Wirtschaft und Umwelt

19 deutsche Unternehmen führen beim Klimaschutz

19 deutsche Unternehmen erhalten Bestnoten für den Umweltschutz in der aktuellen Liste der Non-Profit-Organisation CDP, darunter HeidelbergCement, die Robert Bosch GmbH und Thyssenkrupp. 

A-Ratings werden erst von wenigen Unternehmen weltweit erreicht. Bild: adobe.stock.com/Industrieblick
A-Ratings werden erst von wenigen Unternehmen weltweit erreicht. Bild: adobe.stock.com/Industrieblick

Die internationale Non-Profit-Organisation CDP veröffentlichte am 08. Dezember die Liste der Unternehmen, die sich 2020 besonders durch ihre Bemühungen um Unternehmenstransparenz und Klimaschutzmaßnahmen einsetzen. Unter anderem werden 19 Firmen aus Deutschland mit der Note A ausgezeichnet.

CDP (ehemals Carbon Disclosure Project) betreibt seit 20 Jahren ein globales Disclosure System, unter dem Investoren, Unternehmen, Städte, Staaten und Regionen ihre Umweltbelastungen und -aktivitäten freiwillig offenlegen und managen. In den Fragebögen des CDP veröffentlichen auf Wunsch von Investoren und Unternehmenskäufern Tausende Unternehmen ihre Daten zu Klimawandel, Wäldern und Wassersicherheit.

Im Ergebnis dieser Arbeit hat das globale Umweltengagement zahlreicher Stakeholder weltweit enorm zugenommen. Die Unternehmen werden auf der Grundlage der transparenten Bewertungsmethode des CDP bewertet, die Folgendes umfasst: umfassende Offenlegung von Auswirkungen, Risiken, Chancen, Unternehmensführung und Maßnahmen in Bezug auf die Umwelt; Bewusstsein für Umweltrisiken und deren Zusammenhang zu ihrem Unternehmen, Nachweis zum Umgang mit diesen Umweltrisiken bewährten Verfahren im Zusammenhang mit der Führungsrolle im Umweltbereich

Immer mehr Unternehmen weltweit setzen auf Transparenz

Mehr als 9.600 Unternehmen weltweit haben in diesem Jahr ihre Daten zu den Maßnahmen, Auswirkungen, Chancen und Risiken ihrer Wirtschaftstätigkeit in Bezug auf die Umwelt durch CDP offengelegt. Insgesamt wurden mehr als 5.800 Unternehmen vom CDP in den Bereichen Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit bewertet. Nur die besten fünf % schafften es auf die A-Liste. Mehr als 40 % der „A-Firmen“ sind in Europa ansässig, 20 % in den USA.

BASF, E.ON, HeidelbergCement, Metro, Robert Bosch, Symrise, Thyssenkrupp und Zalando gehören zu insgesamt 19 deutschen Unternehmen, die für ihre Bemühungen in Bezug auf Unternehmenstransparenz und Klimaschutzmaßnahmen von der gemeinnützigen Organisation CDP mit der Note A in einem der drei Bereiche Klima, Wald und Wasser ausgezeichnet wurden. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als 90 % und platziert Deutschland in Kontinentaleuropa auf Platz eins.

Auf der A-Liste finden sich Unternehmen aus der ganzen Welt, wobei die meisten aus Europa (133), Asien (103) und Nordamerika (62) stammen. In Europa haben Deutschland (19), Frankreich (19), Spanien (10), Norwegen (9), die Niederlande (9) und die Schweiz (9) die Nase vorn.

Die Zahl der Unternehmen insgesamt, die mit der Bestnote des CDP, einem „Triple A“ in den Bereichen Klima, Wälder und Wasser, ausgezeichnet wurden, stieg von sechs auf zehn im Vergleich zum Vorjahr und löste damit den bisherigen Rekord ab. Der weltweite Anstieg der mit Note A bewerteten Unternehmen lässt auf ein wachsendes Umweltbewusstsein schließen. Etwa die Hälfte der Unternehmen der A-Liste (über 150 Unternehmen) sind entweder neu oder wieder dabei, was zeigt, dass konkrete Umweltaktionen trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen auch dieses Jahr fortgesetzt werden.

Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass immer mehr Unternehmen auf Transparenz setzen – ein wichtiger Schritt, getrieben durch den gestiegenen Druck des Marktes. Besonders bemerkenswert ist der Bereich Wälder. Hier hat sich die Zahl der Unternehmen auf der A-Liste verdoppelt – wenn auch auf niedrigem Niveau (16 gegenüber acht im letzten Jahr). 

Beispiele für Umweltaktionen von deutschen Unternehmen der A-Liste:  

  • HeidelbergCement setzt 80 % seiner F&E-Ausgaben für nachhaltigere Produkte ein und investiert 150 Millionen Euro in mehrere Projekte zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) in Norwegen, Osteuropa und Kanada.
  • Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise bezieht 100 % RSPO-zertifiziertes Palmöl und bietet seinen Lieferanten Schulungen und finanzielle Anreize.  
  • Da 50.000 globale Lieferanten den größten Teil seines ökologischen Fußabdrucks ausmachen, fordert der Einzelhändler Metro eine Offenlegung durch das CDP und strebt eine 15-prozentige Reduzierung der Scope-3-Emissionen bis 2030 an.  

Klimaschutz fünf Jahre nach Paris

Die A-Liste erscheint kurz vor dem fünfjährigen Jubiläum des Pariser Abkommens. Zu diesem Zeitpunkt sollen Regierungen Neuerungen ihrer nationalen Klimapläne vorlegen, um noch vor der UN-Klimakonferenz COP26 Impulse zu geben. 

„Genau fünf Jahre nach dem Handschlag der Staats- und Regierungschefs auf das Pariser Abkommen ist es ermutigend zu sehen, dass 70 % mehr Unternehmen über ihre Umweltaktivitäten berichten und dass in diesem Jahr über 300 Unternehmen auf der A-Liste stehen. Im September haben mehr als 150 Unternehmen die EU aufgefordert, die Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu reduzieren. Es werden europäische Unternehmen sein, die diese Emissionssenkungen erbringen." sagt Maxfield Weiss, Direktor Corporate Engagement bei CDP Europe. "Deshalb freue ich mich, dass Europa in der diesjährigen A-Liste mit 40 Prozent der Unternehmen vertreten ist und sechs der insgesamt zehn Unternehmen, die mit Tripple A bewerten wurden, ebenfalls europäisch sind. Wir brauchen diese Pioniere jetzt, um mehr Unternehmen zu inspirieren, sich auch in den Bereichen Klimawandel, Wälder und Wassersicherheit zu engagieren, und um sicherzustellen, dass der Privatsektor eine Führungsrolle übernimmt, wenn die Umweltziele der EU in die Höhe schnellen."

Schlechte Ratings noch die Mehrheit

Obwohl die A-Liste stark gewachsen ist, repräsentiert sie nach wie vor nur eine Minderheit von Unternehmen. Die meisten (74 %) Unternehmen, die vom CDP bewertet wurden, erreichten D-C-Ratings, d.h. sie stehen noch am Anfang ihrer ökologischen Reise und werden sich nur allmählich der Auswirkungen von Umweltfragen auf ihr Geschäft bewusst. Noch besorgniserregender ist die Zahl von mehr als 11.900 Unternehmen, die mit einem F bewertet wurden, weil sie Daten nicht offenlegen – obwohl sie Investoren oder Kunden dazu aufgefordert hatten. Es ist allerdings anzunehmen, dass diese Unternehmen zunehmend unter Druck geraten und zeigen, dass auch sie Umweltrisiken ernst nehmen.

Die vollständige A-Liste und die vollständige Methodik für die CDP-Punktvergabe sind auf der Website des CDP abrufbar.

 

 

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