum Eckpunktepapier
Der Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe hat Kritik und Änderungsvorschläge für diverse Eckpunkte. Der Verband benennt u.a., dass das Papier keine Regeln für natürliche Kältemittel in...
05.11.2025
THG-Emissionen
Der EU-Umweltministerrat beschloss am Mittwoch einen Kompromiss zum Klimaziel 2040. Damit wird u.a. der Start des ETS2 für den Gebäudesektor auf 2028 verschoben.